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wieder ein hohler DAB+ - Propagandaartikel


wolfbln schreibt am 07.09.2019 18:41
6x geändert, zuletzt am 07.09.2019 19:13
Die Media Analyse IP Audio II stammt vom Juli 2019.
Die Media Analyse IP Audio III stammt vom September 2019. Welche ist nun gemeint? Ich nehme mal an, die letztere.

In der Tat haben in der neuen Studie vom September im q2/19 die Audio Streams der Sender über Internet, entweder einzeln oder in Bouquets vielfach an Hörer verloren. Dagegen haben Spotify und Co. Hörer gewonnen.

Zu DAB+ sagt die neue IP Studie kein Wort. Mir ist also schleierhaft, wie der Autor dann Aussagen dazu hineininterpretieren kann. Bei DAB+ liegt eine erste Studie (ma Audio II) seit ein paar Monaten vor, die aber keinen Zeithorizont hat, da keine Folge- oder vorhergehende Studie bisher für DAB+ vorliegt.

Nun stellt die neue IP-Studie vom September fest, dass der Gebrauch von Spotify stark zunehmend ist. Fragt sich, warum die nur Spotify, laut.fm und radionomy messen und nicht Deezer, Amazon Music, Apple Music, Tidal und andere auch messen? Wo ist da der Unterschied? Das müssen aber die Macher der Studie beantworten.

Wie kommt der Autor des Artikels aber zu folgenden haarsträubenden Satz?
"Gleichzeitig verlagert sich die digitale Radionutzung offensichtlich vom Web auf DAB+. "
Das ist mit Verlaub völlig an den Haaren herbeigezogen, überhaupt nicht offensichtich und schon gar nicht aus den Studien zu lesen. Die erste hat eine mögliche Verlagerung von UKW auf DAB+ angedeutet, auch wenn der Zeithorizont felht. Aber die neue sagt ja gar nichts zu DAB+ aus. Wie soll denn da eine Verlagerung zu konstatieren sein? Wo ist der Beweis, dass die abgewanderten Hörer vom Webstream schließlich bei DAB+ gelandet sind? Zumal ein anderer Verbreitungsweg auch gewinnt, der viel näher an Webstreams liegt? Wenn ich ihm auch zustimme, dass die stärkere Verbreitung von DAB+ auch zu höheren DAB+-Hörerzahlen führen wird, die von UKW abwandern, finden Audio Streaming Apps auch immer mehr Verbreitung.

Der Autor macht auch einen gravierenden Denkfehler, wenn er dazu schreibt:
"Über Internet wird also weniger Live-Radio gehört, statt dessen mehr Musik gestreamt oder alternative Audioformen wie Podcast genutzt." Viele dieser Audiostreaming-Apps bieten auch die Rundfunkstationen im linearen Stream an. Davon hat er wohl noch nie gehört. Man kann zwar vermuten, dass nicht-lineare Inhalte ansteigen, aber es können auch durch Spotify und Co. lineare Radio-Inhalte gestreamt werden.

Man könnte jetzt aus der Studie eher eine Verlagerung von den Webstreams des Anbieters selbst zu linearen Stream bei Spotify, TuneIn Radio und anderen vermuten als zu DAB+ zumal sie technisch viel näher liegen. Je weiter diese Apps verbreitet werden und es auch günstigere Downloadmöglichkeiten für unterwegs gibt, desto mehr werden sie auch gehört werden.

Offenbar bevorzugen mehr Nutzer eine reiche Auswahl in einer App von linearen oder nicht-linearen Inhalten gegenüber dem "Haussender" im Stream auf der Website, wo nur ein paar Podcasts als Add-ons angeboten werden.

Weitere Interpretationen zu DAB+ oder UKW halte ich für unzulässig, denn sie kommen in der neuen Studie ja gar nicht vor.
[1] mirdochegal antwortet auf wolfbln
08.09.2019 00:22
Benutzer wolfbln schrieb:

Weitere Interpretationen zu DAB+ oder UKW halte ich für unzulässig, denn sie kommen in der neuen Studie ja gar nicht vor.

Vielleicht soll der Artikel gar nicht einzig eine Zusammenfassung dieser einen Studie sein, sondern erlaubt sich auch darüber hinaus eine ungefähre Beschreibung der aktuellen Lage zu sein.
[1.1] wolfbln antwortet auf mirdochegal
08.09.2019 12:00

einmal geändert am 08.09.2019 12:04
Benutzer mirdochegal schrieb:
Benutzer wolfbln schrieb:

Weitere Interpretationen zu DAB+ oder UKW halte ich für unzulässig, denn sie kommen in der neuen Studie ja gar nicht vor.

Vielleicht soll der Artikel gar nicht einzig eine Zusammenfassung dieser einen Studie sein, sondern erlaubt sich auch darüber hinaus eine ungefähre Beschreibung der aktuellen Lage zu sein.

Nun ja, er bezieht sich aber auf diese Studie genau und weckt den empirischen Anschein, dass es eine Wanderbewegung vom Internet-Stream zu DAB+ gebe.

Die aktuelle Lage ist doch sehr unübersichtlich:
Es ist eine Binsenwahrheit, dass mit dem weiteren Ausbau von DAB+ auch die Anteile steigen. Dies geht aber zu Lasten von UKW und weniger von Internetstreams. Die letzte Studie gab das noch nicht her, weil ihr noch der Zeithorizont fehlt. Aber ich bin gerne bereit das zu glauben.

Was ich jedoch nicht abkaufe, ist, dass jetzt massenhaft Hörer vom Internetstream des Senders zu DAB+ wechseln, wie der Autor suggeriert. Die IP-Landschaft verändert sich massiv. Es gibt nicht nur die Sites der Sender bzw. ihrer Bouquets, sondern auch die Streaming Apps von denen nur einige erfasst werden. Was ist z.B. mit dem Streaming über Alexa, Siri, Google und alle anderen Smart Home-Teile, die auch streamen können? Werden die auch nicht erfasst?

Ich sehe schon auch Veränderungen, manche zugunsten von DAB+. Aber die Hörer kommen von UKW und nicht von Webstreams. Und die Zahlen geben das auch nicht her. Sicher werden wir bei den Streams auch eine Verschiebung zu mehr nicht-linearen Inhalten haben z.B. bei Podcasts, wie das bei TV und Video auch schon der Fall ist. Aber der große Vorteil von Radio ist einfach LIVE und das Lineare kann man auch über Streams (mit etwas Delay) haben, was der Autor völlig ignoriert. Und in der Urlaubszeit im Ausland kann ich dann auch "meinen Sender" hören, was nur über Streams möglich ist, nicht über UKW oder DAB+.