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Meldung Tipps & Info Community 22.02.12

Navis

PNDs - die tragbaren Navigationsgeräte

PNDs haben sich zu kleinen Alleskönnern entwickelt

Mobile Navigationsgeräte sind beliebte Begleiter für unterwegs. Die Vorteile gegenüber Festeinbauten liegen auf der Hand: Die portablen Navis sind wesentlich günstiger als die klassischen Festeinbau-Geräte und bieten vergleichbare Leistungen. Der stichhaltigste Pluspunkt dürfte jedoch sein: Portables à la Navigon, TomTom, Garmin und Co. sind fahrzeug-unabhängig, lassen sich also von einem Gefährt ins andere mitnehmen. Ein und dasselbe Navi lässt sich z.B. im Zweitwagen, im Mietwagen, im Firmenwagen oder beim Transport oder Umzug einsetzen – je nach Bedarf. Ein Blick auf den Markt von Navigationsgeräten insgesamt verrät: Festeingebaute Navis mit systemeigenen Vorzügen werden weniger häufig nachgefragt. Portables weisen inzwischen die höchsten Verkaufszahlen auf. Seit ihrem Aufkommen haben sich PNDs zu kleinen, modernen Multimedia-Geräten entwickelt. Bildbetrachtungs- und MP3-Funktion sind Usus.

Von der Einsteiger- zur Oberklasse

Travel Pilot 300 von Blaupunkt

Travel Pilot 300 von Blaupunkt

Die Einsteigerklasse zeichnet sich durch ein 3,5 Zoll großes Touchscreen-Display aus und hat inzwischen mindestens das Karten-Paket für Deutschland, Österreich und die Schweiz (D-A-CH) an Bord. Gegen geringen Aufpreis sind weitere Europakarten dabei, TMC (Traffic Message Channel, ein digitaler Radiodienst zur Übertragung von Verkehrsstörungen) ist Standard. Die Preise liegen zwischen 100 und 150 Euro.

Die PND-Mittelklasse zeichnet sich durch ein 4,3 Zoll großes Display aus, navigiert zielsicher durch Westeuropa, besitzt einen integrierten TMC-Empfänger mit zumeist hässlicher Wurfantenne und wird dank Bluetooth zur KFZ-Freisprecheinrichtung (BT-FSE). Diese mobilen Routenplaner bewegen sich preislich zwischen 150 und 230 Euro.

Die Oberklasse - Lotsen mit vielen Features

Navigon 8110

Das Navigon 8110 max

Die Oberklasse fängt in Dimensionen ab 4,3 Zoll Bildschirmdiagonale an. Neben TMC ist vielfach auch die TMCpro-Funktion dabei, die auch kostenpflichtige Verkehrsinformationen privater Dienste in die Routenberechnung mit einbettet. Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist ein Muss, die Navigation erfolgt haustürgenau durch Europa und teilweise bereits Nordamerika. Vielfach sind Extra-Features wie Reality-View, Abbiege-Assistent, DVB-T-Fernsehempfang oder sprachgesteuerte Zieleingabe dabei. Die Preise beginnen bei 300 Euro, Topmodelle kosten bis zu etwa 400 Euro. Freilich gibt es aber auch Luxusgeräte wie den TravelPilot 700 von Blaupunkt, die preislich noch deutlich darüber liegen.

Verkehrsfunkempfang sollte dabei sein

Genau dort ankommen, wo man hin will, das ist das Ziel bei der Verwendung eines Navigationssystems. Damit man an Staus und Verkehrsstörungen vorbei kommt, möglichst ohne Wartezeiten und größeren Umwegen, sollte eine dynamische Navigation mit Hilfe von TMC oder TMCpro möglich sein. Falls TMC in einem mobilen Navi nicht standardmäßig vorhanden ist, lohnt sich die nachträgliche Investition von etwa 30 bis 50 Euro.

Die Auswahl im PND-Sektor ist groß, und wofür man sich entscheiden sollte, hängt vom eigenen Budget und Geschmack ab. Auch wenn 4,3-Zoll-Bildschirme sicherlich etwas fürs Auge bieten, ist für die gemeine Navigation ein 3,5-Zoll-PND allemal ausreichend. Eine üppige Ausstattung bieten alle Geräte; darüber hinaus gibt es auch PNDs für speziellere Interessen, etwa für die Outdoor-Nutzung. Ob Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder Sprachsteuerung wirklich notwendig sind, hängt vom individuellen Gebrauch ab und muss jeder für sich entscheiden.

Wie alles anfing

Die Ära der portablen Navigationsgeräte wurde 2003 eingeläutet. Eine Vorreiterrolle übernahmen damals Garmin und TomTom. Es war eine schwere Geburt. Die PNDs (Personal Navigation Devices) mit den winzigen Bildschirmen waren wenig kontrastreich, die Kartendarstellung dürftig und die Routeneinstellungen alles andere als zahlreich. Anfangs war das Kartenmaterial auf Flashspeichern im PND untergebracht, erst mit der Weiterentwicklung der SD-Karten begann der Höhenflug der mobilen Pfadfinder.

Ein Durchbruch gelang TomTom 2005 mit der Einführung der GO-Serie. Das Topmodell GO 700 mit seiner typischen, bauchigen Wölbung auf der Rückseite wog stolze 310 Gramm, hatte bereits einen 3,5 Zoll großen Touchscreen und eine zwei Gigabyte große Festplatte an Bord, auf der das Kartenmaterial von Westeuropa hinterlegt war. Zudem stellte er via Bluetooth und Handy Verbindungen zu externen Servern her, über die die TomTom-Plus-Dienste wie Verkehrsinformationen oder Blitzerinfos angefordert werden konnten. Der Preis damals: stolze 549 Euro.

Hochempfindliche SiRFIII-Chips setzten Empfangsproblemen ein Ende

Mittlerweile hatten auch die renommierten Navi-Hersteller auf die Trendwende im Markt reagiert, und jeder versuchte, sich sein Stück vom Kuchen zu sichern. Blaupunkt, Becker, Navigon, Navman oder VDO-Dayton entwickelten unter Hochdruck ihre eigenen PNDs und brachten sie in immer kürzeren Abständen auf den Markt, wobei so manches Erstlingsgerät nie wirklich über ein Beta-Stadium hinauskam und beim Käufer eher für Frust- als Lustgefühle sorgte. Die Preise für ein spärlich ausgestattetes PND lagen jenseits der 300 Euro. Als Kartenmaterial war eine begrenzte Regio-Karte, in seltenen Fällen sogar die D-A-CH-Version an Bord. Teilweise war auch die Empfangsqualität jämmerlich. Vor allem in Fahrzeugen mit metallbedampften Frontscheiben verharrte manches PND dauerhaft im Satelliten-Suchmodus. Erst mit der Einführung des hoch empfindlichen SiRFIII-Chips 2006/2007 sollten diese Probleme der Vergangenheit angehören.

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