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05.11.2019 - 17:14
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Insolvenz: Deutscher Messenger Ginlo wird eingestellt

SIMSme-Nachfolger konnte sich nicht durchsetzen

Mit einem neuen Messenger-Konzept wollte das Start-up Brabbler 2017 die Nutzer über­zeugen. Doch nun ist das Unter­nehmen insol­vent - der vor zwei Jahren vorge­stellte Ginlo-Messenger wird Ende des Jahres einge­stellt.

Offenbar wurde Ginlo tatsäch­lich als Alter­native zu WhatsApp genutzt, denn immerhin zwei teltarif.de-Leser meldeten sich bei unserer Redak­tion, um uns über die Einstel­lung des Dienstes zu infor­mieren. Ginlo war ein Messenger für iOS und Android mit Pass­wort-Manager und Adress­buch. Weitere Features waren die Synchro­nisie­rung zwischen verschie­denen Geräten, die Inte­gration von E-Mail-Konten sowie ein Backup-Dienst. Die Kommu­nika­tion fand über eine durch­gängig verschlüs­selte Platt­form auf Servern mit Standort in Deutsch­land statt.

Der SIMSme-Nachfolger Ginlo wird eingestellt

Der SIMSme-Nachfolger Ginlo wird eingestellt
Bild: Brabbler AG

Unter­nehmen infor­miert ausführ­lich auf seiner Webseite

Das Unter­nehmen Brabbler, das mit dem Slogan "Eine digi­tale Welt, in der Vertrau­lich­keit und Privat­sphäre Realität sind" warb, erläu­tert auf seiner Webseite die Gründe für die Einstel­lung des Messen­gers Ginlo:

Einstel­lung der Ginlo-Produkte: Die Ginlo Commu­nity hat in den letzten Monaten viel Zuspruch von Inter­essenten, Nutzern und Kunden erhalten. Für Ihr Vertrauen möchten wir uns von Herzen bedanken. Das zeigt uns, wie wichtig das Thema Privat­sphäre und Vertrau­lich­keit in der heutigen digi­talen Welt ist. Um so schwerer fällt es uns, nun die Ginlo Pforten zu schließen. Da es uns nicht möglich war, eine weitere Finan­zierung zu sichern, sind wir leider gezwungen, die Dienste "Ginlo" und "Ginlo Busi­ness" zu Ende Dezember 2019 einzu­stellen. Das Amts­gericht München - Insol­venz­gericht - hat mit Beschluss vom 31.10.2019 das Insol­venz­verfahren über das Vermögen der Brabbler Secure Message and Data Exchange AG eröffnet und die Eigen­verwal­tung ange­ordnet.

Alle Daten werden unwie­derbring­lich gelöscht

Wer noch wich­tige Daten in seinem Ginlo-Account hat, sollte diese sichern. Das Unter­nehmen schreibt dazu:

Bis Ende Dezember laufen die Dienste weiter, aller­dings auf Mini­malbe­trieb ohne Support. Die Ginlo Content­channel für Privat­nutzer, sowie die DHL Paket­benach­rich­tigung müssen wir bereits vorab deak­tivieren. [...] Tipp: Falls Sie noch Bilder, Videos, Dateien etc. aus Ginlo herun­terladen möchten, bitte gleich erle­digen. Denn all Ihre verschlüs­selten Inhalte, Meta­daten und perso­nenbe­zogenen Daten werden spätes­tens zu Ende Dezember unwie­derbring­lich gelöscht.

Das sind die Alter­nativen zu Ginlo

Die Brabbler AG hatte auch den ehema­ligen Messenger SIMSme von der Deut­schen Post über­nommen und diesen in diesem Jahr mit Ginlo zusam­menge­legt. Nutzer, die von SIMSme zu Ginlo migriert wurden, müssen sich nun also auch einen neuen Messenger suchen.

Auf unserer Über­sichts­seite zu Smart­phone-Messen­gern nennen wir empfeh­lens­werte Messenger-Alter­nativen. Auf dieser Seite beschreiben wir auch, wie man einen eigenen Messenger-Dienst betreiben kann. Einige Nutzer fragen uns nach speziell "deut­schen" Messen­gern. Von unserer Über­sicht haben immerhin der Wire Messenger sowie Threema einen Bezug zu deutsch­spra­chigen Ländern, Tele­gram betreibt auch Server in der EU. Edward Snowden empfiehlt wegen seiner starken Verschlüs­selung gerne den Signal-Messenger. In einem sepa­raten Artikel zeigen wir auf, wie sich die bekann­testen Smart­phone-Messenger auch auf dem Computer verwenden lassen.

Ein inter­essantes Konzept verfolgt der Messenger Delta Chat, der über E-Mail-Server kommu­niziert. Im Test waren wir mit Delta Chat aller­dings nicht voll und ganz zufrieden.


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