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23.07.2019 - 13:23
Deutschland

Street-View-Konkurrent: Apples Kamera-Autos in Deutschland

Look Around: Apple ermöglicht auch Widerspruch

Apple wird am kommenden Montag erst­mals seine Kamera-Autos auch auf Straßen deut­scher Städte schi­cken. Gut 80 Fahr­zeuge sollen bis Mitte September Aufnahmen für den Karten­dienst des iPhone-Konzerns machen. Die Daten sollen in erster Linie das Karten­mate­rial verbes­sern, wie Apple heute erläu­terte. Die Bilder könnten in Zukunft aber auch im neuen Panorama-Dienst Look Around zum Einsatz kommen - Apples Konkur­renz­angebot zu Google Street View.

Apple infor­miert auf einer Website, in welchen Gegenden die Fahr­zeuge demnächst unter­wegs sein werden. Vor Deutsch­land fuhren die Kame­rawagen in Europa bereits Straßen in Groß­britan­nien, Frank­reich, Italien, Spanien, Portugal, Kroa­tien und Slowe­nien ab. Vor dem Start in Deutsch­land war Apple mit dem baye­rischen Daten­schutz­beauf­tragten in Kontakt. Die Daten aus den Fahr­zeugen werden auf Apples Server in den USA geladen.

Ein Kamera-Auto von Apple

Ein Kamera-Auto von Apple
Bild: dpa

Drei­dimen­sionale Darstel­lungen von Stra­ßenzügen

Bei Look Around können Nutzer sich auf dem Bild­schirm durch drei­dimen­sionale Darstel­lungen von Stra­ßenzügen bewegen. Die Funk­tion soll im Herbst zunächst für einige ausge­wählte Gebiete wie die Umge­bung von San Fran­cisco verfügbar sein. Nutzer können auch die Löschung von Rohdaten mit der Abbil­dung von Personen oder Häuser bean­tragen. Diese Möglich­keit bietet der Konzern vor einer mögli­chen Einfüh­rung in Deutsch­land und direkt zum Start der Kame­rawagen-Fahrten an. Gesichter und Auto­kenn­zeichen werden bei Look Around - wie auch etwa bei Googles Street View - auto­matisch verpi­xelt. Die Soft­ware dafür kam im ersten Look-Around-Mate­rial aus der Umge­bung von San Fran­cisco nach Angaben von Apple auf eine fast 100-prozen­tige Tref­ferquote. Es gibt bisher keine Infor­mationen dazu, wann Look Around in Deutsch­land verfügbar sein könnte.

Wider­spruch ist per E-Mail möglich

Wer vermutet, von der Kamera eines Apple-Autos aufge­nommen worden zu sein und das Bild einsehen oder löschen lassen will, kann das bei dem Konzern unter anderem per E-Mail (mapsi­mage­collec­tion@apple.com) bean­tragen. Dabei muss man den Ort und den unge­fähren Zeit­punkt der Aufnahme angeben. Die Fahr­zeuge meiden zudem Zeiten, an denen man davon ausgehen kann, viele Passanten ins Bild zu bekommen - etwa Sams­tagnach­mittage in der Innen­stadt.

Apple kann aus Fotos der Fahr­zeuge unter anderem Infor­mationen wie Namen von Straßen oder Geschäften sowie zu Verkehrs­zeichen und Stra­ßenfüh­rung heraus­ziehen. Die Fahr­zeuge sind neben Foto-Kameras mit Laser-Radaren ausge­stattet, die ihre Umge­bung in 3D abtasten. Die auch unter dem Namen Lidar bekannten Geräte werden unter anderem in selbst­fahrenden Autos einge­setzt. Die Fahr­zeuge zeichnen zudem per GPS ihren Aufent­haltsort auf. Andere Daten werden laut Apple nicht erhoben. Bei Google hatten die Kamera-Fahr­zeuge seiner­zeit zur präzi­seren Orien­tierung auch die Kennungen und Signal­stärken von Wifi-Netz­werken regis­trieren sollen, spei­cherten aber auch Frag­mente unver­schlüs­selter WLAN-Über­tragungen. Das wurde vom Hamburger Daten­schutz­beauf­tragten Johannes Caspar aufge­deckt, Google sprach von einem Fehler.

Der Start von Googles Street View Mitte 2010 wurde von der Debatte um das Recht auf Verpi­xelung nicht nur der Gesichter, sondern auch der Wohn­häuser über­schattet. Die Stra­ßenzüge deut­scher Städte in dem Dienst weisen seitdem zahl­reiche Lücken auf. Google schickte seitdem zwar mehr­fach wieder Kame­rawagen nach Deutsch­land, nutzte die Bilder aber nur, um das Karten­mate­rial zu verbes­sern. Die veröf­fent­lichten Street-View-Fotos wurden nicht aufge­frischt, und es wurden bisher auch keine Pläne dafür bekannt.

Während der heißen Phase 2010 um Google Street View in Deutsch­land hatten wir das Edito­rial Google Street View und die deut­sche Seele verfasst.


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dpa /

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