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21.08.2019 - 10:49
Facebook

Facebook: Mehr Kontrolle über Daten von Websites und Apps

Daten sollen mit "Clear History" bereinigt werden

Face­book gibt Nutzern mehr Kontrolle über Daten, die das Online-Netz­werk von anderen Websites und Apps bekommt. Sie sollen erst­mals nach­sehen können, wer Infor­mationen über ihre Akti­vitäten außer­halb von Face­book geteilt hat. Mit dem neuen Daten­schutz-Werk­zeug werden Nutzer auch die Verknüp­fung der Infor­mationen mit ihrem Profil auflösen können. Die Daten von den Part­nern wird Face­book unter­dessen weiterhin erhalten.

Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben.

Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben.
Bild: picture alliance/Ben Margot/AP/dpa

Lange verspro­chene Option

Face­book-Chef Mark Zucker­berg hatte ein Kontroll­werk­zeug mit dem Namen "Clear History", mit dem man außer­halb des Online-Netz­werks gesam­melte Daten "berei­nigen" oder auch "wegspülen" können sollte, bereits im Früh­jahr 2018 ange­kündigt. Die Entwick­lung war nach Angaben des Unter­nehmens jedoch ange­sichts der komplexen Systeme sehr lang­wierig. Und das Online-Netz­werk spricht jetzt statt­dessen von einem Tool zur Verwal­tung von Akti­vitäten außer­halb von Face­book.

Face­book sammelt Daten auch auf fremden Websites

Face­book bekommt von anderen Websites, die Tracking-Werk­zeuge oder Logins des Online-Netz­werks einsetzen, einige Infor­mationen über die Akti­vitäten der Nutzer. Als Ziel wird ausge­geben, ihnen rele­vante Anzeigen auch auf Basis des Verhal­tens außer­halb von Face­book heraus­zusu­chen.

Wenn man zum Beispiel bei einem teil­nehmenden Online-Händler ein Paar Schuhe in den Einkaufs­korb lege, bekomme Face­book das mit, erläu­terte die zustän­dige Produkt­mana­gerin Stephanie Max. Das Online-Netz­werk ordne dann die Infor­mation einem Nutzer­profil zu. Der Händler bekomme im Gegenzug keine perso­nali­sierten Daten, betonte sie. Andere geteilte Inter­aktionen sind zum Beispiel das Öffnen von Apps oder der Aufruf einer Website. Die Werk­zeuge dafür sind der soge­nannte "Face­book Pixel" sowie auch der Login mit Face­book-Anmel­dedaten.

Entflech­tung nun möglich

Die Nutzer können nun errei­chen, dass die erhal­tenen Infor­mationen nicht mehr mit ihrem Face­book-Profil verknüpft werden. "Wir werden die Daten weiterhin erhalten und wir können sie für Mess-Zwecke verwenden", betonte Max. Zum Beispiel könnte Face­book damit fest­stellen, wie oft eine Werbe­anzeige ange­klickt wurde - auch wenn das Online-Netz­werk nicht wüsste, von wem. Auch frühere gesam­melte Daten werden vom Profil entkop­pelt, aber nicht gelöscht. Sie sollen aber nicht wieder dem Nutzer zuge­ordnet werden können.

Test­lauf vorläufig nur in drei Ländern

Die neue Kontrolle über den Daten­fluss zu Akti­vitäten außer­halb des Online-Netz­werks wird zunächst nur in Irland, Spanien und Südkorea frei­geschaltet. Mit der Auswahl solle unter anderem das Produkt in verschie­denen Spra­chen getestet werden. Face­book stimmte am Dienstag auf eine lang­same Einfüh­rung in anderen Ländern ein, die Monate dauern könne - während das Online-Netz­werk sonst neue Funk­tionen zum Teil inner­halb weniger Tage welt­weit an den Start bringt.

Nutzer können auch punk­tuell die Daten­verknüp­fung mit ihrem Profil bei einzelnen Websites und Apps trennen, wie Max betonte. Das sei ursprüng­lich nicht geplant gewesen, aber auf Drängen von Nutzern einge­führt worden. Anwender, die die Daten­verknüp­fung lösen, würden nicht weniger Werbung ange­zeigt bekommen, sagte sie. Für die Umset­zung des Kontroll­werk­zeugs habe Face­book unter anderem seine Systeme zur Daten­spei­cherung ändern müssen.

Wie man Face­book die Daten­sammelwut ein Stück weit austreiben und die Like-Buttons blockieren kann, können Sie in einem weiteren Bericht nach­lesen.


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dpa /

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