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Beschämender Widerspruch


Anatal schreibt am 26.03.2020 19:26
Einen Zusammenhang zwischen neuen Hörfunkübertragungwegen und der Corona-Krise samt ihren (Todes-)Opfern aus rein marketingtechnischen Überlegungen heraus zu konstruieren, ist ebenso fragwürdig wie beschämend. Scheinbar ist nicht nur Herrn Beust jedes Mittel recht, nur um Profit zu machen. Und von "nationaler Verbreitung" bei DAB+ zu sprechen, wo noch nicht mal - beispielhaft genannt - das NDR-Programm in Bayern via Radio empfangbar ist (ganz im Gegensatz zum abgeschalteten AM-Radio), ist der Widerspruch schlechthin...
[1] christian-w antwortet auf Anatal
26.03.2020 20:02
Benutzer Anatal schrieb:
Und von "nationaler Verbreitung" bei DAB+ zu sprechen, wo noch nicht mal - beispielhaft genannt - das NDR-Programm in Bayern via Radio empfangbar ist (ganz im Gegensatz zum abgeschalteten AM-Radio), ist der Widerspruch schlechthin...

Also ich empfange via DAB+ 13 Programme von der Nord-/Ostsee bis zu den Alpen. Was genau ist daran jetzt nicht "national"? Die Programmauswahl?

Wenn ein Regionalprogramm aus dem Norden (z.B. der NDR) auch im Süden, Osten und Westen der Republik wertvolle Frequenzkapazitäten verschwenden soll, liegt das nicht an der technischen Unmöglichkeit sondern an politischen Entscheidungen.

Die ÖR Anstalten haben (abgesehen vom Deutschlandradio, Das Erste, ZDF, arte, 3sat, Phoenix, KiKa) gesetzlich nur den Auftrag einzelne Regionen/Bundesländer zu versorgen.

Also selbst wenn der NDR alle seine Programme via Mittelwelle verbreiten würde, dann nur mit der Sendeleistung die erforderlich ist um Norddeutschland zu versorgen und nicht, nur weil das technisch möglich wäre, bis über die Alpen hinaus empfangbar zu sein.
[1.1] Anatal antwortet auf christian-w
27.03.2020 16:37
Es geht - das habe ich vergessen zu erwähnen - um den Anspruch des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, die Vielfalt, die er ja seit seiner Gründung als Rechtfertigung proklamiert, nicht mehr in dem Maße praktiziert, wie es nötig ist.

Als das Kabel-- und Satelliten-TV bzw. -Radio eingeführt wurde, wurde genau mit den ja durchaus vorhandenen technischen Voraussetzungen und damit verbundenen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten argumentiert: Es sollten möglichst viele Rundfunkanstalten (also auch deren regionale Programme) in allen Bundesländern empfangbar sein - im TV wie auch im Radio. Nicht zuletzt dadurch ergab bzw. ergibt sich ein vielfältiges Spektrum der Sendungen, die einer umfassenden Meinungsbildung dienen. Von Frequenzverschwendung zu sprechen, ist daher weder von der informellen Grundidee her betrachtet noch aus technischer Sicht richtig.
In dem Kontext ist bzw. war der AM-Funk eine sehr gute (wenn auch tontechnisch nicht perfekte) Methode, um (demokratische) Inhalte in alle Länder zu transportieren (Frankreich denkt da heute sehr fortschrittlich und belässt einige seiner AM-Sender aus genau diesen Gründen). Daher ist es in unserem Land aus meiner Sicht - erst recht in Zeiten schwindenden Demokratiebewusstseins - politisch äußerst kurzsichtig, einen Rückschritt zu forcieren gegenüber dem, was ich eben versucht habe, verständlich zu machen. Eine Bundestagsdebatte, die über AM übertragbar ist, kann jederzeit überall mobil gehört werden (auf die perfekte Tonqualität kommt es hier weniger an, sondern auf die Wahrnehmbarkeit der Inhalte). Heute muss man dazu einen PC einschalten oder sie sich im Fernsehen anschauen - und dann auch nur in den meisten Fällen als Ausschnitt. Es ist übrigens aus technischer Sicht falsch, zu behaupten, die Sendeleistung allein bestimme die Reichweite eines (AM-)Senders (Stichwort "Physik der Wellenausbreitung").
DAB+ erfüllt nun (abgesehen von der tatsächlich schlechteren Tonqualität gegenüber FM) genau diese Voraussetzungen nicht, denn in den meisten Fällen ist es nicht möglich, Sender anderer Rundfunkanstalten in anderen Bundesländern zu empfangen, es sei denn, man bewegt sich in deren Grenzregionen. Und das ist es, was ich mit dem "Widerspruch" meine: Der selbsterklärte Anspruch des ÖR wird so nicht erfüllt.
Welche Programme aus dem Norden empfangen Sie im Süden in welcher Qualität?

Benutzer christian-w schrieb:
[1.1.1] christian-w antwortet auf Anatal
27.03.2020 17:12

einmal geändert am 27.03.2020 17:15
Benutzer Anatal schrieb:
Es sollten möglichst viele Rundfunkanstalten (also auch deren regionale Programme) in allen Bundesländern empfangbar sein - im TV wie auch im Radio.

Wann auch immer das gewesen sein soll. Davon höre ich zum ersten mal. (Ok, ich bin auch nicht der älteste.)
Fakt ist: Es gibt gemäß Rundfunkstaatvertrag einen Auftrag an denen sich die Programmveranstalter halten. Overspill ist nicht "nice to have" sondern wenn es geht zu vermeiden und sicherlich nicht das Ziel.

Wären Spotbeams damals schon bei den ersten Kopernikus/Astra Satelliten möglich gewesen, hatte man heute auch keinen europaweiten Overspill aller Programme sondern nur von Ausgewählten wie z.B. Deutsche Welle, 3sat oder arte.

Von Frequenzverschwendung zu sprechen, ist daher weder von der informellen Grundidee her betrachtet noch aus technischer Sicht richtig.
Gerne lasse ich mir von dir einen UKW, DAB+ oder DRM+ Frequenz-Koordinierungsplan mit allen 67 ÖR Hörfunkprogrammen erstellen der alle regionalen wie lokalen Privatprogramme und die benachbarten ausländischen Programme berücksichtigt.

Ich bin gespannt wie das mit den derzeit zu Verfügung stehenden Kapazitäten hinhaut.

Es ist übrigens aus technischer Sicht falsch, zu behaupten, die Sendeleistung allein bestimme die Reichweite eines (AM-)Senders.

Habe ich nie behauptet, aber unterstelle mir das gerne.

DAB+ erfüllt nun (abgesehen von der tatsächlich schlechteren Tonqualität gegenüber FM) genau diese Voraussetzungen nicht
Fake News! Wenn ich solche Pauschalisierungen über Digitaltechnik höre stellen sich mir die Nackenhaare auf. Klar gibt es betreiber die ihr Audiosignal aus wirtschftlichen Gründen auf das nötigste reduzieren, das trifft aber längst nicht auf alle zu. Abgesehen davon spielt auch der Empfänger (genauer gesagt der Decoder-Chip) eine nicht zu unterschätzende Rolle.

denn in den meisten Fällen ist es nicht möglich, Sender anderer Rundfunkanstalten in anderen Bundesländern zu empfangen, es sei denn, man bewegt sich in deren Grenzregionen. Und das ist es, was ich mit dem "Widerspruch" meine: Der selbsterklärte Anspruch des ÖR wird so nicht erfüllt.

Bitte zitiere doch mal die Stelle im jeweiligen Staatsvertrag der Länder wo dieser "selbsterklärte Anspruch" stehen soll. Klingt für mich nämlich einfach nach einem DXer-Wunschdenken deinerseits.

Welche Programme aus dem Norden empfangen Sie im Süden in welcher Qualität?
Alle. Via Internetstream in einwandfreier Qualität, auch Bundestagsdebatten ;-) Und sollte Internet mal Kaputt sein dann via DVB-S.
[2] industrieclub antwortet auf Anatal
26.03.2020 21:27
Benutzer Anatal schrieb:
< Und von
"nationaler Verbreitung" bei DAB+ zu sprechen, wo noch nicht mal - beispielhaft genannt - das NDR-Programm in Bayern via Radio empfangbar ist (ganz im Gegensatz zum abgeschalteten AM-Radio), ist der Widerspruch schlechthin...

DEIN Beitrag ist -- in sich gesehen -- DER Widerspruch schlechthin, nämlich nicht sehr schlau...
[2.1] Anatal antwortet auf industrieclub
27.03.2020 16:05
Weshalb? Und wo liegt der Widerspruch?

Benutzer industrieclub schrieb:
>


DEIN Beitrag ist -- in sich gesehen -- DER Widerspruch
schlechthin, nämlich nicht sehr schlau...
[2.1.1] industrieclub antwortet auf Anatal
27.03.2020 20:28
Benutzer Anatal schrieb:
Weshalb? Und wo liegt der Widerspruch?

Na ja, es gibt ja auch im ersten bereits existierenden Bundesmux so anderthalb Dutzend BUNDESWEITE Programme. Die lässt du in deiner Betrachtung einfach außen vor, so als würden sie nicht existieren. Das hat ja auch ein weiterer User schon moniert. Und jetzt werden imzweiten Bundesmux wiederum ca. anderthalb Dutzend neue BUNDESWEITE Programme sein. Da gehst du einfach drüber hinweg, das ignorierst du einfach. So kann man doch nicht argumentieren, bloß weil einem an DAB+ vielleicht irgendwas nicht passt!
Dann beklagst du, dass der NDR nicht bundesweit verbreitet wird....Nun, der NDR ist nun mal von seinem Sendeauftrag und seiner Sendelizenz her eine LANDESrundfunk-
anstalt und keine BUNDESrundfunkanstalt. Da kann DAB+ auch nichts dafür -- und
nichts daran ändern...Dann regst du dich über Ole van Beust und irgendwelche (ominöse) "Profitgier" auf...Ole van Beust hat das Recht wie jede(r) andere auch, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, (die seinen Fähigkeiten entspricht). Und Sender -- besonders Privatsender -- können wohl kaum existieren, wenn sie auf Dauer Minus machen....Selbst die Öffentlich-Rechtlichen haben (privatwirtschaftlich
organisierte) Tochtergesellschaften, die gewinnorientiert sind (und auch tatsächlich satten Gewinn machen -- und dadurch z.B. auch den Rundfunkbeitrag niedriger halten können). Also, langer Rede kurzer Sinn: insgesamt kam mir dein Beitrag etwas unausgegoren vor und darüber habe ich mich vielleicht ein bisschen geärgert.
Wenn ich dabei ein wenig hart in der Wortwahl geworden bin, so tut es mir im Nachhinein leid. Denn wir sind hier ja schließlich eine Interessen-Community und sollten prinzipiell schon zusammen halten! Grüße!