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IMHO schreibt am 21.02.2019 16:33
einmal geändert am 21.02.2019 16:38
mit welch' unterschiedlichem Maß Telefonica da mißt. Als der vierte deutsche Mobilfunktreiber, damals als E2 bzw. VIAG Interkom in den Markt wollte, bediente man sich zuerst des Auslandsroamings via Swisscom und in den ersten Tagen konnten VIAG-Kunden in allen drei etablierten Netzen (D1, D2 und E+) telefonieren.
Als dieser technisch-kaufmännische Trick nicht mehr funktionierte, ließ man den Staat (in der Doppelrolle als dt.Telekom-Besitzer und als Wettbewerbsgestalter) dafür sorgen, dass es National-Roaming via D1 (oder hieß es dann schon T-Mobile) gibt. Schließlich braucht eine neuer Marktteilnehmer ganz objektiv Starthilfe.
Von alledem wollen die drei übriggeblieben PLMNs (DT, VF, TEF) jetzt nichts mehr wissen, insbesondere für TEF stellt dies einen sehr eigenfürsorglichen Standpunkt dar.
Tatsächlich ist es eine Frage der Marktgestaltung. E+ ist mit seiner Mobilfunk-only-Stratwgie gescheitert und aufgekauft worden. Das was jetzt ansteht ist aber eine Versteigerung von Frequenzen, die sich mittels "fixed wireless" auch als Ersatz für die DSL-TAL eignen. Es geht also mit Nichten um eine sinnlose Reanimation des Geschäftsmodells von E+. Und hierbei ist der Gesetzgeber (und die von ihm beauftragte BNetzA) als Gestaltungskraft gefragt und nicht die Rechtsprechung.
Wenn es bei den DSL-Hybridanschlüssen ein echtes Wettbewerbsmodell gäbe, könnte man so wie die großen drei Mobilfunker argumentieren. Es geht aber um viel mehr, auch darum ob wir einem DSL-Reseller erlauben fixed-wireless-Anschlüsse anzubieten.
Umgekehrt erst die E+O2-Fusion zu erlauben unter der Auflage, dass Drillisch die nächsten paar Jahre O2-Kapazitäten vermarktet, ohne eine Perspektive auf langfristige Absicherung des eigenen Geschäftsmodells ist irgendwie hinterfotzig. Genauso wie die drei etablierten Netzbetreiber um ihre Gewinnmargen zittern, darf man auch fragen, was langfristig aus Drillisch werden soll.
[1] Tom2122 antwortet auf IMHO
21.02.2019 17:26
Benutzer IMHO schrieb:
mit welch' unterschiedlichem Maß Telefonica da mißt.
Ich denke es ist ein Unterschied, ob ein Netzbetreiber eine freiwillige Vereinbarung mit einen anderen Anbieter abschließt, oder ob man gesetzlich dazu gezwungen wird seine Stationen allen Interessenten zu öffnen.
[2] batrabbit antwortet auf IMHO
22.02.2019 07:49
Benutzer IMHO schrieb:

Ich bin ja eigentlich bei dir, und ich kürze jetzt auch großzügig,
aber:

Als dieser technisch-kaufmännische Trick nicht mehr funktionierte, ließ man den Staat (in der Doppelrolle als dt.Telekom-Besitzer und als Wettbewerbsgestalter) dafür sorgen, dass es National-Roaming via D1 (oder hieß es dann schon T-Mobile) gibt.

Ich meine, VIAG Telekom und die Deutsche Telekom hätten das eigenständig ausgemacht. Ohne staatliche Vorgabe.

Schließlich braucht eine neuer Marktteilnehmer ganz objektiv Starthilfe.

Nun ja... :-)

Zumal United Internet auch kein neuer Marktteilnehmer ist, nicht mal im Mobilfunk; klar, Netzbetreiber sind sie nur in Teilen und meistens Reseller.

Tatsächlich ist es eine Frage der Marktgestaltung. E+ ist mit seiner Mobilfunk-only-Stratwgie gescheitert und aufgekauft worden.

Eplus bzw. KPN hatte auch Internet-by-Call im Angebot, aber an das "echte" Festnetz haben sie sich wohl nicht getraut.

Das was jetzt ansteht ist aber eine Versteigerung von Frequenzen, die sich mittels "fixed wireless" auch als Ersatz für die DSL-TAL eignen. Es geht also mit Nichten um eine sinnlose Reanimation des Geschäftsmodells von E+.

"Fixed Wireless" ist ja jetzt nichts Neues. Ein paar Anbieter haben das regional gemacht, ich denke auf 2,6 GHz (auch bekannt als WLL (WIreless Local Loop)). Ein Kumpel hatte das mal.
Wann wurden die Frequenzen vergeben, 2002 oder so?

Macht das noch irgendein Anbieter?

Und hierbei ist der Gesetzgeber (und die von ihm beauftragte BNetzA) als Gestaltungskraft gefragt und nicht die Rechtsprechung.

Da stimme ich dir vollumfänglich zu! :-)

Wenn es bei den DSL-Hybridanschlüssen ein echtes Wettbewerbsmodell gäbe, könnte man so wie die großen drei Mobilfunker argumentieren. Es geht aber um viel mehr, auch darum ob wir einem DSL-Reseller erlauben fixed-wireless-Anschlüsse anzubieten.

Also wenn ich vom meinem Telekom-Hybrid-Anschluss einen TraceRoute mache, geht der immer über die ein gesonderes Hybrid-VPN; und das sollen Vodafone oder o2 nicht machen können?! Die nehmen doch den Traffic vorher ab bei VDSL; und Vodafone im Kabel könnte sowieso.

Umgekehrt erst die E+O2-Fusion zu erlauben unter der Auflage, dass Drillisch die nächsten paar Jahre O2-Kapazitäten vermarktet, ohne eine Perspektive auf langfristige Absicherung des eigenen Geschäftsmodells ist irgendwie hinterfotzig.

Ich meine, es gab eine Vereinbarung, über einen Zeitraum bestimmte Kapazitäten abzunehmen. Und das hat dem Kartellamt oder der EU-Fusions-Kontroll-Behörde (also der EU-Kommission) wohl ausgereicht.

Genauso wie die drei etablierten Netzbetreiber um ihre Gewinnmargen zittern, darf man auch fragen, was langfristig aus Drillisch werden soll.

Zittern gehört wohl zum Geschäft. $)