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Neuer Tiefpunkt bei Teltarif


wolfbln schreibt am 08.12.2019 15:00
Der Artikel schreibt einen neuen Tiefpunkt in der journalistischen Tätigkeit bei Teltarif. Es wird in sehr populistischer Weise ein gesellschaftliches Konflikthema betrachtet.

Dabei wird nicht erklärt, sondern einfach draufgehauen. Weil dem Autor die oder die andere Sendung nicht passen wird das System in Zweifel gestellt.

Es wird aber auch nicht gesagt, was passieren soll. Wie sich die ÖR finanzieren sollen. Nur mit Werbung? Man soll dann bitte ein Modell mal zur Diskussion stellen, dass man besser findet: GB, USA???

Diese Kritik, dass einem die politische oder sonstwie Ausrichtung einer Sendung nicht passt und dann nicht inhaltlich formuliert, sondern den Moderatoren absetzen will oder die Sendung oder am besten gleich den Sender macht übrigens so genau die AfD. Das ist nicht sehr intelligent. Man setzt sich nicht inhaltlich auseinander, sondern will den Boten töten. Denn wenn keiner das mehr verkündet, gibt es in der heutigen Medienwirklichkeit das Problem nicht mehr.

Ich will dem Autoren nichts unterstellen und verstehe z.B. sehr gut sein Unbehagen an der Finanzierung, den Gehältern oder Doppelstrukturen. Aber er versäumt es genau zu erklären, wie es dazu kam. Das muss Journalismus zunächst tun, bevor Strukturen geändert werden sollen und Schlüsse gezogen werden. Oder mal konkret: er weiß sehr genau, warum ARTE und 3sat parallel bestehen, sagt es nicht, hält es für ein Problem und will einen der beiden Sender abschaffen.

Auch ich könnte mir einen anderen oder schlankeren öffentlich-rechtlichen vorstellen. Wir brauchen keine 5 Klassiksender oder 5 Sender, wo die gleichen Hits rauf und runter gedudelt werden.

Ich denke aber schon, dass weiter ein großes Interesse besteht an Inhalten, die nicht nur kommerziell (zur Gewinnmaximierung) eines Senders oder Publizierers produziert wurden und in der Bevölkerung eine gewisse Zahlungsbereitschaft dafür besteht. Dieser Bedarf ist nicht gesunken, nur die Ausspielungswege haben sich geändert und darauf wurde noch zu wenig reagiert.

Also bitte kennzeichnet in Zukunft solche reinen Meinungsartikel als Kommentar, Editorial, Geistesblitz oder Erguss eines Autors, nicht aber als Meldung, denn das ist sie nicht.
[1] Bjoern_Koenig antwortet auf wolfbln
08.12.2019 15:13

einmal geändert am 08.12.2019 15:19
Lieber wolfbln,

der Vorwurf des "Populismus" kommt immer gerne, sobald auf einem politischen Feld der Status Quo in Frage gestellt wird.

Dass der öffentliche-rechtliche Rundfunk in Deutschland im internationalen Vergleich sowohl in Umfang als auch Finanzierung überdimensioniert wird, zieht über sämtliche Parteien hinweg kaum noch jemand in Zweifel. Alle Parteien fordern Sparbemühungen des ÖR, sind aber auf der anderen Seite nicht dazu bereit, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen (zum Beispiel durch eine weitaus klarere Definition des Grundversorgungsauftrages).

Wenn selbst ein jährliches Budget von 8 Milliarden Euro! nicht ausreicht, um in einem öffentlich-rechtlichen System die Grundversorgung mit Information und Kultur sicherzustellen, dann stellt sich die Frage nach strukturellen Reformen des Systems sicherlich nicht zu Unrecht.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)

Benutzer wolfbln schrieb:
Der Artikel schreibt einen neuen Tiefpunkt in der journalistischen Tätigkeit bei Teltarif. Es wird in sehr populistischer Weise ein gesellschaftliches Konflikthema
betrachtet.
[1.1] wolfbln antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 15:27

2x geändert, zuletzt am 08.12.2019 15:37
Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Lieber wolfbln,

der Vorwurf des "Populismus" kommt immer gerne, sobald auf einem politischen Feld der Status Quo in Frage gestellt wird.

Dass der öffentliche-rechtliche Rundfunk in Deutschland im internationalen Vergleich sowohl in Umfang als auch Finanzierung überdimensioniert wird, zieht über alle Parteien hinweg kaum noch jemand in Frage. Alle Parteien fordern Sparbemühungen des ÖR, sind aber auf der anderen Seite nicht dazu bereit, die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen (zum Beispiel durch eine weitaus klarere Definition des Grundversorgungsauftrages).

Wenn selbst ein jährliches Budget von 8 Milliarden Euro! nicht ausreicht, um in einem öffentlich-rechtlichen System die Grundversorgung mit Information und Kultur sicherzustellen, dann stellt sich die Frage nach strukturellen Reformen des Systems sicherlich nicht zu Unrecht.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)

Benutzer wolfbln schrieb:
Der Artikel schreibt einen neuen Tiefpunkt in der journalistischen Tätigkeit bei Teltarif. Es wird in sehr populistischer Weise ein gesellschaftliches Konflikthema betrachtet.

Ja, ich bleibe beim Populismus. Die 8 Mrd. € sind mir auch zu viel. Aber Sie kommen mit der Summe und sagen: zu teuer. Da stimmt ihnen jeder irgendwo zu.

Sie erklären aber nicht, wie es dazu kam. Rundfunk als Länderhoheit, Parallelstrukturen im Aufbau usw. Vieles ist auch dem Gedanken geschuldet, dass dieses Land ein föderaler und kein zentralistischer Staat ist die "Kultur" wozu Rundfunk zählt Ländersache ist.

Wir wollen keinen Staatsrundfunk (obwohl mache ihn dafür halten), darum kommt staatliche Finanzierung über Steuern auch nicht in Frage. Andere Sachen wie ÖPNV usw. sind auch zu teuer. Da springt halt der Staat ein, weil wir das für wichtig halten.

Aber sie machen auch zwei Vorschläge. BBC und NOS. Auch die BBC kostet eine Lizenz von über £150 pro Jahr. Umsonst ist sie auch nicht. Das Werbeverbot in ihren Programmen finde ich aber konsequent.

Auf solchen Grundlagen lassen sich auch Alternativmodelle diskutieren. Aber nicht auf der Basis: Monitor oder der WDR ist zu links, das Traumschiff ist zu seicht und Sport können auch die Privaten und das alles ist sowieso viel zu teuer. Das ist eben rein populistisch.

Erklären sie als Journalist, wie es dazu kam, wo wir heute stehen und welche reellen Handlungsalternativen wir jetzt haben und von mir aus, wie sie vorschlagen, wie es weitergehen soll.
[1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf wolfbln
08.12.2019 15:44
Lieber wolfbln,

es ist aber nicht Ziel dieses Artikels, eine Lehrstunde über die historische Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Systems abzuhalten. Was war ist auch nicht von Interesse, sondern wie man den Ist-Zustand verändert.

Ehrlich gesagt, kann ich Ihren Einwand bezüglich der Einschaltquote nicht nachvollziehen. Sie sagen selbst, dass es auch Zuschauer gibt, die Sendungen abseits des Quotendrucks schauen möchten. Aber Sie wollen mir ja nicht ernsthaft erzählen, dass es bei Tatort, Lindenstraße, Traumschiff etc. nicht um Quote geht. Der Punkt ist doch: Gerade die Sendungen, bei denen es um kulturelle Qualität geht, werden zurückgefahren. Im Text wurde das Beispiel von hr2 genannt. Da könnten wir auch sicher über Einsparungen bei den Rundfunkorchestern etc. reden.

Was die Lösungen betrifft: Die wurden genannt. Abschaffung von Doppelstrukturen und eine klare Definition des Grundversogrungsauftrages. Im Zweifel eben die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge. Die Frage ist aber vielmehr, ob die Politik dieses heiße Eisen überhaupt anfassen will.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)




Benutzer wolfbln schrieb:

Erklären sie als Journalist, wie es dazu kam, wo wir stehen und
welche reellen Handlungsalternativen wir jetzt haben.
[1.2] VoLTEer antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 16:05
Sehr geehrter Herr König,

sie machen es sich ein wenig zu einfach, wenn sie Leute, die nicht gänzlich ihrer (doch sehr löchrigen und einseitigen) Argumentation folgen, versuchen abzuwimmeln.

Dabei sind es gerade sie, der die Fehler macht durch mangelnde Sorgfalt....merkwürdigerweise immer zu Lasten der Öffentlich-rechtlichen.

Sie schreiben von "fast 20€". Bei einem Rundfunkbeitrag von 17,50€ bin ich vor ihrem Artikel noch nie auf den Gedanken gekommen, den mit fast 20€ anzusetzen. Bis zu den 20€ sind es noch über 14% Aufschlag. Ein gewaltiger Unterschied!

Auch ihre boulevardeske Schlagzeile von "Traumschiff, Rosamunde Pilcher-Verfilmungen, Spielabende mit Kai Pflaume, Tatort und natürlich der Lindenstraße" erinnert an unreflektierten Schmierenjournalismus.
Diese Formate haben ihre Zuschauer und sind mir allemal lieber als Ekel- und Hartz4-TV, welches nur die niedersten Triebe bedient.


Und ja, ihre Argumentation zu Monitor oder ähnlichen Sendungen ist durchaus richtig. Aber wenn ich die jeweiligen Formate sehe, weiß ich das vorher und kann entscheiden, ob ich dies sehen will, oder eine andere Sendung. Denn mit Ausnahme der neuen Alternative sind alle politischen Gruppen ganz gut abgedeckt.


Ich schätze das ÖR als Konkurrenz zu den Privaten sehr.
Die Dinge werden deutlich intensiver hinterfragt als bei den Letzteren, wenn auch manchmal mit politischer Hintergrundstrahlung, welche man aber filtern kann.


Bei den Privaten kommt es dagegen doch sehr oft zu mangelnder Recherche und bewußtem Weglassen von Details, weil dies die Mehrheit der Zielgruppe überfordern könnte.


Ich kenne Teltarif jetzt ca.10 Jahre und bin immer sehr dankbar gewesen für die klare Vermittlung von Information und die seriöse Argumentation.
In der letzten Zeit kommt es allerdings tatsächlich hin und wieder zu einem Qualitätsabfall....ich hatte in einer privaten Mail Herrn Gajek vor fast einem halben Jahr schon mal darauf hingewiesen. Dieser Artikel ist so ein Fall.


Ich schließe mich Wolfbln an, und möchte ebenfalls anmahnen, solche Artikel als Meinung oder Kommentar zu kennzeichnen, und nicht als Fachartikel.


Mit freundlichen Grüßen
[1.2.1] Bjoern_Koenig antwortet auf VoLTEer
08.12.2019 16:14

einmal geändert am 08.12.2019 16:25
Lieber VoLTEer,

zunächst einmal wird hier niemand abgewimmelt. Wie Sie sehen bin ich sogar sehr bemüht, auf jeden Kommentar einzugehen und mit möglichst vielen Usern zu diskutieren (so weit sich der Kommentar im Rahmen sachlicher Kritik bewegt und meine Zeit es zulässt).

Ja, ich bin durchaus der Ansicht, dass man sich bei der aktuellen Gebühr durchaus nahe an 20 Euro bewegt. Ich bin außerdem in der Tat der Auffassung, dass man bei strukturellen Reformen sogar in der Lage wäre, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk für deutlich unter zehn Euro im Monat anzubieten.

Und drittens halte ich überhaupt nichts davon, privaten Rundfunk generell mit "Hartz IV-TV" gleichzusetzen.

Genauso halte ich im Übrigen nichts davon, despektierlich über Menschen zu sprechen, die Grundsicherung empfangen.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer VoLTEer schrieb:
Sehr geehrter Herr König,

sie machen es sich ein wenig zu einfach, wenn sie Leute, die nicht gänzlich ihrer (doch sehr löchrigen und einseitigen)
Argumentation folgen, versuchen abzuwimmeln.
[1.2.1.1] wolfbln antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 17:38

2x geändert, zuletzt am 08.12.2019 17:48
Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Lieber VoLTEer,

zunächst einmal wird hier niemand abgewimmelt. Wie Sie sehen bin ich sogar sehr bemüht, auf jeden Kommentar einzugehen und mit möglichst vielen Usern zu diskutieren (so weit sich der Kommentar im Rahmen sachlicher Kritik bewegt und meine Zeit es zulässt).


Lieber Björn.

Das ist ja durchaus lobenswert, wenn ein Journalist auch seinen Artikel gegenüber den Lesern vertritt.


Ja, ich bin durchaus der Ansicht, dass man sich bei der aktuellen Gebühr durchaus nahe an 20 Euro bewegt.

Er liegt bei 17,50€ momentan. Das sind 17,50€. Wenn man dann sagt "fast 20€" ist das nicht falsch, aber eben tendenziös genau wie "gut 15€". Sollte ein Journalist nicht sauber arbeiten und solche Tendenzen gar nicht möglich machen?

Ich bin außerdem in der Tat der Auffassung, dass man bei strukturellen Reformen sogar in der Lage wäre, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk für deutlich unter zehn Euro im Monat anzubieten.


Das ist durchaus denkbar, zumal sich der ÖR auch über Werbung finanziert. Nur die wollen sie bei hr2 nicht hören.

Sie vermengen in der Diskussion um die Rundfunkbeiträge auch geschickt 2 Fragen:
- die Höhe
- den Zwang.

Viele haben gar nichts an der Höhe auszusetzen, nur die zwanghafte Abgabe stört sie, auch wenn sie ihn gar nicht nutzen.

Sie selbst nannten das Beispiel der BBC in England als schlanke Anstalt. In GB kostet die Lizenz auch umgerechnet etwa 15,30€ im Monat bei wesentlich weniger Programmen der BBC im Hörfunk und TV. Damit verglichen sind dann 17,50€ gar nicht mal so hoch.


Und drittens halte ich überhaupt nichts davon, privaten Rundfunk generell mit "Hartz IV-TV" gleichzusetzen.

Genauso halte ich im Übrigen nichts davon, despektierlich über Menschen zu sprechen, die Grundsicherung empfangen.


Ich glaube hier verstehen sie VoLTE bewusst falsch, denn so falsch kann man seinen Einwand gar nicht interpretieren. Ich kenne ihn nicht und er hat sicher ganz andere Überzeugungen als ich.

Aber wenn sie seinen Text ehrlich durchlesen hat er sich ganz klar nicht dispektierlich über Menschen auf Grundsicherung geäußert.

Er hat Trash-TV der Privaten mit Formaten wie "Hartz4-TV" genannt, die für ihn nicht die Ansprüche an gutes TV erfüllen, sondern nur an Quote.

Das sagt etwas über Defizite bei privaten Fernsehformaten aus, die er in seinen Beitrag ausgeführt hat, aber doch nicht über die Menschen, die in diesen Sendungen auftreten oder wie andere sagen vorgeführt werden. Wie kann man das so falsch verstehen?



Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer VoLTEer schrieb:
Sehr geehrter Herr König,

sie machen es sich ein wenig zu einfach, wenn sie Leute, die nicht gänzlich ihrer (doch sehr löchrigen und einseitigen)
Argumentation folgen, versuchen abzuwimmeln.
[1.2.1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf wolfbln
08.12.2019 17:51
Lieber wolfbln,

zunächst einmal ist es für eine Diskussion sehr hilfreich, wenn immer derjenige auf einen Beitrag antwortet, der auch angesprochen wurde. Sie müssen sich nicht für das rechtfertigen, was andere User posten.

Bei einem Betrag von 15 Euro wird kaufmännisch aufgerundet, nicht abgerundet. Das ist nicht tendenziös, sondern eine Grundlage der kaufmännischen Buchführung.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)

Benutzer wolfbln schrieb:

Lieber Björn.

Das ist ja durchaus lobenswert, wenn ein Journalist auch seinen
Artikel gegenüber den Lesern vertritt.
[1.2.1.1.1.1] Diskussion um "GEZ" Gebühr
hrgajek antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 19:38
Hallo in die Runde,

vielen Mitbürgern ist die von ihnen unter dem Begriff "GEZ" bekannte Gebühr "unheimlich", weil man dazu verpflichtet ("gezwungen") ist, sie zu bezahlen.

Das System kann nur funktionieren, wenn möglichst viele (möglichst alle) ihren Beitrag leisten, sonst bricht das System sofort wie ein Kartenhaus zusammen und das kann (außer ein paar speziellen Mitmenschen, die von vergangenen Zeiten träumen) keiner wollen.

Spielen wir es mal durch:

Ein Gericht oder der Gesetzgeber stellt fest, dass die "GEZ" Gebühr ab sofort "freiwillig" ist. Jeder, der angemeldet ist, kann seine Beitragsnummer und ein Passwort dazu benutzen, um sich die Inhalte von ARD/ZDF & Co. anzuschauen oder anzuhören oder im Web zu lesen.

Wer keine Beitragsnummer und Passwort hat, sieht, hört oder liest von ARD/ZDF&Co. nix.

Damit sind dann ARD/ZDF & Co. genau so wie Netflix, DAZN, Sky, Netflix oder ähnliche Angebote.

Was wird danach passieren?

Die Kündigerquote bei ARD/ZDF & Co. wird spürbar sein. Deren Einnahmen gehen spürbar zurück. Es werden zunächst die Leute kündigen, die wenig Einkommen haben oder die zu "bildungsfernen Schichten" gehören und denen "Trash-TV" a la "Landwirt sucht Begleitung" oder "Partnertausch" völlig ausreicht.

Um den Zusammenbruch des Angebotes von ARD/ZDF&Co. zu vermeiden, werden die Preise steigen.
Daraufhin kündigen noch mehr.

ARD/ZDF&co. überlegen was zu tun ist: Die künftigen Inhalte könnten zeitgeistiger, trendiger werden, um die Nutzer bei der Stange zu halten. Sperrige, kritische, komplizierte Inhalte werden zurück gehen oder ganz verschwinden.

Oder: Der Gesetzgeber verdonnert ARD/ZDF & Co. zu bestimmten kulturellen "wichtigen" Inhalten, die dann weiterhin angeboten werden (müssen). Das Programm könnte "steifer" und "langweiliger" werden. Dadurch werden auch wieder Kunden abspringen.

Da Kultur aber wichtig ist, könnte der Staat gezwungen sein, am Ende aus Steuermitteln viel Geld zuzuschießen. Nur: Ist das dann besser / billiger?

Bestimmt nicht.

Wie kann man mehr Transparenz in das System bekommen?

Es gibt Rundfunkräte, worin gesellschaftliche Gruppen (Vereine, Kirchen etc.) vertreten sind. Wie man da rein kommt, was die beschließen, findet für die Mehrheit im Verborgenen statt oder interessiert sie nicht.

Diese steinalte Diskussion ist brandgefährlich: Wie kann man das Grundprinzip (= Rundfunk soll(te) staatsfern und kritisch sein) erhalten, wie kann man gewisse Auswüchse (Millionen für Sportlizenzen - muss das sein?) begrenzen oder vermeiden?

Da draußen sind welche, die wünschen sich, dass ARD/ZDF & Co. am liebsten sofort still gelegt werden, damit die Masse nicht mehr mitbekommt, was sie vorhaben.

Wollt ihr das wirklich?

Just my 0,05 Euro :-)
[1.2.1.1.1.1.1] Trefferle antwortet auf hrgajek
08.12.2019 20:11
Benutzer hrgajek schrieb

Da draußen sind welche, die wünschen sich, dass ARD/ZDF & Co. am liebsten sofort still gelegt werden, damit die Masse nicht mehr mitbekommt, was sie vorhaben.

Wollt ihr das wirklich?

Was hat das mit der Kritik am Artikel zu tun? Keiner der diskutierenden hat eine Abschaffung gefordert. Vielmehr wurde Kritik an dem Meinungsbeitrag (als Artikel getarnt) laut. Also sollte man in dem Diskussionsstrang schon beim Thema bleiben.

Aber teltarif ist ja bei einigem kritikresisstent, bzw. wird Kritik ignoriert. Hatte ich auch schon paar Mal angemerkt.

Ich finde auch, das wie die beiden anderen User angemerkt haben, das der Artikel nicht sachlich genug ist. Ich will beileibe auch keine Abschaffung des ÖR-Systems. Aber es muss „günstiger“ als dieser Riesenapperat werden wie er derzeit ist. Aber die plumpe Kritik an einzelnen Sendungen wie Rosamunde Pilcher oder Tatort ist eben viel zu polemisch. Die sind gerade nicht das Problem finde ich.
[1.2.1.1.1.1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf Trefferle
08.12.2019 20:35

einmal geändert am 08.12.2019 22:05
Lieber Trefferle,

Sie werden schon damit leben müssen, dass Journalisten in ihren Artikeln ihre eigene Meinung sagen.

Das nennt man Pressefreiheit und ist durch das Grundgesetz gedeckt.

Unabhängig davon sollte ein Leser aus einem Text durchaus schließen können, was eine eigene Meinung ist, ohne das der Autor darauf gesondert hinweisen muss.

Und auch wenn Sie persönlich es als polemisch empfinden: Ich bin der Ansicht, dass Sendungen wie Tatort, Traumschiff und Rosamunde Pilcher-Verfilmungen nicht in ein Programm gehören, welches von allen Haushalten in Deutschland zwangsfinanziert werden muss.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer Trefferle schrieb:

Was hat das mit der Kritik am Artikel zu tun? Keiner der diskutierenden hat eine Abschaffung gefordert. Vielmehr wurde
Kritik an dem Meinungsbeitrag (als Artikel getarnt) laut.
[1.2.1.1.1.1.1.1.1] leser antwortet auf Bjoern_Koenig
09.12.2019 10:34
Ich muss ebenfalls Herrn König widersprechen (und Trefferles Anmerkung bestätigen)

a) Meinung muss bei ordentlichem Journalismus von Information getrennt werden
b) Diese Trennung muss außerdem deutlich erkennbar sein - sprich als "Kommentar" gekennzeichnet sein.

Wenn Sie diese Grundlagen des Journalismus schon nicht kennen oder akzeptieren möchten, sollten Sie sich nicht herausnehmen andere Journalisten zu kritisieren.

Und wer vergessen hat, warum öffentlich-rechtliche Informationsquellen so wichtig sind, sollte das dringend mal nachlesen.



Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Lieber Trefferle,

Sie werden schon damit leben müssen, dass Journalisten in ihren Artikeln ihre eigene Meinung sagen.

Das nennt man Pressefreiheit und ist durch das Grundgesetz gedeckt.

Unabhängig davon sollte ein Leser aus einem Text durchaus schließen können, was eine eigene Meinung ist, ohne das der Autor darauf gesondert hinweisen muss.

[..]

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer Trefferle schrieb:

Was hat das mit der Kritik am Artikel zu tun? Keiner der diskutierenden hat eine Abschaffung gefordert. Vielmehr wurde
Kritik an dem Meinungsbeitrag (als Artikel getarnt) laut.
[1.2.1.1.1.1.1.1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf leser
09.12.2019 11:40
Lieber leser,

welcher Artikel im Grundgesetz zur Pressefreiheit schreibt mir denn konkret vor, wie ich meine eigene Meinung in einem Artikel zu kennzeichnen habe?

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer leser schrieb:
a) Meinung muss bei ordentlichem Journalismus von Information getrennt werden b) Diese Trennung muss außerdem deutlich erkennbar sein -
sprich als "Kommentar" gekennzeichnet sein.
[1.2.1.1.1.1.2] Bjoern_Koenig antwortet auf hrgajek
08.12.2019 20:24

einmal geändert am 08.12.2019 20:25
Hallo Henning,

ich plädiere keineswegs dafür, den ÖR abzuschaffen. Es muss aber einen klaren Rahmen geben, was der ÖR in welcher Qualität zu leisten hat.

Mal ein Beispiel: Sky finanziert die Ausstrahlungsrechte für die Bundesliga privat - fast eine Milliarde Euro pro Jahr. Auf der anderen Seite finanzieren die ÖR kostspielige Sportrechte zwangsweise über den Rundfunkbeitrag. Das ist nicht nur eine unnötige Belastung der Gebührenzahler, es ist auch Wettbewerbsverzerrung.

Persönlich habe ich auch nichts dagegen, dass Zuschauer gerne Traumschiff, Verbotene Liebe oder Lindenstraße schauen. Aber mit welcher Begründung müssen solche Inhalte von der Allgemeinheit finanziert werden? Was von allen Bürgern finanziert wird, muss klar und eindeutig geregelt werden. Bildung und Kultur gehören dazu, wer aber seichte Unterhaltung schauen möchte, soll bitte selbst dafür zahlen. Auch kann es nicht den ÖR überlassen bleiben, wie viele Sender sie betreiben.

Einen jährlichen Haushalt von 8 Milliarden Euro, vielleicht in Zukunft noch automatisch durch ein Index-Modell steigend, halte ich für unverantwortlich. Somit entwickelt sich das System immer mehr zu einem Selbstbedienungsladen, auf den keiner mehr Einfluss hat. Das betrifft sicher ganz besonders auch die Intendantengehälter. Mit welcher guten Begründung muss ein WDR-Intendant mehr als der Bundeskanzler verdienen?

Es soll auf jeden Fall weiterhin öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben, aber nicht in dieser Dimension und diesen Auswüchsen. Konzentration auf die Kernaufgaben ist dringend nötig. Gerade auch im Sinne eines fairen Wettbewerbs mit allen anderen Marktteilnehmern.


Benutzer hrgajek schrieb:
Hallo in die Runde,

vielen Mitbürgern ist die von ihnen unter dem Begriff "GEZ" bekannte Gebühr "unheimlich", weil man dazu verpflichtet
("gezwungen") ist, sie zu bezahlen.
[1.2.1.1.1.1.2.1] hrgajek antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 22:56
Hallo

Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Hallo Henning,

ich plädiere keineswegs dafür, den ÖR abzuschaffen. Es muss aber einen klaren Rahmen geben, was der ÖR in welcher Qualität zu leisten hat.

Wie willst du das regeln?

Das ist doch die Krux.

Über Reduzierung/deckelung des Beitrages? dann gibt es nur noch Einschaltquoten Hits. Der Rest fliegt raus.


Mal ein Beispiel: Sky finanziert die Ausstrahlungsrechte für die Bundesliga privat - fast eine Milliarde Euro pro Jahr. Auf der anderen Seite finanzieren die ÖR kostspielige Sportrechte zwangsweise über den Rundfunkbeitrag. Das ist nicht nur eine unnötige Belastung der Gebührenzahler, es ist auch Wettbewerbsverzerrung.

Was im Endeffekt bedeutet, dass Bürger,die kein Zusatzabo bei Sky, sport-rgendwas buchen wollen (können) leer ausgehen.



Was von allen Bürgern finanziert wird, muss klar und eindeutig geregelt werden.

Wie im Detail?
Wird es einen Kultur TÜV geben?

Lindenstrasse - Böse - Blechtrommel gut?

Neue unbekannte Autoren gut? - JK Rowling böse?


Bildung und Kultur gehören dazu, wer aber seichte Unterhaltung schauen möchte, soll bitte selbst dafür zahlen.

Du erreichst (ungewollt) eine Gebührenerhöhung durch die Hintertür.

>Auch kann es
nicht den ÖR überlassen bleiben, wie viele Sender sie betreiben.

die KEF existiert: -) (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs)

Die Forderungen sind populär, aber schwer realisierbar.

Die Nutzer ändern ihre Gewohnheiten. Immer mehr Zielgruppen-Angebote sind gefragt.

Die Qualität ist zu diskutieren, Aber-Millionen für Sport zu hinterfragen, aber die Welt ist nicht so einfach.



>Konzentration auf die Kernaufgaben ist dringend
nötig. Gerade auch im Sinne eines fairen Wettbewerbs mit allen anderen Marktteilnehmern.

Den Privaten würde das gefallen.

Ein Kultur und Bildungsprogramm.
Also nur noch arte , SWR2, HR2, Bayern 4, WDR3 etc. Absolut werbefrei.

Ein Aufschrei der Gebührenzahler ist Dir sicher.
[1.2.1.1.1.1.2.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf hrgajek
08.12.2019 23:23
Hallo Henning,

ich gebe Dir Recht, dass die Sache kompliziert ist. Aber ich sehe persönlich keine Alternative zu einer echten Strukturreform.

Beim Thema Sky: Du kannst nicht erwarten, alle Live-Sportereignisse für 17,50 Euro Rundfunkbeitrag zu bekommen. Es wird immer Inhalte geben, die nicht im ÖR laufen. Das wäre selbst so, wenn man 100 Euro Rundfunkbeitrag im Monat zahlen würde. Es wird sicher auch Fußball-Fans geben, die von Grundsicherung leben und kein Geld für ein Sky-Abo haben. Dennoch kann es aber nicht sein, dass deshalb die Bundesliga-Rechte von der Allgemeinheit zwangsfinanziert werden.

Thema Kultur: Ich will nicht im Einzelfall darüber urteilen, welche Inhalte kulturell wertvoll oder weniger wertvoll sind. Da mag man dann von mir aus ein fachkundiges Gremium mit beauftragen. Aber ich denke, wir sind uns beide schon darüber einig, dass Traumschiff und Soaps wie Verbotene Liebe sicherlich nicht zu den kulturell anspruchsvollen Bildungsinhalten gehören.

Thema Wettbewerb: Dass die Privaten sich freuen, wenn die ÖR nur noch Kultur senden, mag durchaus sein. Das spielt aber in meinen Augen auch überhaupt keine Rolle, denn es ist nicht die Aufgabe der ÖR mit den Privaten in direkte Konkurrenz zu treten.

Thema Geld: Der Rundfunkbeitrag wird ganz sicher steigen, wenn man das System so weiterlaufen lässt, wie jetzt.



Benutzer hrgajek schrieb:

Wie willst du das regeln?

Das ist doch die Krux.
[1.2.1.1.1.2] mucel antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 20:51

einmal geändert am 08.12.2019 20:53
Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:

Bei einem Betrag von 15 Euro wird kaufmännisch aufgerundet, nicht abgerundet. Das ist nicht tendenziös, sondern eine Grundlage der kaufmännischen Buchführung.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)

Wo bitte haben Sie denn diese Rundungsregel her?

Von 17,50 Euro auf 20,00 Euro rundet ganz sicher kein Kaufmann auf. Ansonsten ist seine Buchhaltung ganz sicherlich nicht GoB konform.

Beispielhaft:
Bei einer Währungsumrechnung oder Umrechnung von Netto auf Brutto würden 17,505223 Euro auf 17,51 Euro oder 18,237 Euro auf 18,24 Euro aufgerundet werden.

Von 17,50 Euro auf 20.00 Euro runden ist eher „Trinkgeldrunden“.
[1.2.1.1.1.2.1] Bjoern_Koenig antwortet auf mucel
08.12.2019 20:59

3x geändert, zuletzt am 08.12.2019 21:29
Lieber mucel,

es ging um die Frage, ob man die 17,50 Euro nach 15 Euro abrundet oder nach 20 Euro aufrundet. Es ging hier nicht um Cent-Beträge.

Wenn man exakt diese Frage stellt, würde alles ab 15 oder größer aufgerundet werden.

Aber selbst wenn man genau auf die Cent-Beträge schaut, würde man auf 18 Euro aufrunden, keinesfalls auf 15 Euro abrunden.

Der User erweckte hingegen den Eindruck, es sei eigentlich egal und gewissermaßen "tendenziös" in diesem Falle aufzurunden.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer mucel schrieb:

Wo bitte haben Sie denn diese Rundungsregel her?
[1.2.1.1.1.2.1.1] mucel antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 21:33

einmal geändert am 08.12.2019 21:35
Benutzer Bjoern_Koenig schrieb:
Lieber mucel,


Der User erweckte hingegen den Eindruck, es sei egal und "tendenziös" aufzurunden.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Von 17,50 Euro rundet auch tatsächlich niemand der seriös rechnet oder argumentiert, auf 20 Euro auf.
[1.2.1.1.1.2.1.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf mucel
08.12.2019 21:38
Lieber Mucel,

es ging hier auch nicht um eine seriöse Rechnung sondern um das hypothetische Beispiel eines Users. Aber wie bereits erläutert: Selbst im Falle einer "seriösen" Cent-Berechnung, würde man nicht auf 15 Euro abrunden. Somit ist es also keineswegs egal.

Viele Grüße

Björn König


Benutzer mucel schrieb:

Von 17,50 Euro rundet auch tatsächlich niemand der seriös
rechnet oder argumentiert, auf 20 Euro auf.
[1.2.1.1.1.2.1.1.1.1] Conax antwortet auf Bjoern_Koenig
08.12.2019 23:07

2x geändert, zuletzt am 08.12.2019 23:22
Na sicher, eine Partei will die Abschaffung der ÖRR (Öffentlich Rechtliche Rundfunkanstalten).
Und dann kommt ein Redakteur, "erdreistet" sich Kritik an den ÖRR zu üben. Was liegt da näher als jenen in AfD Nähe zu bringen, wie hier geschehen (Beitrag 08.12.2019 15:00 wolfbln)? Ihn zumindest einiges in jene Richtung "vorzuhalten"...
Da sieht man mal, wie kleingeistig manche Ansichten sind.
Sobald berechtigte Kritik nicht passt, wird der entsprechende gleich mit Worten wie AfD konfrontiert, in anderen (nicht hier statt gefundenen Diskussionen) mit rechter Gesinnung in Zusammenhang gebracht. Dass Worte wie Populismus dann noch fallen, ist nur noch beiläufig bemerkt - typisch halt. Zu deutsch - unpassende Meinung "niedergebügelt".
Rhetorische Fragen sind dann meist nicht weit, um so "die Oberhand" in der Diskussion zu erlangen und zu behalten. Ergo "das übliche Stilmittel"...

Der Autor Herr Bjoern_Koenig hat mit einigen schon recht. Die Doppelstruktur ZDF war vielleicht 1962 als weiterer Sender richtig, heute aber zu teuer. Aufgrund auch von Ereignissen, die sich erst Jahre später ereigneten und sich zu heute zuspitzen https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/horrende-rentenausgaben-oeffentlich-rechtliche-rentneranstalt-14043338.html
Es gibt über 20.000 Beschäftigte im ÖRR. Zusätzlich freie Mitarbeiter, Klangkörper, eigene GmbHs und Beteiligungen. Zuviel in Summe.

Rundfunk ist Ländersache, ja. Trotdem bedarf es sicher nicht 9 LRA (Landesrundfunkanstalten), das ZDF + DLF. Macht zusammen 11 Intendanzen samt Personal. Und die Finanzierung der LMA (Landes Medien Anstalten) aus dem Rundfunkbeitrag gestrichen. Wenn der Staat die Privaten (Sender) kontrollieren will, dann mit reinen "Staatsgeldern" bitte (also die der Länder).
Der NDR sowie MDR zeigen, dass es auch mit Mehrländeranstalten geht. Der WDR mit seinen vielen Regionalstudios, ist ein Beweis von Geldverschwendung! Die kleinen Anstalten SR sowie RB mit der angrenzenden LRA vereint. So anfänglich 2 Intendanzen gespart. Aus 9 LRA etwa 4 gemacht (N, O, S, W).
ZDF privatisiert/verkauft oder abgewickelt - spart allein jährlich rund 2 Mrd. €. Den Stern gelassen, auch wegen KCC (Kabel Compessions Center).
Und als Radio nur noch DLF, samt Ableger. Rest gestrichen.

Das wäre mal eine Reform, die ihren Namen verdient hätte. Aber nicht bisherige "Sparappelle" an die ÖRR und erhobener Zeigefinger von der KEF. Jenes war und ist bestenfalls Makulatur.
[2] Premiumbernd antwortet auf wolfbln
09.12.2019 06:15
Benutzer wolfbln schrieb:
Der Artikel schreibt einen neuen Tiefpunkt in der journalistischen Tätigkeit bei Teltarif. Es wird in sehr populistischer Weise ein gesellschaftliches Konflikthema betrachtet.

Dabei wird nicht erklärt, sondern einfach draufgehauen. Weil dem Autor die oder die andere Sendung nicht passen wird das System in Zweifel gestellt.

Es wird aber auch nicht gesagt, was passieren soll. Wie sich die ÖR finanzieren sollen. Nur mit Werbung? Man soll dann bitte ein Modell mal zur Diskussion stellen, dass man besser findet:
GB, USA???

Diese Kritik, dass einem die politische oder sonstwie Ausrichtung einer Sendung nicht passt und dann nicht inhaltlich formuliert, sondern den Moderatoren absetzen will oder die Sendung oder am besten gleich den Sender macht übrigens so genau die AfD. Das ist nicht sehr intelligent. Man setzt sich nicht inhaltlich auseinander, sondern will den Boten töten. Denn wenn keiner das mehr verkündet, gibt es in der heutigen Medienwirklichkeit das Problem nicht mehr.

Ich will dem Autoren nichts unterstellen und verstehe z.B. sehr gut sein Unbehagen an der Finanzierung, den Gehältern oder Doppelstrukturen. Aber er versäumt es genau zu erklären, wie es dazu kam. Das muss Journalismus zunächst tun, bevor Strukturen geändert werden sollen und Schlüsse gezogen werden. Oder mal konkret: er weiß sehr genau, warum ARTE und 3sat parallel bestehen, sagt es nicht, hält es für ein Problem und will einen der beiden Sender abschaffen.

Auch ich könnte mir einen anderen oder schlankeren öffentlich-rechtlichen vorstellen. Wir brauchen keine 5 Klassiksender oder 5 Sender, wo die gleichen Hits rauf und runter gedudelt werden.

Ich denke aber schon, dass weiter ein großes Interesse besteht an Inhalten, die nicht nur kommerziell (zur Gewinnmaximierung) eines Senders oder Publizierers produziert wurden und in der Bevölkerung eine gewisse Zahlungsbereitschaft dafür besteht. Dieser Bedarf ist nicht gesunken, nur die Ausspielungswege haben sich geändert und darauf wurde noch zu wenig reagiert.

Also bitte kennzeichnet in Zukunft solche reinen Meinungsartikel als Kommentar, Editorial, Geistesblitz oder Erguss eines Autors, nicht aber als Meldung, denn das ist sie nicht.

Ok, ich habe jetzt einige Beiträge hier von Ihnen gelesen. Entweder arbeiten sie beim ÖR (wovon ich ausgehe) oder sind bei einen der etablierten Parteien aktiv. Anders kann ich es mir nicht erklären. Der ÖR ist ja nun alles andere als objektiv. Kann er auch nicht sein, wenn dort verdiente Parteimitglieder Versorgungsposten bekommen. Warum wohl hat die Politik dem ÖR dieses unglaubliche Geschenk der Zwangsgebühren gemacht? Wegen der unbequemen Berichterstattung des ÖR wohl kaum.

Ich erinnere daran, dass zu den Vorfällen Silvester 2015 der ÖR vier Tage gebraucht hat, um darüber zu berichten. Ich bin mir sicher, die haben auf das Ok der Politik gewartet, oder sind mittlerweile so linksgrün, das sie von sich aus nicht berichten wollten.
Mussten sie aber irgendwann, weil alle anderen berichtet haben.

Aber das ist nur ein Beispiel. Ich kenne viele. Noch mehr auf den Senkel geht mir allerdings die subtile Beeinflussung, durch Formulierungen und einseitige Darstellungen.

Der Artikel hat recht, es geht nicht mehr um Berichterstattung, sondern um Erziehung. Da kann es keine ernsthafte zweite Meinung geben.
Ich kenne zumindest niemanden, der sich bei den ÖR noch informiert.

Nein, wer sich bei den öffentlich Rechtlichen informiert, kann es auch gleich beim Kanzleramt oder Parteizentrale der Grünen machen.
[2.1] wolfbln antwortet auf Premiumbernd
09.12.2019 15:38

einmal geändert am 09.12.2019 15:41
Benutzer Premiumbernd schrieb:
Benutzer wolfbln schrieb:
Der Artikel schreibt einen neuen Tiefpunkt in der journalistischen Tätigkeit bei Teltarif. Es wird in sehr populistischer Weise ein gesellschaftliches Konflikthema betrachtet.

Dabei wird nicht erklärt, sondern einfach draufgehauen. Weil dem Autor die oder die andere Sendung nicht passen wird das System in Zweifel gestellt.

Es wird aber auch nicht gesagt, was passieren soll. Wie sich die ÖR finanzieren sollen. Nur mit Werbung? Man soll dann bitte ein Modell mal zur Diskussion stellen, dass man besser findet:
GB, USA???

Diese Kritik, dass einem die politische oder sonstwie Ausrichtung einer Sendung nicht passt und dann nicht inhaltlich formuliert, sondern den Moderatoren absetzen will oder die Sendung oder am besten gleich den Sender macht übrigens so genau die AfD. Das ist nicht sehr intelligent. Man setzt sich nicht inhaltlich auseinander, sondern will den Boten töten. Denn wenn keiner das mehr verkündet, gibt es in der heutigen Medienwirklichkeit das Problem nicht mehr.

Ich will dem Autoren nichts unterstellen und verstehe z.B. sehr gut sein Unbehagen an der Finanzierung, den Gehältern oder Doppelstrukturen. Aber er versäumt es genau zu erklären, wie es dazu kam. Das muss Journalismus zunächst tun, bevor Strukturen geändert werden sollen und Schlüsse gezogen werden. Oder mal konkret: er weiß sehr genau, warum ARTE und 3sat parallel bestehen, sagt es nicht, hält es für ein Problem und will einen der beiden Sender abschaffen.

Auch ich könnte mir einen anderen oder schlankeren öffentlich-rechtlichen vorstellen. Wir brauchen keine 5 Klassiksender oder 5 Sender, wo die gleichen Hits rauf und runter gedudelt werden.

Ich denke aber schon, dass weiter ein großes Interesse besteht an Inhalten, die nicht nur kommerziell (zur Gewinnmaximierung) eines Senders oder Publizierers produziert wurden und in der Bevölkerung eine gewisse Zahlungsbereitschaft dafür besteht. Dieser Bedarf ist nicht gesunken, nur die Ausspielungswege haben sich geändert und darauf wurde noch zu wenig reagiert.

Also bitte kennzeichnet in Zukunft solche reinen Meinungsartikel als Kommentar, Editorial, Geistesblitz oder Erguss eines Autors, nicht aber als Meldung, denn das ist sie nicht.

Ok, ich habe jetzt einige Beiträge hier von Ihnen gelesen. Entweder arbeiten sie beim ÖR (wovon ich ausgehe) oder sind bei einen der etablierten Parteien aktiv. Anders kann ich es mir nicht erklären. Der ÖR ist ja nun alles andere als objektiv. Kann er auch nicht sein, wenn dort verdiente Parteimitglieder Versorgungsposten bekommen. Warum wohl hat die Politik dem ÖR dieses unglaubliche Geschenk der Zwangsgebühren gemacht? Wegen der unbequemen Berichterstattung des ÖR wohl kaum.

Nein. Falsch. Ich kann ihnen versichern, dass ich weder für den ÖR arbeite, noch in einer "etablierten Partei" bin.

Ich habe nur den Autoren darauf hingewiesen, dass er sich da in eine falsche Ecke "reinargumentiert". Das haben viele Kommentare hier bestätigt, entweder direkt durch Zustimmung für mich oder durch Widerspruch, der dann zumeist aus einer bestimmten politischen Ecke kommt.

Ich bin nicht so anmaßend wie Sie feststellen zu wollen, was"objektiv" ist oder nicht. Ich informiere mich aus ÖR und privaten Medien und in beiden machen Journalisten gute und schlechte Arbeit.

Es kann aber nicht angehen, dass Sie ihre und nur ihre Meinung als objektiv bezeichnen und alles was daraus fällt, dann Lügen oder Manipulation ist.

So ist die Argumentation der AfD und der Artikel ist ihr weitgehend gefolgt. Und er hat wie es diese Partei tut, populistisch argumentiert mit Traumschiff, Sportlizensen oder linken Politmagazinen.

Die AfD wettert gegen Welke oder Böhmermann, die das ZDF vom Bildschirm entfernen soll, nicht, weil sie keiner sieht, die ja bringen Quote, sondern weil ihnen der politische Inhalt nicht passt, weil sie manipulieren würden. In diesem Sinn muss ich aber auch Soaps, Traumschiff und Carmen Nebel verteidigen, auch wenn ich die nicht mag.

Ich glaube aber inzwischen aus den Ausführungen des Autors, dass er einen epischen Fehler aufsitzt, auf den ihn sein Kollege Henning schon hingewiesen hat.

Björn ist Anhänger des Kulturprogramms von hr2. Obwohl ich in Hessen aufgewachsen bin, habe ich das kaum gehört. hr2 hat die niedrigsten Einschaltquoten aller hr-Programme und ist bzw. soll reformiert werden. Es soll eine "durchhörbare" Klassik- und Kulturwelle daraus gemacht werden. Diese Reform trifft auf Widerstand.

Nun ist hr2 ein "Minderheitenprogramm" mit wenigen Hörern und noch in Formaten wie eine Kulturwelle von vor 30 Jahren. Zeitgeist und kommerzieller Druck fordern jetzt vom hr eine Reform, die man gut oder schlecht finden kann.

Nur ein solcher Sender wäre privat völlig unmöglich und unfinanzierbar. Auch Werbekunden wären dafür kaum zu kriegen. Darum halte ich es für fatal, dass ausgerechnet ein Anhänger eines ÖR-Senders, den es unter keinen privaten System geben kann, effektiv für die Abschaffung des ÖR plädiert und sich ins Boot mit ganz anderen Leuten setzt.

Denn - wie Henning eingeworfen hat - fallen die Massenprogramme weg, steht der ÖR erneut unter den Rechfertigungsdruck nur noch Minderheitenprogramme für wenige und teuer produziert zu finanzieren. Das wird nicht funktionieren. hr2 finanziert sich auch aus Werbung von hr1-4, die nicht auf hr2 läuft.

Wo ich den Autoren des Artikels aber zustimme, ist, dass bei den ÖR Reformbedarf ist. Die Klangfarben von hr1 zu hr3 zu youFM sind kaum unterscheidbar und klingen ähnlich wie der private Marktführer in Hessen FFH.



Ich erinnere daran, dass zu den Vorfällen Silvester 2015 der ÖR vier Tage gebraucht hat, um darüber zu berichten. Ich bin mir sicher, die haben auf das Ok der Politik gewartet, oder sind mittlerweile so linksgrün, das sie von sich aus nicht berichten wollten.
Mussten sie aber irgendwann, weil alle anderen berichtet haben.

Aber das ist nur ein Beispiel. Ich kenne viele. Noch mehr auf den Senkel geht mir allerdings die subtile Beeinflussung, durch Formulierungen und einseitige Darstellungen.

Der Artikel hat recht, es geht nicht mehr um Berichterstattung, sondern um Erziehung. Da kann es keine ernsthafte zweite Meinung geben.
Ich kenne zumindest niemanden, der sich bei den ÖR noch informiert.

Das sagt der Artikel aber gar nicht. Das interpretieren sie rein. Die meisten in Deutschland informieren sich weiter bei den ÖR. Nur sie und ihr Umkreis sind in ihrer Bubble, die diese Medien als "Lügen" bezeichnet. Woher haben Sie die Gewissheit, das ihr Medium die Wahrheit ist und die Tagesschau lügt. Es gibt keine absolute Wahrheit, also reklamieren sie sie auch nicht für sich.

Damit wird aber klar: sie wollen eigentlich nicht ein anderen Rundfunk, sie wollen ein anderes Land. Das können sie ruhig sagen und dann sprechen wir drüber, was sie stört. Der Rundfunk ist aber doch nur ein Symptom für anderes, was ihnen nicht passt. Es gibt aber immer noch eine Mehrheit die den Rundfunk (von mir aus reformiert) so erhalten will und das sage ich zu Björn. Ja, Sie haben recht mit Reformen, aber stellen sie nicht gleich das ÖR-System in Fragen. Da stellen sich dann andere auf ihre Seite.

Nein, wer sich bei den öffentlich Rechtlichen informiert, kann es auch gleich beim Kanzleramt oder Parteizentrale der Grünen
machen.
[2.1.1] Bjoern_Koenig antwortet auf wolfbln
09.12.2019 17:41
Lieber wolfbln,

welche inhaltliche Position ein redaktioneller Artikel von teltarif-Autoren einnimmt, wird grundsätzlich nicht per Mehrheitsvotum im Forum entschieden.

Darüber hinaus können Sie sich sparen, mich gegen den Kollegen Gajek auszuspielen. Ich respektiere selbstverständlich seine Meinung, wie er meine.

Viele Grüße

Björn König (teltarif.de)


Benutzer wolfbln schrieb:


Ich habe nur den Autoren darauf hingewiesen, dass er sich da in eine falsche Ecke "reinargumentiert". Das haben viele Kommentare hier bestätigt, entweder direkt durch Zustimmung für mich oder durch Widerspruch, der dann zumeist aus einer bestimmten politischen Ecke kommt.
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