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06.09.2019 - 11:35
Breitbandausbau

Bis zu 3 km pro Tag: Schnelles Internet, schneller verlegt

Anbieter testen neue Glasfaser-Verlege-Methoden

Mit der herkömm­lichen Methode schaffen die Netz­betreiber pro Tag ein paar hun­dert Meter, auf denen sie Glas­faser verlegen können. Die Layjet Micro-Rohr Verle­gege­sell­schaft verspricht hingegen eine Tages­leis­tung von bis zu drei Kilo­metern. Was machen die Öster­reicher anders? „Das ist ein All-in-One-System“, erklärt Bernt Ring­hofer, Sales Director von Layjet, „das heißt, in einem Arbeits­schritt wird die komplette Glas­faser verlegt.“ Ein Bagger fräst in einem einzigen Arbeits­gang das Stra­ßenban­kett auf, verlegt das Glas­faser­rohr von einer Rolle, und verschließt den Graben sofort wieder mit dem entnom­menen und aufbe­reiteten Mate­rial. Eine mitfah­rende Verscha­lung sorgt dafür, dass während des gesamten Vorgangs keine Steine oder Erde in den Graben rieseln, damit der Stra­ßenkörper stabil bleibt. Nachdem das Rohr in der Erde ist, wird mit einem Verdich­tungs­verfahren das Bankett wieder in den ursprüng­lichen Zustand gebracht. Eine Kamera und GPS sorgen für exakte Ausfüh­rungen und verhin­dern Beschä­digungen am Asphalt.

Deut­sche Telekom testet Verle­geme­thode mit Layjet

Derzeit testet die Deut­sche Telekom das Verfahren im frän­kischen Schnaitt­achtal. Hier werden 400 Haus­halte mit Glas­faser ange­schlossen. Layjet-Verkaufs­leiter Ring­hofer spricht im Vergleich zur herkömm­lichen Verle­geme­thode von einer Kosten­ersparnis zwischen 30 und 50 Prozent, je nach Beschaf­fenheit des Bodens. Die Telekom jeden­falls zeigt sich begeis­tert. „Wenn wir die Träger der Stra­ßenbau­last, das sind dieje­nigen, die für den Unter­halt der Straßen zuständig sind, auf unsere Seite bekommen und die das geneh­migen, sollte das künftig außer­orts die Stan­dard­methode der Telekom sein“, sagt Harald Hack, Leiter Planen und Bauen bei der Telekom.

Ein Kilo­meter Glas­faser für 70.000 Euro

Die Bonner sind natür­lich auch noch mit der herkömm­lichen Methode auf Deutsch­lands Straßen unter­wegs. Ende August haben Sie die Surf-Geschwin­digkeit für rund 66.000 Haus­halte in 80 Kommunen auf bis zu 100 MBit/s erhöht. Insge­samt sind es inzwi­schen 30 Millionen Haus­halte, die über das Vecto­ring der Telekom mit bis zu 250 MBit/s im World Wide Web surfen können. Davon sind 1,1 Millionen Haus­halte für Glas­faser bis ins Haus (FTTH) vorbe­reitet. Wo die Bonner in den vergan­genen Wo­chen eben­falls für schnelles Internet sorgten, kann im Unter­nehmens­blog nach­gelesen werden.

Die Telekom kalku­liert mit durch­schnitt­lichen Kosten von 70.000 Euro pro Kilo­meter Glas­faser. Bei dieser Summe kommt die Layjet-Verle­geme­thode gerade recht, zumal sie neben Kosten­vorteilen nach Angaben des Unter­nehmens auch die Netz­planung erleich­tert. Da die Glas­faser schneller verlegt werden kann, treten zudem weniger Verkehrs­störungen auf, wie sie etwa Anfang September im Ober­bergi­schen Kreis zwischen Isen­burg, Jost­berg und Alten­holte auftraten. Im Pflug­verfahren wurden in der Region 1,4 Kilo­meter Leer­rohre für den Glas­faser­ausbau und zudem von Isen­burg nach Alten­holte ein 10-kV-Mittel­span­nungs­kabel einge­pflügt. Zwei Stre­cken mussten wegen dieser Arbeiten tags­über gesperrt werden.

Kabelpflug Breitbandausbau Verlegemethode

Bereits vier Tage nach Erhalt des Förderbescheids begann in Hückeswagen und Wipperfürth der Breitbandausbau. Auf den Bescheid haben die Städte rund zwei Jahre gewartet.
Stadt Hückeswagen

Schnelle Kommune, lahmer Bund

Der Bund bezu­schusst den Breit­band­ausbau in Wipper­fürth und Hückes­wagen, zu denen die drei Kommunen gehören, mit 10,3 Millionen Euro. Das Land NRW steuert nochmal die gleiche Summe bei. Insge­samt werden in Hückes­wagen und Wipper­fürth 260 Kilo­meter Tiefbau reali­siert. Dabei werden rund 1.270 Kilo­meter Glas­faser ver­legt, damit am Ende über 3.000 Haus­halte, mehr als 100 Unter­nehmen und 18 Schu­len in beiden Städten mit schnellem Internet versorgt werden. Den Ausbau nimmt die BEW Bergi­sche Energie- und Wasser-GmbH (BEW) vor.

Und auch dieses Projekt ist ein Beispiel für Geschwin­digkeit. Die Stadt Hückes­wagen hat nicht lange gebraucht, um die Bagger anrollen zu lassen. Der Förderbe­scheid aus Berlin kam am 29. August im Rathaus an. Vier Tage später gab es schon die erste Stra­ßensper­rung zwischen Jost­berg und Isen­burg. Wenn die Vergabe der Förder­bescheide ebenso schnell wäre, könnte Deutsch­land den Rück­stand bei der Versor­gung mit Glas­faser­anschlüssen im Nu wett­machen. Im Februar 2017 stellten Hückes­wagen und Wipper­fürth ihre Anträge. Der vorläu­fige Bescheid lag nach fünf Monate vor. Zwei Jahre später wird gebaut.


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Marc Hankmann

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