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09.06.2019 - 13:29
Glasfaser

Glasfaser: Spezialfirma von Netzbetreiber & Bauunternehmer

Zur Beschleunigung des Netzausbaus

Inhaltsverzeichnis:

  1. Fiber­worx: Gebün­delte Kräfte
  2. fiber­worx: 25 Bauko­lonnen im Einsatz

Die Messe Anga com ist die ideale Gele­genheit krea­tive Koope­rationen der Öffent­lich­keit vorzu­stellen. Ein Glas­faser­netz­betreiber und ein Bauun­ternehmer bündeln Kräfte für den Gigabit-Ausbau und möchten so den Weg zur Gigabit-Gesell­schaft beschleu­nigen.

Der Saar­länder Dieter Zimmer hatte vor 12 Jahren das Unter­nehmen inexio gegründet. Damals sollten in der Stadt Saar­louis 4 km Glas­faser verlegt werden. Zimmer konnte sich damals vor Anfragen von Baufirmen kaum retten, denn das Thema Tele­kommu­nika­tion galt eigent­lich als "fertig ausge­baut".

Seitdem ist viel passiert: inexio hat bundes­weit über 8000 Kilo­meter Glas­faser­kabel verlegt und bietet inter­essierten Endkunden unter dem Namen myquix in den Ausbau­gebieten schnelle Inter­netzu­gänge an. Neben Tele­kommu­nika­tions- und Inter­netan­bindungen hat inexio noch sechs eigene Rechen­zentren in Saar­louis, Saar­brücken und Kaisers­lautern. An seinem Netz hängen mehr als 5000 gewerb­liche Kunden aller Größen und über 100 000 Privat­kunden. Schwer­punkt der Akti­vitäten sind bisher unter­versorgte Regionen, wo es sich beispiels­weise für die Deut­sche Telekom nicht lohnt und wo inexio schon mehr als 1400 Orts­netze an ihr eigenes Glas­faser­netz ange­bunden hat.

Durch Über­nahmen in Süd- und Nord­deutsch­land konnte inexio bundes­weit expan­dieren. Firmen­gründer Zimmer wurde 2012 von Ernst & Young als Entre­preneur des Jahres ("Start-up") gewählt, das Unter­nehmen belegte zeit­gleich den 1. Platz als am schnellsten wach­senden Unter­nehmen im "Deloitte Fast 50"-Index. Die saar­ländi­sche Landes­regie­rung verlieh Zimmer den Titel "Tech­nolo­gierat". inexio beschäf­tigt aktuell rund 325 Personen.

Kontakt über die IHK

Stellten das Konzept von fiberworx in Köln vor: Georg Sariyannis  (Geschäftsführer fiberworx), Dieter Zimmer (inexio), Philipp Gross (Peter Gross Bau) und Thomas Schommer (Pressesprecher Inexio)

Stellten das Konzept von fiberworx in Köln vor: Georg Sariyannis (Geschäftsführer fiberworx), Dieter Zimmer (inexio), Philipp Gross (Peter Gross Bau) und Thomas Schommer (Pressesprecher Inexio)
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Zimmer lernte bei der IHK (Indus­trie und Handels­kammer) Philipp Gross kennen, Chef des 1885 gegrün­deten Fami­lien-Bauun­terneh­mens Peter Gross. Daraus wurde die "Peter Gross Bau"-Firmen­gruppe, die alle Spiel­arten des Hoch- und Tief­baus abdeckt und auf den Gebieten Bau-, Roh- und Wert­stoffe aktiv ist.

Wie bei inexio liegen die Wurzeln im Saar­land, auch dieses Unter­nehmen ist längst bundes­weit tätig. Heute zählt die Peter-Gross-Gruppe 1300 Mitar­beiter, davon 300 Inge­nieure, 800 Fach­arbeiter und 74 Auszu­bildende sowie duale Studenten, die jähr­liche eine Bauleis­tung von 500 Millionen Euro erwirt­schaften.

Wenn Deutsch­land bis zum Jahr 2025 in der Gigabit-Gesell­schaft ankommen soll, wird ein flächen­deckendes Glas­faser­netz gebraucht, wovon Unter­nehmen, sowie öffent­liche und private Haus­halte glei­cher­maßen profi­tieren werden. Viele Projekte werden nach einer Ausschrei­bung unter hohem Zeit­druck reali­siert. Dafür gibt es viel zu wenig Baufirmen, die sich mit Glas­faser Infra­struktur auskennen.

Fiber­worx: Planen, bauen, vernetzen

Knowhow kann viel Zeit und Geld sparen

Knowhow kann viel Zeit und Geld sparen
Foto: Fiberworx / Peter Gross / Inexio

Die Idee war nahe­liegend: Ein auf Tele­kommu­nika­tions­infra­struktur spezia­lisiertes Bauun­ternehmen. So entstand Fiber­worx, der Name ist Programm. Schon vorher wurde die mögliche Zusam­menar­beit ausführ­lich erprobt, am Konzept gefeilt.

Bauen ist sehr segmen­tiertes Vorgehen, erklärt Philipp Gross, man muss Syner­gien und Kompe­tenzen heben und sehr effi­zient und gut orga­nisiert vorgehen. Da muss alles in einer Firma bleiben, weil Schnitt­stellen, die Geschwin­digkeit und Entschei­dungs­fähig­keit mindern. Das ganze Knowhow muss in einer Firma gebün­delt sein.

Die fiber­worx GmbH, erhielt ihren Sitz in der Quadra­testadt Mann­heim (Baden-Würt­temberg) und soll sich im Glas­faser­ausbau umfas­send auf die Bereiche Planung, Tiefbau, Kabel­arbeiten und den Anschluss beim Endkunden konzen­trieren.

fiber­worx: 25 Bauko­lonnen im Einsatz

Bereits für das erste Geschäfts­jahr rechnen Zimmer und Gross mit bis zu 25 Bau-Kolonnen, die einge­setzt werden können. Das entspricht über 100 Mitar­beitern, die bundes­weit in den Ausbau­projekten von inexio – aber auch anderer Auftrag­geber – tätig sein werden. Kurz­fristig soll das neue Unter­nehmen an mehreren Stand­orten auf 300 bis 500 Mitar­beiter anwachsen. In fünf bis zehn Jahren könnten es 2000 Leute werden.

„Aktuell posi­tionieren wir uns gerade neu im Markt und forcieren mit Hoch­druck den Glas­faser­ausbau bis zum Haus­anschluss (FTTB/FTTH)“, erklärt dazu inexio-Geschäfts­führer David Zimmer. „Für diesen Ausbau benö­tigen wir deut­lich mehr Tief­bauka­pazität als bisher. In ersten Gesprä­chen mit Philipp Gross war schnell klar, dass wir durch die Zusam­menfüh­rung unseres Know-hows schnell und effi­zient beson­dere Kapa­zitäten aufbauen können.“

Aktuell ist fiber­worx bereit in zwei Projekten von und für inexio aktiv. „Die ersten Gespräche mit den Geneh­migungs­behörden haben gezeigt, dass unser Poten­zial enorm ist“, schil­dert Georg Sari­yannis, Geschäfts­führer von fiber­worx. „Wir können pass­genau planen und damit bereits in der ersten Phase der Ausbau­projekte wert­volle Zeit gewinnen. Die gute Vorbe­reitung erleich­tert die spätere bauliche Umset­zung.“

Angst vor Tren­ching: Viel Baggern

Hier zweigt eine Glasfaser (im Schutzrohr) zum Kunden ab

Hier zweigt eine Glasfaser (im Schutzrohr) zum Kunden ab
Foto: Fiberworx / Peter Gross / inexio

Zimmer und Gross beklagen die Angst vor inno­vativen Baume­thoden wie "Tren­ching" , dem Auffräsen von Gehwegen oder Straßen. Aktuell liege der Anteil nur bei 0 bis 3 Prozent. Tech­nisch wären 20 bis 25 Prozent möglich, das würde 70 Prozent Personal sparen. Viele Gemeinden würden um ihre Gehwege und Stra­ßende­cken fürchten."Jeder Schlitz ist eine Störung. Wer haftet? Was ist genormt? Wie tief darf das Kabel liegen? Wird die Stra­ßendecke das aushalten?" Dabei sei der Stra­ßenschaden durch darüber fahrende LKWs ungleich höher. Probleme mache die oft unge­naue Bestands­aufnahme, die Tren­ching zum Risiko mache, weil die Gemeinden nie so genau wüssten, wo ihre Kabel wirk­lich liegen.

Wenn Glas­faser verlegt werden, sei 50 Prozent baggern notwendig, künftig könnten es sogar bis zu 70 Prozent werden, wenn die Glas­faser zu jedem Haus gelegt werden solle.

Bringt den Bürger­meister auf Trab!

Gemeinsam rich­teten die Unter­nehmer einen Appell an die Bevöl­kerung: "Bringt den Bürger­meister auf Trab, sorgt für den Ausbau."

Philipp Gross geht dabei prag­matisch vor: "Man muss die Gemeinden über­zeugen, ihnen Planungs­sicher­heit geben". Zimmer gibt zu bedenken, dass die Haupt­warte­zeiten die Geneh­migungen seien, die dauern viel zu lange. Das aktu­elle DigiNetz-Gesetz, das die gemein­same Nutzung von Kabel­gräben vorsieht und von Konkur­renten wie der Telekom gerne genutzt wird, ist für Zimmer kein Problem: "Wir bauen auf dem Land, da ist Ausbau ohnehin sehr teuer und Konkur­renten trauen sich da meist nicht ran.

Das Rhein­land-Pfalz-Modell

Im Bundes­land Rhein­land-Pfalz gibt es etwa 2700 eigen­stän­dige Orts­gemeinden, sie hatten nie eine Gebiets­reform, wurden also nie zusam­menge­legt. Diese kleinen Gemeinden können den büro­krati­schen Details-Aufwand gar nicht stemmen. Um beim Breit­band­ausbau über­haupt voran­zukommen, geht man dort über die Land­kreise, die den Ausbau ausschreiben mussten. In vielen Regionen hat inexio diese Projekte gewonnen.

Dadurch könne es aber auch einmal passieren, dass rund 700 Anschlüsse mit 12 Millionen geför­dert werden oder noch dras­tischer: Auf der einen Stra­ßenseite ist Förder­gebiet und auf der anderen gibt es keinen Zuschuss, weil es schon als ausge­baut gilt und die Aufgreif­schwelle von 30 MBit/s schon erreicht wird. Das ist den Bürgern vor Ort schwer zu vermit­teln.

Alle zwei Sekunden ein neuer Glas­faser-Anschluss? Was es damit auf sich hat, lesen Sie in einer weiteren Meldung.


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