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13.09.2019 - 18:54
Digitalradio

DAB+ im Auto: Darum ist der Empfang oft so schlecht

Mercedes-Pressestelle plaudert aus dem Nähkästchen

Das terres­trische Digi­talradio findet immer mehr Anklang. Vor allem unter­wegs ist DAB+ eine gute Alter­native zum Strea­ming, ist der Empfang doch auch ohne aktive Internet-Verbin­dung und damit mögli­cher­weise verbun­denen Kosten - je nach Mobil­funk­tarif - möglich. Nun haben wir darüber berichtet, dass der DAB+-Empfang in vielen Autos zu wünschen übrig lässt.

Oft wird der Empfang sogar soft­ware­seitig verschlech­tert. Unter­schreitet das empfan­gene Signal einen Mindest­pegel, so wird das Audio­signal stumm geschaltet, obwohl das einge­stellte Radio­programm eigent­lich noch zu hören wäre. Erst bei noch viel schwä­cherem Empfang käme es zu Ausset­zern.

Ange­spro­chen auf diesem Umstand geben sich die Pres­sestellen der Auto­mobil­herstel­lern nach den Erfah­rungen der teltarif.de-Redak­tion sehr bedeckt. Entweder das Problem wird abge­stritten oder die Frage wird erst gar nicht beant­wortet. Anläss­lich der Inter­natio­nalen Auto­mobil-Ausstel­lung (IAA) in Frank­furt am Main haben wir bei Mercedes Benz nach­gefragt - und eine plau­sible, wenn auch für die Nutzer nicht zufrieden stel­lende Aussage erhalten.

Mercedes-Pres­sestelle: "Nutzer fühlen sich durch kurze Aussetzer gestört"

Mercedes Benz auf der IAA in Frankfurt am Main

Mercedes Benz auf der IAA in Frankfurt am Main
Foto: teltarif.de

Aufgrund des digi­talen Empfangs­prin­zips bei DAB und DAB+ sei der Über­gangs­bereich zwischen Empfang und Empfangs­verlust im Vergleich zu analogem Radio sehr schmal, so die Pres­sestelle des Unter­nehmens. "Wenn man entlang dieses Grenz­bereichs unter­wegs ist, dann kommt es vor, dass in kurzen Abständen (alle paar Sekunden) der digi­tale Empfang (und dadurch auch der Ton) weg und wieder da ist", heißt es weiter. Dieses Verhalten werde von den meisten Kunden als sehr störend empfunden.

Um den kurzen Ausset­zern entge­genzu­wirken, setzten manche Hersteller darauf, früher als eigent­lich nötig den Ton zu unter­brechen, um die kurzen Unter­brechungen zu vermeiden. Dabei könne es vorkommen, dass diese bewusst herbei­geführten Unter­brechungen etwas zu groß­zügig ausge­legt seien. "Bei Mercedes setzen wir auf Opti­mierung dieser Mute-Schwellen im Verbund mit unseren Zulie­ferern, um diese Proble­matik zu vermeiden. Das Ziel ist, die Mute-Schwellen möglichst niedrig anzu­setzen, um nicht unnötig früh den Ton zu unter­brechen."

Wünschens­wert wäre es aller­dings, dass dieses Muting - ganz gleich, bei welchem Hersteller - auch abschaltbar wäre. Nutzer, die lieber best­mögli­chen Empfang haben und mit mögli­chen kurzen Ausset­zern bei der Audio-Wieder­gabe leben können, hätten so einen echten Mehr­wert. Auf der anderen Seite hätten Anwender, die sich durch die Unter­brechungen des Empfangs gestört fühlten, keinen Nach­teil.

Auto­mati­scher Wechsel zwischen verschie­denen Empfangs­wegen

DAB+-Empfang mit Mercedes-Autoradio

DAB+-Empfang mit Mercedes-Autoradio
Foto: teltarif.de

Die Mercedes-Benz-Pres­sestelle verweist zudem auf eine Funk­tion, die auch bei Auto­radios anderer Hersteller üblich ist. Unter­brechungs­frei sei der auto­mati­sche Wechsel auf UKW-Empfang möglich. Das funk­tioniert natür­lich nur dann, wenn das gehörte Programm neben DAB+ auch auf UKW sendet - und gar nicht mehr, wenn in einigen Jahren die analogen Hörfunk­sendungen viel­leicht ganz wegfallen.

Eine weitere Maßnahme sei der paral­lele der Einsatz mehrerer DAB-Empfänger, die einen unter­brechungs­freien Wechsel auch zwischen verschie­denen Ensem­bles ermög­lichen. Davon profi­tieren Nutzer, die ein Programm hören, dass in mehreren Multi­plexen ausge­strahlt wird. Genutzt werde dann jeweils das best­mögliche Signal.

In einer weiteren Meldung haben wir bereits berichtet, wie DAB+ ins Auto kommt.


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