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Radio hat ein selbstverursachtes Problem


machtdochnichts schreibt am 09.07.2019 12:12
3x geändert, zuletzt am 09.07.2019 13:03
Vorneweg: Ich halte DAB+ für die einzig mögliche "Zukunft" des Radios

____________________

Allerdings, was verstehen heute die meisten unter Radio?
Dudelfunk!

Die meisten wollen einfach nur Musik hören, am besten die neuesten Hits, die morgen niemand mehr kennt, oder eben Oldies. Manche auch Spartenmusik, je nach gewünschter Stilrichtung.

Dafür sind Streamingdienste und auch LAN/WLAN/3G/4G/5G bestens geeignet.
Der "Normalhörer" will keine Informationen, keine Reportagen, keine Hintergrundrecherchen, keine "Quasselei".
Bestenfalls noch Kurznachrichten (max. 1 oder 2 Minuten), Wetter und Fußball.
Ende Gelände. Der Rest -> "Die besten Hits!"

Punkt. Aus!

Das es so ist, haben sich aber die Radioleute selber zuzuschreiben. Seit Jahrzehnten werden die Sendungen immer flacher, die Sender immer einheitlicher.

Ausnahmen natürlich noch zum Beispiel Deutschlandradio/Deutschlandfunk.
Die Wortbeiträge sind (meist) sehr gut, allerdings bis vor einigen Monaten sehr "regierungsnah", was sich aber etwas gebessert hat.
Oft hatte ich den Eindruck, die "meinungsbildenden/meinungsvorgebenden" Beiträge stammen direkt vom "Zentralkomitee der KED" (Kapitalistischen Einheitspartei Deutschlands).
Es ist aber schon etwas besser geworden.

Aber leider wird Wortradio (wie DR/DF) fast ausschließlich mit klassischer Musik oder als Gegensatz moderner Musik-Kunst "aufgelockert".

Man muß sich also entscheiden.
Entweder gute Wortbeiträge+klassische Musik, oder
keine Wortbeiträge (maximal Fußball, Wetter, Kurznachrichten) + Dudelmusik.

Dem Radio geht es wie der schreibenden Presse.
Auch diese hat sich über Jahrzehnte durch Einheitsbrei abgeschafft. Egal, welche Zeitung man kaufte, es stand überall das gleiche drin. Oft war sogar der Wortlaut identisch.

Was gestiegen ist, ist der Preis. Entweder für das Zeitschriften/Zeitungs-Abo oder der GEZ-/Rundfunk-Beitrag.

Radio und Presse haben sich beide abgeschafft.

_____________________

Schluß:

So wie für Informationen/Recherche das WWW heute völlig ausreicht, ist für reinen Musikkonsum auch das Internet (DSL/3,4,5G) bestens geeignet.

Man kann sich über verschiedene Standpunkte informieren und durch eigenen Überlegungen selber eine Meinung bilden und man kann seinen Musikgeschmack befriedigen.



Ob das gut oder schlecht ist, muß jeder für sich selber entscheiden.
Ich möchte auf gutes Radio nicht verzichten, von gedruckter Presse habe ich mich aber schon vor Jahren verabschiedet.

Früher hatte ich 2 Tageszeitungen, eine Wochenzeitung und drei "Sparten"-Magazine im Abo.

Für "Radio" nutze ich fast nur noch Podcasts und eben Internetradio.
Da teilen sich die Kosten für die Sender auf viele Einzelne auf.
Zum Beispiel meine meistgehörten 10 Podcasts und 3 Internetradios = 13 "Sender".
So teuer dürfte das für die einzelnen nicht werden.
Es hört ja nicht jeder "meine" Stationen!

Es hören ja nicht mehr wie früher Millionen Menschen einen Sender, sondern einige viele Hundert verschiedene "Sender".

Und für mich?
Ob ich nun eine (1) mit Werbevideos verseuchte Internetseite anschaue oder 5 Folgen Podcast höre, dürfte gleich sein.
Oder anders herum: Für den Datenverbrauch bei 1 Stunde surfen, kann ich 1 Woche Podcast und Internetradio hören.

Und man hört ja auch nicht jede "Sendung", jedes Musikstück mobil. Sehr oft ist DSL/WLAN vorhanden!
[1] x-user antwortet auf machtdochnichts
09.07.2019 15:21

einmal geändert am 09.07.2019 16:02
Benutzer machtdochnichts schrieb:

Die meisten wollen einfach nur Musik hören, am besten die neuesten Hits, die morgen niemand mehr kennt, oder eben Oldies. Manche auch Spartenmusik, je nach gewünschter Stilrichtung.

Der "Normalhörer" will keine Informationen, keine Reportagen, keine Hintergrundrecherchen, keine "Quasselei". Bestenfalls noch Kurznachrichten (max. 1 oder 2 Minuten), Wetter (...)

Gut erkannt, ist auch meine Meinung soweit, nur auf das Hauptproblem bist du nicht eingegangen: die brutale Nerverei mit Werbung überall...

Das es so ist, haben sich aber die Radioleute selber zuzuschreiben. Seit Jahrzehnten werden die Sendungen immer flacher, die Sender immer einheitlicher.

... leider wird Wortradio (wie DR/DF) fast ausschließlich mit klassischer Musik oder als Gegensatz moderner Musik-Kunst "aufgelockert".

Dem Radio geht es wie der schreibenden Presse. Auch diese hat sich über Jahrzehnte durch Einheitsbrei abgeschafft. Egal, welche Zeitung man kaufte, es stand überall das gleiche drin. Oft war sogar der Wortlaut identisch.

Was gestiegen ist, ist der Preis. Entweder für das Zeitschriften/Zeitungs-Abo oder der GEZ-/Rundfunk-Beitrag.

Radio und Presse haben sich beide abgeschafft.

Das stimmt (leider) auch alles, bzw. es ist zu erwarten. Die Tagespresse wird als erstes obsolet werden, gute Magazine wird es noch länger geben. Radio über Antenne wird sich nur weiterentwickeln wenn es endlich auch "Freie Radios" gibt, regional und überregional, denn die Öffis kriegen es ja nicht gebacken auch alle Sparten zu bedienen. Die Privaten auch nicht, denen ist Umsatz mit Dudelfunk+Werbung wichtiger.

Ich möchte auf gutes Radio nicht verzichten, von gedruckter Presse habe ich mich aber schon vor Jahren verabschiedet.

In der Schweiz hat man das längst erkannt. Es gibt weitaus bessere Radioprogramme, auch Sparten, gute ÖR-Sender, auch werbefreie. Und seit Jahren schon liegen an Bus+Bahn kostenlose Blättchen aus, für alle die sich für den täglich gedruckten Klatsch&Tratsch interessieren, inkl. Kultur, Sport, viele schlüpfrige Themen, für jeden etwas ;)

[1.1] machtdochnichts antwortet auf x-user
09.07.2019 16:13
Benutzer x-user schrieb:

....nur auf das Hauptproblem bist du nicht eingegangen: die brutale Nerverei mit Werbung überall...

Werbung? Was ist das?

;-)))))))

Natürlich hast du recht. Das habe ich wirklich vergessen.
Das liegt aber daran, dass ich schon lange keine mehr gehört/gesehen habe. ;-)

Meine Podcasts und Audiotheken haben keine.
DR/DF ja auch nicht.
"Mein Radio" ist selbstgemacht und besteht eben aus Beiträgen der öffentlich rechtlichen Audiotheken, Audiocasts und Wortsendern. Musik kommt meist aus meiner eigenen Sammlung. Zuhause vom Server ("eigene Cloud") und im Auto vom USB-Stick.

Fernsehen genau so. Mediatheken halt und Videocasts, dazu Tagesschau 24.

Zeitungen habe ich nicht mehr und für die Werbeblätter steht die Blaue Tonne direkt neben dem Briefkasten.

Für den Browser habe ich (Sorry Teltarif!) gut funktionierende Werbeblocker.

Also mit Werbung habe ich keine Probleme (mehr).

Aber du hast absolut recht.

gute Magazine wird es noch länger geben.

Hm.
Ich hatte mal 2 Aquaristikmagazine. Zum Schluß 60% nur Werbung. Tschüß!
2 Computermagazine, die aber fast nur Windows und Werbung enthielten, dazu regelmäßig die 100 besten und geheimsten Tricks die niemand kennt.........und niemand braucht.

...Freie Radios.... gibt,regional und überregional...

100% Zustimmung!
Vor allem regional!
Und unparteilich/überparteilich!!!!! Das vor allem!

Privaten....., denen ist Umsatz mit Dudelfunk+Werbung wichtiger.

Logisch, bei den Privaten ist ja auch der Werbetreibende der Kunde und der Hörer die Ware!

In der Schweiz hat man das längst erkannt. Es gibt weitaus bessere Radioprogramme, auch Sparten, gute ÖR-Sender, auch werbefreie, usw.

Stimmt. Ich habe mal versucht Schweizer Radio zu hören, bin aber wegen der Sprache nicht warm geworden. Manches war Hochdeutsch, aber das "Schwiizertüütsch" halte ich nicht lange durch und verstehe es auch oft nicht.

Achtung!!!!
Das soll keine Abwertung gegen die Schweizer sein!!!!!!
Ich verstehe es halt nicht gut! Und es tut meinen Ohren weh.

Schau'n wir mal, wie es mit Radio weitergeht.
Allerdings befürchte ich, dass man sich mehr mit der Verbreitung (DAB/Analog/Mobilfunk...) beschäftigt, als über das eigene Programm nachzudenken.
Wenn das so bleibt, ist Radio am Ende! Der Übertragungsweg ist dann egal.
Es wird bald nur noch reines Musikstreaming geben.

Das ist aber nur meine persönliche Meinung, jeder kann eine andere haben.
Ich vermisse das "frühere" Radio heute schon.
[1.1.1] Max Baumann antwortet auf machtdochnichts
09.07.2019 17:57
Benutzer machtdochnichts schrieb:
Ich vermisse das "frühere" Radio heute schon.

Ja es gab schon gute Sender.
Zum Beispiel RIAS 2, blutet mir heute noch das Herz wenn ich zurück denke.