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06.07.2019 - 11:34
Abgesichert

Nach Chinas Grenz-Skandal: Das "grenzsichere" Smartphone

Separates Reise-Smartphone kann hilfreich sein

Es kommt nicht häufig vor, aber immer wieder hört man von Reisenden, die am Flug­hafen oder an der Grenze aufge­fordert werden, ihr Smart­phone zu entsperren und auszu­händigen. Laut einer Recherche unter anderem der "Süddeut­schen Zeitung" instal­liert die chine­sische Regie­rung Touristen bei der Einreise eine Über­wachungs-App auf deren Smart­phones, um sie dadurch auszu­spähen.

Das Smartphone bei chinesischen Grenzkontrollen

Das Smartphone bei chinesischen Grenzkontrollen
Bild: dpa

Ob und wie man sich auf so eine Situa­tion vorbe­reiten möchte, hängt ganz von der eigenen Risi­koein­schät­zung ab, erklärt die Bürger­rechts­orga­nisa­tion Elec­tronic Fron­tier Founda­tion (EFF). Faktoren, die in die persön­liche Bewer­tung einfließen können, seien unter anderem die eigene Reise­geschichte, also Länder, in die man schon einge­reist ist. Oder die Schutz­würdig­keit der Daten, die man besitzt oder mit denen man arbeitet. Zu diesen Maßnahmen rät die EFF:

Backup anlegen: Egal, ob Smart­phone, Tablet oder Note­book: Vor der Reise sollten alle Daten auf Geräten, die man mitnimmt, gesi­chert werden. So schützt man sich vor einem Total­verlust, wenn Geräte beschlag­nahmt werden.

Reise-Smart­phone anschaffen: Man kann sich über­legen, ein Gerät mit weniger oder gar keinen sensi­blen Daten nur vorüber­gehend zu nutzen - also etwa für die Dauer einer Reise.

Daten löschen oder ausla­gern: Wer mit seinem regu­lären Gerät reist, sollte möglichst viele Daten darauf löschen - von Mails über den Browser-Verlauf bis hin zu Doku­menten. Alter­nativ kann man möglichst viele Daten in einen Online-Spei­cher ausla­gern - am besten verschlüs­selt.

Daten-Verstecke nützen nichts: Es gibt Apps, die Doku­mente oder Bilder verbergen können. Ebenso lassen sich versteckte Parti­tionen auf Note­book-Fest­platten einrichten. Allein: Grenz­beamte wissen das meist auch und suchen danach.

Keine biome­trischen Zugangs­sperren nutzen: Finger­abdruck-, Iris-, Venen- oder Gesichts­scanner sind zum Frei­geben von Geräten prak­tisch, aber längst nicht so sicher wie starke Pass­wörter.

Verschlüs­seln: Die EFF rät außerdem dazu, das ganze Smart­phone bezie­hungs­weise die komplette Note­book-Fest­platte zu verschlüs­seln. Bei iPhones läuft das auto­matisch übers Pass­wort. Bei Andro­iden muss man dies in den Einstel­lungen akti­vieren. MacBooks verschlüs­selt man mit dem inte­grierten Filev­ault, Windows-Note­books mit Bitlo­cker oder dem freien Veracrypt.

Ausschalten: Bevor man an die Grenze gelangt oder kontrol­liert wird, sollte man seine Geräte ausschalten. So lassen sich gege­benen­falls High-Tech-Angriffe verhin­dern.

Keine unüb­lichen Vorsichts­maßnahmen: Diese könnten Grenz­beamte miss­trau­isch werden lassen, warnt die EFF. Wer etwa ein neues oder sicht­lich unge­nutztes Telefon aus der Tasche zieht, sein regu­läres Gerät aber versteckt hält und dabei auffällt, riskiert erst recht, einge­hend unter­sucht zu werden.

Nach einer Kontrolle: Wer den Eindruck hat, dass trotz der Vorsichts­maßnahmen Zugangs­daten zu Geräten oder Diensten ausspio­niert worden sind, sollte die Pass­wörter ändern. Beim Verdacht, dass Spio­nagesoft­ware instal­liert wurde, sollte man Mobil­geräte auf die Werks­einstel­lungen zurück­setzen oder sein Note­book neu aufsetzen.

Die Tipps und Empfeh­lungen der Elec­tronic Fron­tier Founda­tion, die sich über­wiegend auf den Grenz­über­tritt an der US-Grenze beziehen, gibt es in einer Lang­fassung sowie als selbst ausdruck­bares Falt­blatt für die Hosen­tasche.


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dpa /

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