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06.08.2019 - 17:55
Free is back

Tesla erlaubt wieder kostenloses Aufladen - aber nicht für alle

Tesla betreibt eigenes Ladestationsnetz

Ob die Zukunft der Auto­mobi­lität rein elek­trisch ist oder sein wird, ist nicht nur hier auf teltarif.de heiß umstritten. Die Politik scheint sich im Moment für Elek­troan­triebe entschieden zu haben, weil diese aktuell am ehesten verfügbar sind.

Die Brenn­stoff­zelle, an deren Ende man auch elek­trisch fährt, steckt seit Jahren in den Kinder­schuhen, weil Produk­tion und Trans­port von Wasser­stoff in der Praxis offenbar noch nicht "einfach" genug reali­sierbar erscheint.

Hybrid­fahr­zeuge mit einem Verbren­nungs­motor, der die Akkus auflädt, um elek­trisch fahren zu können, haben weiter das CO2 Problem.

Selbst Elektro-Autos "stoßen" noch CO2 (bei der Produk­tion des Wagens und seiner Kompo­nenten und beim Erzeugen des Stroms) aus, aber je länger ein Elektro-Auto gefahren wird, desto umwelt­freund­licher wird es, sagen Fach­leute.

Der Akku ist irgend­wann leer

Der Elektro-Automobil-Hersteller Tesla betreibt in den USA, Europa und Asien ein großes Netz von Ladestationen. Bestimmte Modelle können hier sogar kostenlos aufladen.

Der Elektro-Automobil-Hersteller Tesla betreibt in den USA, Europa und Asien ein großes Netz von Ladestationen. Bestimmte Modelle können hier sogar kostenlos aufladen.
Foto: Picture Alliance /dpa

Das Grund-Problem des Elek­troautos bleibt das Aufladen des Akkus. Die Physik setzt Grenzen: Irgend­wann ist jeder Akku leer. Spricht man mit Elek­troau­tofah­rern, so winken sie ab, weil das für sie eigent­lich gar kein Thema mehr sei. Sie laden nicht erst, wenn der Akku richtig leer ist, sondern immer wieder zwischen­durch, bei jeder Gele­genheit. 30 bis 40 Minuten reichen schon und an heutigen Hoch­leis­tungs­lade­säulen geht in der Zeit schon einiges an Strom rein und man kann sich erfri­schen oder ausruhen, zumal allzu lange Fern­fahrten am Stück ohnehin nicht zu empfehlen sind.

Wo kann ich aufladen?

Wer sich für ein Elek­troauto inter­essiert, wird sich zu Beginn über­legen, wo man laden kann. Nicht jeder Auto­fahrer hat einen festen Park­platz oder gar eine eigene Garage, also scheidet das Aufladen an der heimi­schen Steck­dose oft schon mal aus. Öffent­liche Lade­säulen gibt es inzwi­schen, aber viel zu wenige und selbst dann ist nicht sicher, ob sie funk­tionieren und ob man den rich­tigen Abrech­nungs­provider hat, weil die eigene Lade­karte kein "Roaming"-Abkommen hat. Das erin­nert an den Mobil­funk in der Anfangs­zeit.

Tesla als Maßstab für Elektro-Autos

Wer sich mit Elek­troautos inten­siver beschäf­tigt, kommt am Pionier Tesla einfach nicht vorbei. Das Unter­nehmen hat nicht nur ein Elektro-Auto entwi­ckelt, das bei bestimmten Krite­rien wie dem Bedie­nungs­konzept seiner Zeit weit voraus ist, man hat sich auch mit dem Aufladen der Fahr­zeuge Gedanken gemacht. Von der Mehr­heit der Auto­fahrer nahezu unbe­merkt, gibt es in Amerika, in Europa und Asien längst ein beacht­liches Netz von Lade­stationen, bei Tesla "Super­charger" genannt. Dort können Tesla-Fahrer ihre Autos aufladen, wenn sie auf Lang­stre­cken unter­wegs sind, eine Karte der Stationen gibts im Internet und im bord­eigenen Navi­gati­onssystem. Fahrer anderer Elektro-Autos haben hier bisher das Nach­sehen. Ob das immer so bleibt, ist unklar.

Tesla betont, dass seine Lade­stationen nicht für das alltäg­liche Aufladen gedacht sind, sondern für Lang­stre­cken­fahrten. Je nach Fahr­stil und gewünschter Akku­kapa­zität kann man mit einem Tesla 250 bis 500 Kilo­meter weit kommen. Da nur kurz geladen wird, ist der Akku nach dem Laden noch gar nicht ganz voll, dafür kommt man aber schnell weiter.

e-cannon­ball: Stra­tegisch aufladen

Ein Elek­troauto-Wett­bewerb wie e-cannon­ball, der dieses Jahr zum zweiten Mal statt­findet, soll beweisen, welche Stra­tegien es gibt, mit möglichst wenig Lade­vorgängen und stra­tegisch geschickten Fahren (Geschwin­digkeit ist nicht alles) durch Deutsch­land zu kommen. Beim ersten Mal ging es von Hamburg nach München, dieses Jahr vom Bodensee nach Berlin und auch "kleine Autos" wie die "Zoe" von Renault können teil­nehmen.

Tesla und das Free Super­char­ging

Um die Attrak­tivität der Tesla-Fahr­zeuge zu erhöhen, bot der Hersteller bei bestimmten Modellen kosten­loses Super­char­ging an. Das konnte man bei einigen Tesla-Fahr­zeugen sogar auf den Zweit- oder Dritt­besitzer "vererben". Später wurde das Super­char­ging auf eine bestimmte Kilo­meter­zahl, Kilo­watt­stun­denzahl oder den Erst­käufer begrenzt, durch "Referral-Codes" (Tesla-Besitzer werben neue Käufer) ließ sich das verlän­gern.

Dann schaffte Tesla das kosten­lose Aufladen weit­gehend ab und nannte unter­schied­liche Lade-Preise (erst nach Lade-Zeit, später nach Strom­verbrauch), die in der Tesla-Commu­nity einen Sturm der Entrüs­tung auslösten.

Seitdem das Modell 3 auf dem Markt ist, das zu Preisen zwischen 45 000 und 60 000 Euro zum Kunden rollt, sofern man nicht ein Leasing-Angebot wahr­nehmen möchte, sind die Umsätze das ersten Modells S und des Nobel-SUV-Modells  X spürbar zurück gegangen. Kein Wunder, kosten diese großen Versionen je nach Ausstat­tung leicht 70 000 bis 110 000 Euro, ein Wert, der außer­halb des Budgets eines "Durschnitts­auto­fahrers" liegt. Selbst auf dem Gebraucht­markt muss man für ein Modell S mit 300 000 Kilo­metern noch 40 000 Euro inves­tieren, die sich aber lohnen können, denn nicht wenige Tesla-Autos sind mit 1 Million Kilo­meter (und der ersten Batterie) unter­wegs.

Free Super­char­ging is back

Nun hat Tesla über­raschend wieder "Free Super­char­ging" einge­führt, aber nur für die Modelle "S" und "X". Beim stark gefragten Modell 3 gibt es das auf Dauer nicht.


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