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13.07.2018 - 09:20
Breitbandausbau

Hier entstehen die neuen "Internet-Paradiese"

Im Süden jubelt die Deutsche Telekom, im Norden wird paktiert

Von einem Internet-Paradies spricht die Deutsche Glasfaser, wenn es um die Bauvorhaben des Unternehmens in den Gebieten Brandis, Beucha, Polenz, Waldsteinberg, Kleinsteinberg und Wolfshain geht, denn 42 Prozent der Bürger entschieden sich für einen Anschluss der Deutschen Glasfaser. Notwendig waren 40 Prozent, damit das Unternehmen den Netzausbau in Angriff nimmt. In einem ersten Bauabschnitt werden die Ein- und Zweifamilienhäuser ausgebaut. Das Interesse bei den Mietern in den Mehrfamilienhäusern sei bislang noch nicht ausreichend, teilt die Deutsche Glasfaser mit. Es laufen Gespräche mit den Wohnungsgesellschaften. „Ziel ist es, eine Lösung für die Mieter in den Mehrfamilienhäusern bis Ende des Jahres umzusetzen“, erklärt Michael Kölling, Regional Manager Mitteldeutschland von Deutsche Glasfaser.

Deutsche Glasfaser Breitbandausbau Brandis

Bürgermeister Arno Jesse (r.) freut sich gemeinsam mit Michael Kölling, Regionalmanager Deutsche Glasfaser in Mitteldeutschland, über den Netzausbau in Brandis
Deutsche Glasfaser

Auch im Süden der Republik werden die Netze für mehr Breitband ausgebaut. M-net liegt bei der zweiten Stufe des Münchner Glasfaserausbaus im Plan. Nun wurden die Gebiete Harthof, Hasenbergl, Messestadt Riem, Schwabing West und Obersendling komplett fertiggestellt. Gemeinsam mit den bereits ausgebauten Stadtteilen haben damit knapp 460.000 Haushalte in München Zugang zu Bandbreiten bis 1 GBit/s. Darüber hinaus verlegt M-net in Ebermannstadt 28 Kilometer Glasfaser in den Ortsteilen Burg Feuerstein, Rothenbühl, Buckenreuth und Wolkenstein, um Surf-Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s anzubieten. Zusätzlich werden im Ortsteil Gasseldorf die verfügbaren Bandbreiten auf bis zu 50 MBit/s erhöht.

Bündnis im hohen Norden

Vom Süden in den Norden: Paradiesische Zustände bei der Breitbandversorgung wünscht sich auch Schleswig-Holstein. Das Land hat ein Bündnis für den Glasfaser­ausbau initiiert, an dem sich 62 Unternehmen und Institutionen beteiligen. Das Ziel: Bis 2025 soll im nördlichsten Bundesland der Republik jeder Haushalt über einen Glasfaseranschluss verfügen. Die Voraussetzungen sind in Schleswig-Holstein besser als anderswo in Deutschland. Bundesweit haben nur acht Prozent der Haushalte einen Glasfaseranschluss. In Schleswig-Holstein sind es 38 Prozent. Bis 2020 soll es die Hälfte sein, bis 2022 will die Landesregierung zwei Drittel der Haushalte ans Glasfasernetz anschließen.

Mit dem Bündnis sprechen sich die Beteiligten für Kooperationen und Open Access aus. Der Überbau vorhandener Netze soll vermieden und Genehmigungs­verfahren verschlankt werden. „Die Verständigung auf mehr Kooperation zwischen den einzelnen Anbietern ist ein großer Schritt in die richtige Richtung“, sagt Walter Denk, CEO des Bündnispartner 1&1 Versatel. Das Unternehmen ist bundesweit aktiv, unter anderem in Tuttlingen, Remseck am Neckar und Radevormwald. Hier baut 1&1 Versatel in ausgewählten Gewerbegebieten das Glasfasernetz aus, um Unternehmen Geschwindigkeiten bis 100 GBit/s liefern zu können. Im Tuttlinger Gewerbegebiet Gänsäcker läuft bereits der Ausbau. In Remseck am Neckar baut 1&1 Versatel in den Gewerbegebieten Hofener Weg, Kohlenweg, Neckaraue, Neckarstraße und Rainwiesen aus. In den Gewerbegebieten Otto-Hahn-Straße, Dahlienstraße und Erlenbacher Straße in Radevormwald erhalten die Unternehmen derzeit Gigabit-Angebote.

Telekom baut Glasfaser aus

Die Deutsche Telekom gehört zum Bedauern der Landesregierung nicht zum schleswig-holsteinischen Bündnis, obwohl die Bonner angekündigt hatten, verstärkt auf Kooperationen setzen zu wollen. Dennoch baut auch die Telekom in den letzten Wochen verstärkt ihr Glasfasernetz aus. In Stuttgart und den umliegenden Land­kreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr wollen die Bonner bis 2022 90 Prozent der Unternehmensstandorte in Gewerbegebieten mit FTTH anschließen. 2025 sollen jeder zweite Haushalt sowie alle Gewerbegebiete und alle förderfähigen Schulen mit Glasfaser bis ins Gebäude angeschlossen sein. 90 Prozent der insgesamt rund 1,38 Millionen Haushalte sollen dann bis 2030 von Gigabit-Anschlüssen profitieren. Bis 2030 sollen zudem rund 140.000 Unterneh­mensstandorte versorgt sein. Ziel der Bundesregierung ist allerdings die flächen­deckende Glasfaserversorgung bis 2025.

Glasfaser Deutsche Telekom Hildburghausen Trenching

Um die Glasfaser zu verlegen, setzt die Deutsche Telekom in Hildburghausen das Trenching-Verfahren ein
Deutsche Telekom

In Hildburghausen erhalten bis Ende 2018 rund 6.300 Haushalte einen Glasfaser­anschluss der Telekom. Für Bandbreiten bis 1 GBit/s wurden 620 Kilometer Glasfaser verlegt und 67 Verteiler aufgestellt. Im Vogtlandkreis rollen in diesen Tagen die Bag­ger an. Dort will die Telekom bis 2020 über 23.000 Haushalte mit Geschwindig­keiten bis 1 GBit/s versorgen. Dafür verlegen die Bonner in 23 Kommunen 550 Kilometer Glasfaser und installieren mehr als 350 Verteiler. Das Projekt ist in zwei Gebiete aufgeteilt: Zum Projektgebiet Nord gehören die Kommunen Auerbach, Ellefeld, Elsterberg, Falkenstein, Heinsdorfergrund, Lengenfeld, Netzschkau, Neumark, Neustadt, Pausa-Mühltroff, Plauen, Pöhl, Reichenbach, Rodewisch, Rosenbach, Steinberg und Treuen. Zum Projektgebiet Süd zählen Klingenthal, Markneukirchen, Mühlental, Muldenhammer, Oelsnitz und Schöneck.

Im Landkreis Nordsachsen beginnt die Telekom mit dem FTTH-Ausbau in der zweiten Jahreshälfte. 43.000 Haushalte sollen Bandbreiten bis zu 1 GBit/s erhalten. Darüber hinaus beginnt der Bonner TK-Konzern im rheinländischen Bornheim, in Waldorf und Widdig mit der Vermarktung für FTTH-Anschlüsse. Wer sich hier bis An­fang November für einen Glasfaseranschluss der Telekom entscheidet, muss keine Zusatzkosten in Höhe von 799,95 Euro für den Hausanschluss zahlen.

Mehr Speed mit Super-Vectoring

Darüber hinaus geht auch der 50- und 100-MBit/s-Ausbau der Telekom weiter. In Freilassing und Kleinblittersdorf (Ortsteile Auersmacher, Biesransbach, Kleinblittersdorf und Sitterswald) können die Bewohner ab sofort mit bis zu 100 MBit/s im Internet surfen. In Eslohe (Stadtkern von Eslohe sowie Stadtteile Cobbenrode und Wenholthausen) und in Gondelsheim im Landkreis Karlsruhe haben die Planungen für den 100-MBit/s-Ausbau begonnen und in Mühlheim an der Donau (Ortsteil Stetten), Bobritzsch-Hilbersdorf (Ortsteile Oberbobritzsch, Niederbobritzsch, Naundorf und Sohra), Bretten, Frauenstein (Ortsteil Nassau), Neuhausen (Ortsteile Cämmerswalde), Rechenberg-Bienenmühle (Ortsteile Clausnitz, Holzhau und Neuclausnitz) rollen derzeit die Bagger an.

Das gilt auch für Überherrn sowie die Ortsteile Altforweiler, Berus („Im Sand“) und Bisten. Hier baut die Telekom aber nur auf bis zu 50 MBit/s aus. Und in Gesees (Teilausbau in FTTH-Technik), Parkstetten (in zehn von 16 Ortsteilen, Teilausbau in FTTH-Technik), Tiefenbach (in neun von 78 Ortsteilen und Walpertskirchen (Ortsteile Kolbing, Kuglern, Neufahrn, Ringelsdorf und Wattendorf) schloss die Telekom die Bauarbeiten für den 50-MBit/s-Ausbau unlängst ab.

Bei den 50 bzw. 100 MBit/s muss es aber nicht bleiben. Die Bonner erhöhen nun für knapp 1,2 Millionen Haushalte die Surf-Geschwindigkeit auf bis zu 100 MBit/s bzw. durch Super-Vectoring von 100 auf bis zu 250 MBit/s. Allein in Bayern sind davon 800.000 Haushalte betroffen, bei denen die Telekom die Surf-Geschwindigkeit von bis zu 50 auf bis zu 100 MBit/s verdoppelt. Ab August sollen zudem 1,8 Millionen bayerische Haushalte Angebote für bis zu 250 MBit/s erhalten. Welche Kommunen im übrigen Bundesgebiet schneller im Internet unterwegs sind, hat die Telekom hier veröffentlicht.

„Kein Land unternimmt so viel für die Breitbandversorgung wie Bayern", sagt Telekom-Vorstandsvorsitzender Timotheus Höttges. Dennoch liegen die Schleswig-Holsteiner bei der Glasfaserversorgung mit großem Vorsprung an der Spitze. Die Bayern werden sie auch mit noch so viel Super-Vectoring-Ausbau nicht einholen können.


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Marc Hankmann

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