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05.07.2019 - 09:15
Jubiläum

25 Jahre Amazon: Vom Online-Buchladen zum Welt-Konzern

Jeff Bezos gründete die Firma 1994

Mit 30 Jahren hat Amazon-Gründer Jeff Bezos bereits eine steile Karriere an der Wall Street gemacht, aber das reicht ihm nicht. Als Vize­präsi­dent der Invest­ment­bank D.E. Shaw & Co steht ihm zwar die Finanz­welt offen, doch Bezos ist faszi­niert vom Internet und er hat eine große Vision. Gemeinsam mit seiner dama­ligen Ehefrau MacKenzie trifft er eine gewagte Entschei­dung und tauscht sein Büro in einem New Yorker Wolken­kratzer gegen eine Garage in Seattle. Hier beginnt die Geschichte von Amazon, dem größten Online-Händler der Welt.

"Unsere Vision ist es, das kunden­orien­tier­teste Unter­nehmen der Welt zu sein, wo Menschen alles finden können, was sie im Internet kaufen wollen", lautet Bezos' Leit­bild für Amazon. Davon ist er anfangs aber noch weit entfernt: Am 5. Juli 1994 gründen Jeff und MacKenzie Bezos einen Online-Buch­handel. Das Unter­nehmen heißt zunächst Cadabra, wird jedoch rasch in Amazon umbe­nannt. Laut der Bezos-Biogra­phie "Der Alles­verkäufer" von 2013 klang Cadabra zu sehr nach Kadaver.

Das erste Buch wurde 1995 verkauft

25 Jahre Amazon

25 Jahre Amazon
picture alliance/Holger Hollemann/dpa

Nach rund einem Jahr Anlauf­zeit wurde am 16. Juli 1995 das erste Buch an einen externen Kunden verkauft, ein mehr als 500 Seiten dicker Wälzer über das Denken. Heute ist ein Exem­plar davon am Eingang des Amazon-Haupt­gebäudes in Seattle ausge­stellt.

Was mit Büchern begann, entwi­ckelte sich über die Jahre zum größten Inter­netkauf­haus der Welt. Heute ist Amazon noch viel mehr als das und hält mit seinen Cloud-Services, die etwa Start-ups IT-Anwen­dungen und Spei­cher­platz im Netz bieten, unzäh­lige Firmen am Laufen. Mit Whole Foods betreibt der Konzern zudem seine eigene US-Super­markt­kette.

Und Bezos hat noch lange nicht genug: Im Strea­ming-Geschäft versucht Amazon mit seinem Prime-Dienst Markt­führer Netflix Konkur­renz zu machen; mit dem Aufbau einer eigenen Liefer­logistik setzt der Konzern Paket­zusteller wie UPS, Fedex oder DHL unter Druck. Niemand weiß so recht, welche Bran­chen Bezos als nächstes aufmi­schen wird.

Anfang Juni erst führte Amazon eine Liefer­drohne vor, die bereits in einigen Monaten die ersten Pakete zustellen soll. Das voll­auto­mati­sche und voll­elek­trische Prime Air-Flug­gerät soll zunächst test­weise klei­nere Haus­halts­waren wie etwa Zahn­pasta oder Rasierer bringen.

An der Börse hatte der rasant expan­dierende Bezos-Konzern wegen chro­nisch roter Zahlen indes lange Zeit einen schweren Stand. Doch seit Bezos zuver­lässig Gewinne liefert, ist er zum Lieb­ling der Wall Street geworden. Im ersten Quartal liefen die Geschäfte prächtig: Dank des florie­renden Inter­nethan­dels und boomender Cloud-Dienste wuchs der Über­schuss im Jahres­vergleich um über­raschend starke 125 Prozent auf 3,6 Milli­arden Dollar (3,2 Milli­arden Euro) - so viel verdiente Amazon noch nie zuvor in einem einzelnen Vier­teljahr.

Amazon knackte den Eine-Billion-Dollar-Börsen­wert

Im vergan­genen September gelang es Amazon als zweite Akti­enge­sell­schaft nach dem iPhone-Giganten Apple, zeit­weise die magi­sche Marke von einer Billion Dollar beim Börsen­wert zu knacken. Der Konzern war damit mehr wert als die zwölf größten Dax-Unter­nehmen zusammen.

Im Früh­jahr folgte ein Ritter­schlag von US-Star­anleger Warren Buffett, dessen berühmte Invest­ment­gesell­schaft Berk­shire Hathaway erst­mals Amazon-Aktien kaufte. Der 88-Jährige Börsen-Guru hatte Bezos zuvor schon in höchsten Tönen gelobt. Was dieser mit seinem Konzern geschafft habe, "komme einem Wunder nah".

Amazon-Gründer Jeff Bezos

Amazon-Gründer Jeff Bezos
(c) dpa

Für Amazon-Gründer Bezos zahlt sich der Ansturm der Anleger auf sein Unter­nehmen auch persön­lich aus, da er der größte Aktionär ist. Seit Jahren domi­niert der 55-Jährige deshalb die Reichen­listen. Dem "Bloom­berg Billionaires Index" zufolge beträgt sein Vermögen derzeit rund 120 Milli­arden Dollar. Damit blieb er trotz einer teuren Schei­dung von MacKenzie, durch die diese Aktien im Wert von aktuell knapp 40 Milli­arden Dollar erhielt, der reichte Mensch der Welt.

Abseits der Börse hat Amazon jedoch längst nicht nur Fans. Wegen umstrit­tener Arbeits­bedin­gungen gibt es immer wieder Kritik, zudem wird dem Konzern vorge­worfen, mit seiner großen Markt­macht und seinen Nied­rigpreisen den Einzel­handel zu zerstören.

Amazons mäch­tigster Feind sitzt indes im Weißen Haus. US-Präsi­dent Donald Trump schießt immer wieder gegen den Konzern, den er unter anderem für die Finanz­nöte der US-Post verant­wort­lich macht. Als Haupt­grund für Trumps Argwohn gilt jedoch eher, dass er mit der US-Zeitung "Washington Post" auf Kriegsfuß steht, die häufig kritisch über ihn berichtet. Das Blatt befindet sich im Privat­besitz von Bezos.

Amazon wird in Kürze seinen Prime Day mit Ange­boten speziell für Prime-Mitglieder feiern. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.


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dpa /

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