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26.10.2018 - 15:30
Breitband

Mesh, 5G & Co.: Das Broadband World Forum in Berlin

Neue Technologien von AVM, ZTE, Huawei und anderen

In Berlin fand diese Woche das BroadBand World Forum (BBWF) auf dem Messegelände unter dem Funkturm statt. Zwar waren nicht alle Messehallen wie zur IFA, sondern "nur" die Hallen 21-23 belegt, aber für interessierte Fachbesucher fanden sich dort alle wesentlichen "Spieler" der festen oder mobilen Breitband-Netzwerk-Zukunft mit Kupfer und Glasfaser und was dazu gehört.

ZTE nicht nur Mobilfunk

Für das Broadband World Forum waren die Hallen 21-23 der Berliner Messe reserviert.

Für das Broadband World Forum waren die Hallen 21-23 der Berliner Messe reserviert.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Zhong Xing Telecommunication Equipment, besser bekannt unter der Abkürzung ZTE ist nicht nur im Mobilfunk ein bekannter Hersteller von Endgeräten und Netzwerkelementen, sondern auch im Festnetz.

Auf seinem Messestand präsentierte ZTE ein virtuelles Rack (Gestell) in 19 Zoll (48,26 cm) oder 21 Zoll (53,34 cm) Technik (trotz metrischer Normung werden die Regalbreiten in der Industrie bis heute in Zoll angegeben). Das Rack ist ein riesiger Bildschirm und wenn die Mitarbeiterin von ZTE auf eine Baugruppe klickt, wird diese virtuell aus dem Rack herausgezogen und dem Besucher präsentiert.

ZTE bei Netcologne

ZTE zeigt ein "virtuelles" Vermittlungs-Rack, das aus einem Bildschirm besteht. Durch Mausklick werden die Baugruppen virtuell herausgezogen und können näher betrachtet werden.

ZTE zeigt ein "virtuelles" Vermittlungs-Rack, das aus einem Bildschirm besteht. Durch Mausklick werden die Baugruppen virtuell herausgezogen und können näher betrachtet werden.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

ZTE bietet nicht nur Technik für schnelles Kupfer, sondern auch für Glasfaser an. Während in einigen Ländern ZTE aus politischen Gründen (Angst vor möglicher "Spionage" oder schlicht auch Angst vor allzu günstiger Konkurrenz, welche die heimische Industrie bedrängen könnte) momentan einen "schweren Stand" hat (beispielsweise in Australien oder den USA), arbeiten deutsche Netzbetreiber mit ZTE oder seinem größten Wettbewerber Huawei zusammen. ZTE liefert u.a. Netzausrüstung für Netcologne im Großraum Köln.

Viele Fachbegriffe, viele Stichworte

Viele Stichworte sind nicht neu. Neben der Zauberformel "5G", die irgendwann auch die komplette Integration von Festnetz und Mobilfunk beinhaltet geht es um SDN (Software-definierte Netze), NFV (Virtualisierung von Netzwerkfunktionen), Slicing (verschiedene logisch abgetrennte Unternetze und Nutzergruppen, die aber physikalisch auf einem Gesamtnetz laufen). OLT steht für Optical Line Termination, wo die Signale aus der Glasfaser in elektrische Impulse umgesetzt werden.

Heimspiel für AVM

"Bauen die wohl besten Modems der Welt", so die Aussage eines hochrangigen Industrievertreters über AVM.

"Bauen die wohl besten Modems der Welt", so die Aussage eines hochrangigen Industrievertreters über AVM.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Der Router-Hersteller AVM aus Berlin hatte hier wie berichtet ein Heimspiel. Router werden in einer immer breitbandigeren Welt immer gebraucht, und AVM ist für alle denkbaren Technologien gerüstet. Sei es das klassische (V)DSL über Kupfer, über Vectoring oder Supervectoring bis zum Koaxkabel (Cable). Während die Telekom per Kupfer momentan an bis 250 MBit/s herankommt, erproben alternative Netzbetreiber wie M-Net schon G.Fast, womit über sehr kurze Kupferleitungen schon 300 bis 500 MBit/s oder noch mehr möglich sind. In den Laboren wird schon mit 1-2 GBit/s experimentiert, über Kupfer wohlgemerkt. Natürlich hat AVM auch passende Router für Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH). Einige Routermodelle werden nur über Netzbetreiber angeboten, da die darin verbaute Technik sehr speziell ist und nur bei bestimmten Netzbetreibern funktioniert.

Mesh vernetzt alles viel effektiver

Ein spannendes Thema für AVM und andere Hersteller wie Zyxel und andere ist MESH, eine Technik, worüber mehrere Router und Repeater im Haus per Funk so schlau miteinander vernetzt werden, dass (möglichst) immer eine brauchbare Netzversorgung mit WLAN und/oder DECT zur Verfügung steht. Bekanntlich ist auf den WLAN-Frequenzen bei derzeit 2,4 und 5 GHz der Teufel los und es sind deshalb sind neue (weitere) Frequenzen im Gespräch: 6 GHz, 26 Ghz und 60 GHz. Erste Endgeräte sind bei verschiedenen Anbietern schon lieferbar.

Entscheidend ist, was drin ist

In vielen Modems und Endgeräten sind Chips des amerikanischen Herstellers Qualcomm verbaut oder es wird Technologie verwendet, wofür das Unternehmen die passenden Lizenzen besitzt. 3G (WCDMA) beispielsweise beruht größtenteils auf Patenten des Unternehmens aus San Diego (Kalifornien) "und bei 4G und 5G haben wir auch einige Lizenzen", schmunzelt ein Vertreter von Qualcomm, deren bekanntesten Handyprozessoren den griffigen Namen SnapDragon tragen. Der Drache ist nicht nur in China eine wichtige Symbolfigur. Qualcomm liefert Chipsätze und Technologie und "entwickelt viel für die Zukunft", wie es Rahul Patel, General Manager Connectivity bei Qualcomm formuliert, baut aber selbst keine Endgeräte für Endkunden.

Deutsche Telekom als Sponsor

In allen Hallen des Breitband-Forums sind die Logos der Deutschen Telekom zu sehen, welche die Messe als Sponsor unterstützt. Als eigenständiger Aussteller hält sich das Bonner Unternehmen aber komplett zurück, dafür sind viele bekannte oder wenige Lieferanten vor Ort. Die Festnetzbreitbandaktivitäten von Siemens, später Nokia-Siemens-Networks (NSN) gingen an die Firma Adtran, deren Baugruppen man im Inneren von MFG- oder KVZ-Gehäusen der Telekom oder ihrer Mitbewerber am Straßenrand finden kann. Das weltweite Unternehmen Nokia (zwischenzeitlich Nokia-Siemens-Networks, kurz NSN) wurde vor einiger Zeit um die Aktivitäten der bisherigen Alcatel-Lucent erweitert, darin enthalten die frühere SEL-Alcatel, welche die älteren Leser noch als Standard Elektronik Lorenz oder die Consumer-Produkte von ITT-Schaub-Lorenz kennen. Die Marke "Nokia" bei Mobiltelefonen darf von HMD Global genutzt werden, sie waren auf dem BBWF in Berlin nicht vertreten.


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