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19.09.2019 - 00:00
Autonomes Fahren

Selbstfahrende Autos: Wer braucht schon 5G?

Autonomes Fahren kommt. Die Frage ist nur wie.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Warum wir kein 5G im auto­nomen Auto brau­chen
  2. Weswegen 5G trotzdem ins Auto einziehen wird
  3. Alles auf einer Seite lesen

Auch bei der neuen Mobil­funk­genera­tion 5G stellt sich eine Frage, die sich viele Mobil­funk­nutzer bereits bei 4G gestellt haben: Braucht man das wirk­lich? Die Mobil­funk­indus­trie beant­wortet diese Frage natur­gemäß mit einem „Ja“ und führt dabei unter anderem die Auto­indus­trie und das selbst­fahrende Auto als Kron­zeugen an. Aller­dings: Das berühmte Google Car fährt auch ganz ohne Mobil­funk­verbin­dung und nur auf seine Sensoren gestützt. Es fährt langsam, aber es fährt.

LTE und WLAN bieten Alter­nativen

In Österreich kommunizieren bald WLAN-Boxen mit Autos.

In Österreich kommunizieren bald WLAN-Boxen mit Autos.
Bild: Asfinag

Und auch wenn man Funk­technik zur Unter­stüt­zung der Fahr­zeug­steue­rung nutzen will, gibt es Alter­nativen. Beispiels­weise den bereits fertigen Stan­dard C-V2X, der LTE nutzt. Oder auch den WLAN-Stan­dard 802.11p und darauf aufbauend die „Dedi­cated Short Range Commu­nica­tion“ (DSRC), auch ITS-G5 genannt. Damit können beispiels­weise Stau­meldungen und Navi­gati­onsdaten zum Auto über­tragen werden, auch mobile Nach­richten- und Unter­haltungs­dienste sind denkbar. Eine bereits genutzte Anwen­dung für den WLAN-Dienst ist die Mauter­fassung, wie sie etwa in Italien, Öster­reich und Frank­reich üblich ist.

Auch die EU-Kommis­sion hat im März dieses Jahres vorge­schlagen, beim vernetzten Fahren zunächst auf den WLAN-Stan­dard zu setzen. Dagegen haben sich vor allem die Mobil­funk­anbieter, aber auch Auto­konzerne wie BMW gewehrt. Sie bevor­zugen die Mobil­funk­netze als Basis.

G5 vs. 5G

Zumin­dest bei den Mobil­funkern ist die Reak­tion verständ­lich. Sie bauen für viel Geld eine neue Tech­nologie auf und wollen sie auch genutzt sehen. Und zumin­dest auf dem Papier ist die WLAN-Technik LTE-V2X und vor allem 5G unter­legen. Zwar ist auch G5 reak­tions­schnell und arbeitet in einem speziell dafür reser­vierten Frequenz­spek­trum von 5,9 Giga­hertz. Und es bietet derzeit sogar noch einen deut­lichen Kosten­vorteil bei der Ausrüs­tung von Fahr­zeugen. Es ist aber deut­lich lang­samer bei der Daten­über­tragung und gilt nur als Über­gangs­lösung. Und vor allem ist keines­wegs geklärt, wie ein solches System euro­paweit finan­ziert werden soll.

LTE-V2X hingegen gilt bei seinen Kriti­kern als noch nicht ausge­reift, für den rauen Auto­einsatz wird ihm mangelnde Robust­heit zuge­schrieben. Aber auch 5G hat so seine Problem­chen: Die Sender sind teuer und das Über­tragungs­verfahren ist kompli­zierter als bei WLAN. So gibt es beispiels­weise aufgrund der genutzten Frequenzen immer noch Probleme, die komplexe Empfangs- und Sende­tech­nologie unauf­fällig und vor allem effi­zient im Auto unter­zubringen.

Tatsache ist aber, dass Funk­technik, egal ob LTE-V2X, 5G oder ITS-G5, viele Vorteile bringt. So können die Autos auch unter­einander kommu­nizieren, etwa um auf die Sensor-Daten des voraus­fahrenden Fahr­zeugs zuzu­greifen und so die eigene Reich­weite zu erhöhen. Rettungs­dienste können eine Auffor­derung senden, die Rettungs­gasse vor ihnen frei zu machen. Die Fahr­zeuge können Funk­barken bekommen, die die Posi­tion an andere Autos melden. Das kann beispiels­weise die Sicher­heit bei unüber­sicht­lichen Ausfahrten oder vor Kuppen erhöhen.

Öster­reich prescht vor

Der öster­reichi­sche Auto­bahn­betreiber ASFINAG macht unter­dessen Nägel mit Köpfen und setzt auf die WLAN-Tech­nologie. Das Unter­nehmen will bis 2023 bis zu 500 WLAN-Boxen neben Auto­bahnen und Schnell­straßen aufbauen. Damit sollen, so die ASFINAG, künftig „wich­tige Infor­mationen ausge­sendet und von WLAN-taug­lichen Fahr­zeugen auch empfangen werden können“.

Aller­dings: 5G ist damit noch nicht aus dem Rennen. Die Entschei­dung, jetzt auf diese Tech­nologie zu setzen, habe keinen Einfluss auf andere, zukünf­tige ergän­zende Tech­nolo­gien, wie etwa die Mobil­funk­tech­nologie 5G. „Aber WLAN ist ausge­reift und sicher“, ist ASFINAG-Geschäfts­führer Bernd Datler über­zeugt.

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