mobil.teltarif.de
Suche Desktop-Version
Menü
25.03.2019 - 14:23
5G sofort

5G-Mobilfunktechnik: Bosch bereitet seine Fabriken vor

Die Technik kommt schneller, als man denkt

Der Tech­nik­kon­zern Bosch rüstet seine Fabriken für den neuen Mobil­funk­stan­dard 5G aus. "Wir glauben, dass 5G schneller kommt, als viele denken", sagte der für die Indus­trie­sparte zustän­dige Geschäfts­führer Rolf Najork der Deut­schen Presse-Agentur im Vorfeld der Hannover Messe. "Der Zug des Marktes ist stark."

Vorige Woche Dienstag war die Auktion der Frequenzen für den neuen Mobil­funk­stan­dard gestartet. Der Chef der zustän­digen Bundes­netz­agentur, Jochen Homann, betonte dabei die Bedeu­tung von 5G für die Indus­trie. Im Zuge der Vernet­zung von Maschinen und Geräten auch in der Produk­tion sind Firmen auf schnelle Daten­netze auch im Mobil­funk ange­wiesen.

5G: Test­lauf noch dieses Jahr geplant

Bosch setzt auf 5G

Bosch setzt auf 5G
Bild: Bosch setzt auf 5G

Bosch will deshalb nicht warten: "Wir bereiten unsere Produkte bereits auf 5G vor. Da geht es um Roboter, Maschinen und Maschi­nen­steue­rungen", sagte Najork. "Das treiben wir mit großem Tempo voran." Im Herbst sollen nach seinen Worten neue 5G-fähige Auto­ma­ti­sie­rungs­technik für die Kunden vorge­stellt werden. "Im Laufe des Jahres werden wir 5G in verschie­denen Bosch-Fabriken testen."

Zuletzt wurde disku­tiert, ob sich chine­si­sche Unter­nehmen wie Huawei am Aufbau des 5G-Netzes betei­ligen dürfen. Die Sorge ist, dass über tech­ni­sche Möglich­keiten Infor­ma­tionen abge­fangen werden. Zuletzt stand eine Drohung der USA im Raum, dass Geheim­dienst­in­for­ma­tionen nicht mehr ausge­tauscht werden könnten, wenn Huawei oder andere chine­si­sche Anbieter beim Aufbau des 5G-Netzes in Deutsch­land betei­ligt würden.

Bei Bosch sieht man das eher gelassen: "Selbst­ver­ständ­lich beob­achten wir die Diskus­sion um Huawei", so Najork. "Für alle Netz­werk­aus­rüster und Tech­no­lo­gie­pro­vider gelten die glei­chen hohen Sicher­heits­an­for­de­rungen, unab­hängig vom Herkunfts­land."

Stan­dards für Maschi­nen­kom­mu­ni­ka­tion müssen her

Ebenso wichtig ist nach Meinung von Najork, dass endlich gemein­same Stan­dards für die Kommu­ni­ka­tion der Maschinen unter­ein­ander gefunden werden. Ohne eine gemein­same Sprache ist beispiels­weise der Daten­aus­tausch zwischen Zulie­fe­rern und Produ­zenten nicht möglich. "Wir brau­chen Stan­dards bei der Auto­ma­ti­sie­rung, sonst werden wir den nächsten Schritt bei Indus­trie 4.0 nicht machen können", sagt er. "Abschot­tung ist keine Lösung." Bei der Auto­ma­ti­sie­rung ist Najork aller­dings zuver­sicht­lich: "Das wird noch mindes­tens ein Jahr dauern. Für uns kann es dabei nicht schnell genug gehen."

Boschs Indus­trie­ge­schäft konnte den Umsatz zuletzt erneut auf 7,4 Milli­arden Euro stei­gern. Der Bereich ist für gut zehn Prozent der Umsätze des Konzerns verant­wort­lich. "Bosch war 2018 in der Indus­trie­technik mit einem Umsatz­wachstum von 8,9 Prozent extrem erfolg­reich unter­wegs", sagt Najork. "Das hat damit zu tun, dass wir in allen Berei­chen Produkte weiter­ent­wi­ckelt haben. Wir bieten mehr vernetzte Lösungen, die neue Anwen­dungen ermög­li­chen."

Auch Deut­sche-Messe-Chef Jochen Köckler glaubt an die Vorteile indus­trie­ei­gener 5G-Netze. Sie könnten den Unter­nehmen mehr Flexi­bi­lität geben, gab er im Vorfeld der Hannover Messe (1. bis 5. April) zu Proto­koll.


Mehr zum Thema Hannover Messe (Industrie)

dpa /

[Newsübersicht] RSS [Newsversand]