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Danke für dieses klare, Position beziehende Editorial!


Leiter Kundenverarsche³ schreibt am 05.09.2016 10:08
einmal geändert am 05.09.2016 10:10
Nach der auch von mir ausdrücklich gelobten Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Chat geht WhatsApp damit nun in Sachen Sicherheit gleich wieder zwei Schritte rückwärts.

Ich habe damals gleich Essig in den Wein gegossen;
"Auch ich Teile die Meinung des Autors nicht. Herdentrieb war noch nie ein guter Ratgeber und ist auch kein Grund, einen fragwürdigen Dienst wie WA zu nutzen. Es wird spannend, was Facebook mit WA anstellt. Über kurz oder lang wird es definitiv knallen. Und dann müssen Alternativen da sein. Ich sehe hier Telegram und dann erstmal lange nichts."

3 Monate später ist es nun so weit und alle halten sich die Ohren zu oder stecken den Kopf in den Sand, nur um den lauten Knall nicht hören zu müssen. Das alte WhatsApp ist Geschichte - WhatsApp ist nun endgültig Facebook-Messenger II unter einem anderem, scheinheiligen Namen!

Der nächste Schritt wird sein, dass die Dienste miteinander direkt verschaltet werden. Und spätestens dann wird Facebook mehr über alle wissen, als es Google bisher vermochte. Ich sag's hier im Forum immer wieder: Eine staatliche Rasterfahndung ist unter den Aspekten der Privatsphäre und des Datenschutzes eine harmlose Party demgegenüber was der große US-Konzern hier treibt. Wer das noch immer nicht begriffen hat und "nichts zu verbergen" hat, der kann sich auch direkt nackt ausziehen und sein Privatleben herausplärrend durch die Gegend rennen. Dann wird er irgendwann von den Helfern im weißen Kittel eingesammelt.

Und das ist das Problem - im Internet haben wir leider keine Helfer mit weißem Kittel. Es sind nicht die Mahner, die all zu oft gerne als "paranoide Aluhutträger" abgetan werden, die hier etwa geistig morsch oder hysterisch agieren, nein - das Problem ist dumpfe, plumpe Masse, die im Herdentrieb auch den größten Bockmist mitmacht. Auch wenn solche Vergleiche hier unerwünscht sind, muss der Seitenhieb an der Stelle sein, denn die im Hintergrund wirkenden gruppendynamische Effekte waren von '39-'45 ebenso wie '09-'16 die Gleichen. Das Brecht'sche „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“ gilt auch heute noch für die (a)sozialen Medien.

Zu guter Letzt - und ich werde auch nicht müde das zu betonen - sollte sich die Teltarif-Redaktion nun doch endlich noch einmal in eigener Sache, Gedanken über den eigenen WA-Service (http://www.teltarif.de/whatsapp-teltarif...) machen.

Wenn ihr konsequent seid und mit guten Beispiel vorangehen wollt, dann stellt ihr diesen Dienst bis Ablauf des 25. Septembers ein. Ob der Service dann gänzlich stirbt, oder ob ihr mit minimalem Aufwand auf Plattformen wie Telegram (oder SIMSme) wechselt, die sowieso deutlich besser auf diesen Zweck ausgerichtet sind, sei dahingestellt.

Unter dem o. g. Link führte es User stuka unter seiner Kommentarüberschrift:
"teltarif wird whatsDepp" bereits aus. Er schreibt;
"Liebe Redaktion von teltarif,
bitte berichtet nie wieder zu Themen wie Datenschutz, Datensicherheit oder Privatsphäre !!
Denn als whatsDepp, der ihr nun seid, fehlt Euch offenkundig jedes Bewusstsein zu diesen Themen."

Dem kann man kaum mehr etwas hinzufügen oder entgegenhalten. Wenn ihr jetzt einfach so weiter macht als wäre nichts gewesen, dann macht ihr euch in höchstem Maße unglaubwürdig. Habt endlich allerwenigstens mal den Mumm in der Hose, euch intensiv mit der Weiteführung des WhatsApp-Kanals zu befassen und anschließend entsprechend öffentlich dazu Stellung zu nehmen!
[1] WhatsApp-Kanal
Kai Petzke antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
05.09.2016 15:51
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:

Zu guter Letzt sollte sich die Teltarif-Redaktion nun doch endlich noch einmal Gedanken über den eigenen WA-Service machen

Wir machen uns laufend Gedanken über die Sicherheit unserer Dienste. Derzeit ist WhatsApp aber nicht unicherer als viele andere Kanäle, die wir für die Verbreitung unserer Inhalte benutzen, wie insbesondere E-Mail (unverschlüsselt, Store&Forward) und http. Für http haben wir einen sinnvollen Upgrade-Pfad zu einem sichereren Standard, nämlich https, und sind auch dabei, den zu beschreiten. Für andere Dienste - zum Beispiel den E-Mail-Newsletter - gibt es derzeit keinen vernünftigen Upgrade-Weg.

Für die Instant-Messaging-Auslieferung auf dem Smartphone denken wir darüber nach, diesen Dienst künftig auch über die eigene App anzubieten. Nur kann diese nicht WhatsApp komplett ersetzen. Wer - aus welchem Grund auch immer - nunmal WhatsApp mehr vertraut als unserer App, oder alle Nachrichten in einer App haben will, der wird weiterhin die WhatsApp-Variante nachfragen.

Klar klingt es blöd, wenn wir auf der einen Seite warnen: "Nehmt was sichereres als WhatsApp" und auf der anderen Seite genau den Push via WhatsApp anbieten. Aber deswegen WhatsApp abzuschalten, ist der falsche Weg, denn dadurch wird auch die genannte wichtige Nachricht dann mit blockiert.

Wie gesagt, wir sind dran, bessere Apps als WhatsApp für den Push anzubieten und da wird sich in den kommenden Monaten etwas tun.
[1.1] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf Kai Petzke
05.09.2016 16:27
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Wir machen uns laufend Gedanken über die Sicherheit unserer Dienste.

Noch mag ich gerne an diese Aussage glauben...

Derzeit ist WhatsApp aber nicht unicherer als viele andere Kanäle, die wir für die Verbreitung unserer Inhalte benutzen, wie insbesondere E-Mail (unverschlüsselt, Store&Forward) und http.

Das kann ich so nicht stehen lassen, denn der Vergleich hinkt wirklich massiv.
Zum einen war und ist WhatsApp von Anfang an unsicherer als E-Mail (egal ob verschlüsselt oder nicht) und zum anderen fallen bei der WhatsApp-Nutzung noch weitere persönliche Daten (z. B. Übergabe der Adressbücher) an. Und E-Mail ist ebenfalls nicht integraler Teil des Facebook-Konzerns.

Für http haben wir einen sinnvollen Upgrade-Pfad zu einem sichereren Standard, nämlich https, und sind auch dabei, den zu beschreiten.

Das ist ja auch prima und wurde schon gelobt.

Für andere Dienste - zum Beispiel den E-Mail-Newsletter - gibt es derzeit keinen vernünftigen Upgrade-Weg.

Dafür braucht es aber doch nicht zwingend einen gesonderten Weg. Das ist nur One-Way! Das einzige was hier abgegriffen werden kann ist der streng geheime Newsletterinhalt und maximal die Sender- und Empfänger E-Mal-Adresse.

Für die Instant-Messaging-Auslieferung auf dem Smartphone denken wir darüber nach, diesen Dienst künftig auch über die eigene App anzubieten.

Besser. Bzw. ist doch eine absolut gute Idee!

Nur kann diese nicht WhatsApp komplett ersetzen.

Na doch! Denn genau darum geht es ja im Kern: Diesen fragwürdigen Dienst zu meiden und - ja, auch in gewisser Weise - zu ächten.

Wer - aus welchem Grund auch immer - nunmal WhatsApp mehr vertraut als unserer App, oder alle Nachrichten in einer App haben will, der wird weiterhin die WhatsApp-Variante nachfragen.

Und müsste sich nur ein wenig umgewöhnen und eure App installieren, wenn er die Benachrichtigung haben möchte. Jeder Nutzer, der möglicherweise wegen solcher Services auf WhatsApp verbleibt oder sich gar noch deswegen dort anmeldet (sicher ein Extremfall) ist nun mal einer zu viel und geht dann (mit) auf eure Kappe!

Klar klingt es blöd, wenn wir auf der einen Seite warnen: "Nehmt was sichereres als WhatsApp" und auf der anderen Seite genau den Push via WhatsApp anbieten.

Es klingt nicht nur blöd, es ist schlichtweg saublöd! Es beraubt euch auf einen Schlag jeglicher Authentizität und Legitimität bei diesen Themen. Teltarif ist eine juristische Person und keine Natürliche, wie der Nutzer, der sich bei WhatsApp irgendwelche sorgen um Persönlichkeitsrechte und Datenschutz machen müsste.

Aber deswegen WhatsApp abzuschalten, ist der falsche Weg, denn dadurch wird auch die genannte wichtige Nachricht dann mit blockiert.

Zu Ende gesprochen: "Wir bei Teltarif stellen selbstverständlich die eigene Reichweite über die datenschutztechnische Unversehrtheit des Nutzers. Dies ist nur eine kleine Ausnahme von der Regel und sie soll nur für WhatsApp gelten."

Wie gesagt, wir sind dran, bessere Apps als WhatsApp für den Push anzubieten und da wird sich in den kommenden Monaten etwas tun.

Schlimm genug, dass es diese Möglichkeiten noch nicht gibt. Es ist auch schön, dass sich daran etwas ändern soll. Nur - es tut mir leid - konsequent im Hinblick auf WhatsApp ist das alles trotzdem nicht.
[1.1.1] Kai Petzke antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
05.09.2016 19:44
Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:

Zum einen war und ist WhatsApp von Anfang an unsicherer als E-Mail (egal ob verschlüsselt oder nicht)

Hier sind wir unterschiedlicher Meinung und werden es wohl auch bleiben. Ob WhatsApp anfangs, da unverschlüsselt, noch problematischer als E-Mail war, kann dahingestellt bleiben. In der aktuellen Form, vor der Datenweitergabe an Facebook, mit vom Client automatisch initiierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, war WhatsApp für den Durchschnittsuser m.E. jedenfalls deutlich sicherer als E-Mail. Man denke nur an die übliche Speicherung der unverschlüsselten E-Mails in der "Cloud", an die staatlichen Abhörschnittstellen, an klassisches unverschlüsseltes SMTP und vieles mehr.

Klar kann man mit E2E-Verschlüsselung die Sicherheit der E-Mail deutlich steigern - aber das wird nur von einem kleinen Prozentsatz, wenn nicht gar nur Promillesatz, der User überhaupt verwendet.
[1.2] wtroester antwortet auf Kai Petzke
07.09.2016 08:16
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Wir machen uns laufend Gedanken über die Sicherheit unserer Dienste. Derzeit ist WhatsApp aber nicht unicherer als viele andere Kanäle, die wir für die Verbreitung unserer Inhalte benutzen, wie insbesondere E-Mail (unverschlüsselt, Store&Forward) und http. Für http haben wir einen sinnvollen Upgrade-Pfad zu einem sichereren Standard, nämlich https, und sind auch dabei, den zu beschreiten. Für andere Dienste - zum Beispiel den E-Mail-Newsletter - gibt es derzeit keinen vernünftigen Upgrade-Weg.

Verschlüsselte E-Mail funktioniert seit 20 Jahren. Selbst Facebook liefert Nachrichten an das E-Mail-Konto des Anwenders verschlüsselt aus, wenn es der Anwender wünscht.
[2] Kuch antwortet auf Leiter Kundenverarsche³
05.09.2016 16:32
Hallo,

Benutzer Leiter Kundenverarsche³ schrieb:
Zu guter Letzt - und ich werde auch nicht müde das zu betonen - sollte sich die Teltarif-Redaktion nun doch endlich noch einmal in eigener Sache, Gedanken über den eigenen WA-Service (http://www.teltarif.de/whatsapp-teltarif... ml) machen.

einen Zwischenschritt zu den neuen Ideen, die Kai angedeutet hat, gibt es bei uns schon - das ist hier beschrieben:

http://www.teltarif.de/service/whatsapp-...

Alternative: WhatsApp-Infos per Insta-App: Wer seine Handynummer für die Anmeldung bei unserem WhatsApp-Push-Service nicht angeben möchte, kann unsere News auch per Push-App erhalten. Dazu können sich die Nutzer die kostenfreie App Insta auf ihr Smartphone mit Android oder iOS herunterladen und darüber den Push-Service von uns gebührenfrei abonnieren.

Auf der Seite sind die Insta-Apps auch verlinkt.

Alexander Kuch