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03.12.2018 - 10:16
EBU/NAB

"Alexa, spiele DAB+" - EBU und NAB erproben neue Technik

Bei Verfügbarkeit wird Antenne statt Internet gewählt

Geht es nach der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und der National Association of Broadcasters (NAB), sollen Radiogeräte mit Sprachsteuerung, beispielsweise mit Alexa von Amazon, künftig ein Radioprogramm nicht mehr internetbasiert, sondern über Antenne (DAB, DAB+, HD Radio) abspielen, falls ein solcher Verbreitungsweg verfügbar ist. Beide Organisationen haben jetzt einen entsprechenden Prototyp vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein herkömmliches portables Radiogerät mit Alexa Sprachsteuerung.

Bei Verfügbarkeit DAB+ statt UKW

Majority Newton: Smart Speaker mit DAB+

Majority Newton: Smart Speaker mit DAB+
Foto: Majority

Wenn ein Benutzer das Gerät nach einem Radiosender fragt, beispielsweise in Hessen "Alexa, spiele HitRadio FFH", versucht das sprachgesteuerte Radio zunächst, die Verbindung über IP herzustellen. Durch die eingebaute RadioDNS-Technologie erkennt das Radio aber, ob das gewünschte Programm auch terrestrisch verfügbar ist. Hierfür greift das sprachgesteuerte Radio auf zusätzliche Metadaten des Senders zurück. Anschließend spielt das Radio das Programm beispielsweise über DAB+ statt IP ab.

Während die Anwendung im eigenen Zuhause eher unnötig ist, da hier in der Regel eine gute Breitbandverbindung zur Verfügung steht und auch genügend Bandbreite für Audiostreams vorhanden ist, sieht es unterwegs schon anders aus. Vor allem für künftige, sprachgesteuerte Systeme in Fahrzeugen wäre eine solche Lösung sinnvoll, denn häufig sind vor allem auf dem Land nicht immer gute mobile Internetverbindungen vorhanden.

Außerdem könnten Radioveranstalter Streamingkosten einsparen. Momentan müssen sie für jeden einzelnen Internetradio-Hörer zahlen.

Einsatz fraglich

Fraglich ist allerdings, ob die Industrie die neue Technologie auch in die Hardware einbaut. Nahezu ausgeschlossen ist, dass Amazon oder Google ihre Endgeräte wie Echo oder Google Home künftig mit einem DAB+-Chip ausstatten. Die RadioDNS-Technik könnte aber bei Drittanbietern zum Einsatz kommen. Viele Hersteller integrieren inzwischen Sprachsteuerungs-Klienten in ihre Endgeräte. Einige können auch terrestrisches Radio empfangen. Allerdings muss der Verbraucher bisher den Empfangsweg manuell auswählen, eine Verknüpfung beispielsweise von DAB+ mit Sprachsteuerung gibt es nicht.

Vor allem aber könnte die Technik Bestandteil vernetzter Autoradios sein und wäre hier absolut sinnvoll. Viele Autobauer wollen ihre kommende Car HiFi-Generation ab Werk mit Sprachsteuerungs-Klienten wie Alexa ausstatten. Mit einem hybriden Verfahren haben Autofahrer eine Garantie, den gewünschten Radiosender tatsächlich überall auch dort hören zu können, wo es kein gutes, mobiles Internet gibt.


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