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Saspel schreibt am 10.02.2019 19:29
Ein Trugschluss, dem viele erliegen. Der Unternehemszweck der aktienotierten Unternehmen ist es nicht Deutschland ein gutes Mobilfunknetz bereitzustellen, sondern den Gewinn der Aktionäre zu mehren. Gegen diesen Zweck dürfen die Unternehmen schon rein rechtlich nicht verstoßen. Das einzige Druckmittel sind regulatorische Vorschriften oder die Drohung ein staatliches Netz zu errichten, in dem dann die Anbieter Kapazitäten buchen müssen. Vorteil wäre ein harter Preiswettbewerb, Nachteil wären fehlende Innovation und vermutlich teurer Netzaufbau, weil staatlich durchgeführt...
[1] wolfbln antwortet auf Saspel
10.02.2019 20:23

einmal geändert am 10.02.2019 20:36
Benutzer Saspel schrieb:
Ein Trugschluss, dem viele erliegen. Der Unternehemszweck der aktienotierten Unternehmen ist es nicht Deutschland ein gutes Mobilfunknetz bereitzustellen, sondern den Gewinn der Aktionäre zu mehren. Gegen diesen Zweck dürfen die Unternehmen schon rein rechtlich nicht verstoßen. Das einzige Druckmittel sind regulatorische Vorschriften oder die Drohung ein staatliches Netz zu errichten, in dem dann die Anbieter Kapazitäten buchen müssen. Vorteil wäre ein harter Preiswettbewerb, Nachteil wären fehlende Innovation und vermutlich teurer Netzaufbau, weil staatlich durchgeführt...

Du hast zwar recht, aber leider geht der Wettbewerb bei uns mehr um die Lizenzen als um vernünftige Preise. Der Skandal ist ja nicht nur das schlechte Netz, dies aber auch noch zu überhöhten Preisen im europ. Vergleich.

Warum aber wieder die Angst vor einer Auktion, die durch die Decke geht. Zunächst gibt es Ausbauziele und andere Unwägbarkeiten gegen die die Beteiligten gerade klagen. Es ist nicht zu erwarten, dass völlig überhöhte Summen entstehen. Und wenn doch?

Was machts? Wir fordern in Deutschland eine Netzqualität ein, die sich die Akteure nicht im Stande sehen, ökonomisch rentabel zu realisieren. Wenn das 100-Seelen-Dorf heute nicht angeschlossen ist, warum sollte es dies dann bei niedrigeren Lizenzgebühren. Die 100 Einwohner werden dadurch nicht mehr telefonieren oder surfen wollen, wenn sie es denn könnten, nur weil die Lizenzrechte günstiger waren.

Die eigentliche Entscheidung ist eine politische. Im Jahr 2000 hat man die Milliarden in Haushaltslöcher gesteckt. Das darf nicht mehr passieren! Sie wurden dem Mobilfunk entzogen und sind bis heute spürbar. Wenn die Funklöcher aber nicht ökonomisch durch die Betreiber abgedeckt werden können und dies auch nicht durch Zwänge funktioniert, muss man selbst Geld (also auch Steuergeld) in die Hand nehmen. Diese Mittel aus der Versteigerung wären dafür durchaus geeignet.

Manche haben nun das Problem, dass dann mit Steuergeldern private Konzerne subventioniert werden. Aber sonst ist die Abdeckung im 100-Seelen-Dorf nicht zu gewährleisten. Welche Art der Finanzierung der weißen Flecken man auch wählt, eine "flächenhafte Abdeckung", die von Wirtschaft und Bevölkerung gefordert wird, ist nur darüber erreichbar.

Darum lasst dem Staat ruhig die Milliarden einnehmen, wenn er sie dann den Akteuren (in welcher Form auch immer) zurückgibt, um eben dort abzudecken, wo sie das von sich aus nicht machen würden. Ein Staatsnetz halte ich für unsinnig, das können die Telkos besser, wenn sie wollten. Allenfalls über eine Infrastrukturgesellschaft den Aufbau von defizitären Standorten wie in dem 100-Einwohner-Dorf. Das kostet aber Geld. Wie das zu bewerkstelligen ist, damit es eben nicht als Gewinn bei den AGs abgeführt wird, sondern in unrentable Bereiche gesteckt wird, ist eine der Aufgaben der Zukunft und erfordert viel Regelwerk, Überwachung und auch .... Geld. Darum lasst den Staat ruhig was einnehmen. Wichtig ist, dass er es richtig wieder ausgibt.
[2] Kai Petzke antwortet auf Saspel
10.02.2019 21:56
Benutzer Saspel schrieb:
Ein Trugschluss, dem viele erliegen. Der Unternehemszweck der aktienotierten Unternehmen ist es nicht Deutschland ein gutes Mobilfunknetz bereitzustellen, sondern den Gewinn der Aktionäre zu mehren.

Wenn die Unternehmen Milliarden für Lizenzen aufwenden, mehren sie damit den Gewinn der Aktionäre nicht. Und wenn sie ein so schlechtes Netz bauen, dass es kein Kunde haben will, auch nicht. Von daher haben die Netzbetreiber sehr wohl ein Interesse am Netzausbau. Das Problem ist eher, dass die Kunden zu gutmütig sind.

oder die Drohung ein staatliches Netz zu errichten, in dem dann die Anbieter Kapazitäten buchen müssen.

Wie gut staatliiche Infrastruktur funktioniert, kann ja jeder am Beispiel der Bundesbahn sehen. Wenige Vorzeigestrecken (zum Beispiel aktuell neu Halle/Leipzig - Erffurt - Nürnberg) müssen darüber hinwegtrösten, dass der Rest des Netzes immer schlechter wird.

Nachteil wären fehlende Innovation und vermutlich teurer Netzaufbau, weil staatlich durchgeführt...

Sie schreiben es selber.