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Hat der Autor Lack gesoffen?


franskeijer schreibt am 20.08.2019 21:18
'Renom­mierte Unter­nehmen wie MasterCard kann man in Zukunft nur raten, auf die teil­weise nur noch nervigen Punkte-Gutschrift-Aktionen zu verzichten, da sie nur "schräge Gestalten anzieht" und den ehrli­chen Kunden mehr Ärger als Nutzen bringt.'

Was ist das denn für eine schräge Aussage..?!
[1] hrgajek antwortet auf franskeijer
21.08.2019 18:06
Hallo,

Benutzer franskeijer schrieb:
'Renom­mierte Unter­nehmen wie MasterCard kann man in Zukunft nur raten, auf die teil­weise nur noch nervigen Punkte-Gutschrift-Aktionen zu verzichten, da sie nur "schräge Gestalten anzieht" und den ehrli­chen Kunden mehr Ärger als Nutzen bringt.'

Was ist das denn für eine schräge Aussage..?!

Das erkläre ich Dir gerne:

Überall wo es vermeintliche Schnäppchen gibt, tauchen Zeitgenossen auf, die das maximal ausnutzen (wollen), ob VIAG/o2 Easy-Money ("Aufloopen") oder "all you can eat" oder irgendwelche Rabattcodes, die man mühsam "umtauschen" muss und die auf einmal nix mehr Wert sind.

Du kennst sicher die "Krokofarm" im Netz. Dort finden sich viele davon.

Nichts gegen Rabatte oder Belohnungen, aber mit Maß und Ziel. Am Ende zahlt irgendeiner die Rechnung.

Just my 0,02 Euro :-)


[1.1] wolfbln antwortet auf hrgajek
22.08.2019 08:36

5x geändert, zuletzt am 22.08.2019 09:14
Benutzer hrgajek schrieb:
Hallo,

Benutzer franskeijer schrieb:
'Renom­mierte Unter­nehmen wie MasterCard kann man in Zukunft nur raten, auf die teil­weise nur noch nervigen Punkte-Gutschrift-Aktionen zu verzichten, da sie nur "schräge Gestalten anzieht" und den ehrli­chen Kunden mehr Ärger als Nutzen bringt.'

Was ist das denn für eine schräge Aussage..?!

Das erkläre ich Dir gerne:

Überall wo es vermeintliche Schnäppchen gibt, tauchen Zeitgenossen auf, die das maximal ausnutzen (wollen), ob VIAG/o2 Easy-Money ("Aufloopen") oder "all you can eat" oder irgendwelche Rabattcodes, die man mühsam "umtauschen" muss und die auf einmal nix mehr Wert sind.

Du kennst sicher die "Krokofarm" im Netz. Dort finden sich viele davon.

Nichts gegen Rabatte oder Belohnungen, aber mit Maß und Ziel.
Am Ende zahlt irgendeiner die Rechnung.

Just my 0,02 Euro :-)


Henning, mit dieser Kritik manöverierst du dich aber völlig ins Abseits. Was Kroko-Farm und andere Optimierer immer machen, ist völlig legal und eine konsequente Anwendung des "Geiz ist geil"-Systems. Darauf beruht aber unsere Wirtschaftsordnung. Es ist total rational, das Maximale aus einem Produkt herauszuholen oder das Produkt für den minimalsten Preis einzukaufen. Auch ihr bei Teltarif macht diese Woche sicher wieder einen "Schnäppchencheck".

Wer das kritisiert, kritisiert im Endeffekt die Grundprinzipien unserer Wirtschaftsordnung. Auch die Ausbeutung der Arbeitskraft oder der natürlichen Ressourcen geht auf dieses Konto. Das kann man durchaus machen und ist in meinen Augen legitim und nicht falsch. Man sollte dann aber immer dazu sagen, wie es etwa besser gehen soll. So lange aber hier nicht bessere Handlungsprinzipien gefunden werden, ist derjenige aber idR der Verlierer, der sich nicht innnerhalb der bestehenden Rationalen verhält.

Sicher zahlt immer jemand dafür irgendwann die Zeche. So lange die Vorteile der anderen vor allen aber diejenigen bezahlen, die nicht diese Vorteile geniesen, macht es für den Einzelnen schon Sinn, sich dafür zu interessieren, wie man (legal) an genau diese Vorteile kommt.

Man kann aus dem MC Priceless Leck jedoch schon einige Konsequenzen ziehen, aber auf anderen Ebenen:

Zunächst: Leute, passt besser auf eure Daten auf! Sie sind eure digitale Währung. Damit meine ich nicht nur, diejenigen, die sie bekommen, sondern auch die, die sie so bereitwillig abgeben. Man muss vielleicht nicht überall angemeldet sein, wo Datenkraken Adressen irgendwohin weiterverkaufen. Nur manche dieser Kraken wie etwa Google lassen sich heute nur noch mit großen Mehraufwand entgehen.

Der Fehler liegt auch noch wo anders begraben: Als American Express Payback kaufte, war die Branche im Aufruhr und Mastercard wollte etwas ähnliches. Ein Kundenbindungsprogramm, in dem man Adressen und Vorlieben an Werbetreibende weiterverkaufen kann. Das ist ja im Endeffekt das Geschäftsmodell dieser Bonusprogramme. Mastercard hat sein Priceless Programm aber ausgesourced an Agenturen. Bei einer davon wurden die Daten jetzt wohl abgegriffen.

Ich habe mir mal meine Datenlecks der letzten Jahre angeschaut. Bis auf Neteller (die danach die Karten getauscht haben) waren nie Banken oder Kreditkartenfirmen betroffen, sondern immer Firmen, die mit dem Kerngeschäft der Sicherheit nichts zu tun haben, sondern Verbindungen zwischen mir als Kunden und einem Produkt oder Dienstleistung herstellen wollen. Hier scheint man es mit der Sicherhheit nicht so ernst zu nehmen. Banken ist klar, dass sie "Unsicherheiten" idR teuer bezahlen; den Agenturen wohl (noch) nicht.

Besser also als die generelle "Geiz ist geil"-Mentalität zu hinterfragen - denn dazu gibt es bisher kaum vernünftige Alternativen - wäre es also die Konstruktion und die Pflichten dieser "Datenbanken" neu zu regeln und nicht zuletzt uns selbst zu fragen, ob jeder auch ziemlich alles von uns wissen muss. Oder anders: Man sollte sich schon genau überlegen, wer von uns welche Daten bekommt und ob dabei wirklich die Vorteile die Risiken überwiegen. Den Risken werden wir uns jedenfalls immer mehr bewusst - hoffentlich ... aber das nächste Leck kommt bestimmt.