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30.11.2019 - 17:32
Österreich

Lizenz für 5G Broadcast-Testbetrieb in Wien

In Österreichs Hauptstadt wird auch Radio getestet

Nachdem ein ähnli­ches Projekt in Bayern nach erfolg­reicher erster Test­phase fort­geführt werden soll, wird es nun auch in Öster­reich erste Ausstrah­lungen im Rund­funk­verfahren 5G Broad­cast geben. Die öster­reichi­sche Medi­enbe­hörde KommAustria hat der Öster­reichi­schen Rund­funk­sender GmbH & Co KG (ORS), einer Tochter des Öster­reichi­schen Rund­funks (ORF), die Bewil­ligung zum Betrieb einer terres­trischen Multi­plex-Platt­form unter "versuchs­weiser Nutzung der Über­tragungs­kapa­zitäten zur Erpro­bung digi­taler Über­tragungs­tech­niken und programm­licher Entwick­lungen (Pilot­versuch)" mittels der 5G Broad­cast-Tech­nologie "Further evolved Multi­media Broad­cast Multi­cast Service" (FeMBMS) erteilt.

Radio­veran­stalter wollen DAB+ nicht

Vom Sendeturm auf dem Wiener Kahlenberg soll 5G Broadcast ausgestrahlt werden

Vom Sendeturm auf dem Wiener Kahlenberg soll 5G Broadcast ausgestrahlt werden
Foto: ORS

Die Zulas­sung umfasst die Versor­gung des Groß­raums Wien und wurde zunächst für den Zeit­raum vom 1. Dezember 2019 bis 30. Juni 2020 befristet. Das Projekt beinhaltet eine Verbrei­tung der Fern­sehpro­gramme ORF1 und ORF2 sowie der Hörfunk­programme Öster­reich 1, Hitradio Ö3 und FM4 von den Sende­anlagen Kahlen­berg und Liesnig. Laut der Zulas­sung können sich weitere, auch private TV- und Radio­programme an dem Versuch betei­ligen.

Vor allem die Test­verbrei­tung von Radio dürfte einige Hörfunk­veran­stalter erfreuen. Der öffent­lich-recht­liche ORF oder der größte Privat­sender Kronehit wollen sich nicht am digital-terres­trischen Radio DAB+ betei­ligen. Sie sehen dieses als unnütze Über­gangs­tech­nologie an und wollen gleich auf den desi­gnierten Nach­folger 5G Broad­cast setzen.

Das hört man dagegen in Deutsch­land gar nicht gerne, hier­zulande soll Radio bei 5G Broad­cast zunächst ausge­klam­mert werden, da mit DAB+ "eine hervor­ragende digi­tale Tech­nologie für den terres­trischen Radio­empfang zur Verfü­gung" stehe. "5G Broad­cast versteht sich deshalb ausschließ­lich als neues System zur Über­tragung von Video-Inhalten (linear/non-linear) im 5G-Stan­dard über High Tower High Power-Sender im FeMBMS-Modus", hieß es dazu aus dem Projekt­büro.

Empfang bisher nur im Labor

5G Broad­cast erlaubt die Verbrei­tung eines Signals im "Free-to-air"-Modus an eine unbe­grenzte Anzahl von 5G-Empfangs­geräten, auch ohne Mobil­funk­vertrag und SIM-Karte. Neben Smart­phones und Tablets soll der Modus auch in künf­tige Fern­seher oder Radio­geräte einge­baut werden. Aller­dings gibt es bisher außer­halb von Labor-Empfän­gern noch kein einziges Endgerät, das die 5G Broad­cast-Test­ausstrah­lungen für Endver­brau­cher zugäng­lich macht.


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