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25.02.2019 - 15:30
Qualcomm

"5G kommt schneller als 4G"

"Videostreams werden genauso einfach wie Musik"

Nein, wir reden nicht über die Geschwindigkeit der Datendienste im 5G-Netz: Diese ist natürlich höher als die von 4G. Es geht um die Einführung des neuen Netzstandards: Auch hier liegt 5G im Vergleich deutlich vor 4G. Denn gab es im ersten Jahr der Einführung von 4G lediglich einige Netze (vor allem in Asien) und wenige Endgeräte, sind laut Cristiano Amon, Präsident von Qualcomm, noch für 2019 jeweils über zwanzig 5G-Netze und 5G-Endgeräte angekündigt. Die Einführung erfolgt dabei auf so gut wie allen Kontinenten - außer Afrika - gleichzeitig. Anders als Ericsson-CEO Ekholm, der Europa wegen regulatorischer Hürden hinterherhinken sieht, erwartet Amon auch in Europa noch dieses Jahr einen ernstzunehmenden 5G-Start.

Qualcomm sieht sich dabei als Marktführer bei 5G-Chipsets für Smartphones mit dem Prozessor Snapdragon 855 und dem 5G-Modem der ersten Generation, Snapdragon X50. Mit dem Snapdragon X55 ist bereits die zweite Generation des 5G-Modems angekündigt. Dessen maximale Download-Geschwindigkeit unter optimalen Bedingungen beträgt 7 GBit/s - und liegt nach Amon damit deutlich höher als das Maximum aller Chips der Konkurrenz.

5G ist notwendig

Vortragsfolie von Qualcomm: 5G startet schneller als 4G

Vortragsfolie von Qualcomm: 5G startet schneller als 4G
Foto: teltarif.de

Amon sieht 5G auch als notwendig an: 96 Prozent aller Videostreams werden mit der aktuellen 4G-Technologie zumindest vorübergehend mit reduzierter Bitrate gestreamt, weil die Netzkapazität nicht ausreicht. "5G macht Videostreams so einfach wie heute Audio", ist sich Amon sicher.

Für nächstes Jahr hat Qualcomm zudem einen Chip angekündigt, der Prozessor und 5G-Modem vereint, und somit 5G zum Standard-Feature für High-End-Smartphones machen könnte. Dieses System on a Chip wird bereits die dritte Generation des 5G-Modems von Qualcomm enthalten. Eine Chipbezeichnung nannte Qualcomm noch nicht, sie könnte aber "Snapdragon 865" lauten.

Als einen weiteren Treiber der Beschleunigung bei der 5G-Einführung im Vergleich zu 4G nannte Amon zudem Heimrouter für den mobilen Festnetzersatz: Dasselbe Modem, das in Smartphones einen Antennengewinn von 20 dB erzielt, könne in Heimroutern einen Gewinn von über 40 dB erzielen. Die Folge: Höhere Signalreichweite und entsprechend bessere gefühlte Netzabdeckung. Da 5G zudem bei Geschwindigkeiten und Kosten mit dem Festnetz konkurrieren kann (siehe unseren Artikel zu Optus 5G-Dienste in Australien), ergeben sich hier entsprechend gute Geschäftsaussichten.

Qualcomms Produktdarstellung zum X55-Modem

Qualcomms Produktdarstellung zum X55-Modem
Foto: teltarif.de

Die von Qualcomm entwickelte 5G-Smartphone-Technologie könnte aber auch auf Seite der 5G-Netze in größerem Maßstab eingesetzt werden: Der japanische Netzbetreiber Rakuten will die 5G-Femtozell-Plattform FSM-100xx von Qualcomm einsetzen. Freilich gab es auch schon bei 3G und 4G etliche Experimente mit Femtozellen - bisher war diesen aber kein großer Erfolg beschert.


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