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12.03.2019 - 15:14
Emergency Eye

Handyzugriff in Notfällen - per Rettungssoftware

Emergency Eye benötigt eine Verbindung zum Internet

Schneller Zugriff auf die Handy­ka­mera von Erst­hel­fern: Nach guten Erfah­rungen von Rettungs­kräften in Neuss wollen auch andere Kreise in NRW eine neue Notfall­soft­ware einführen. Die in Nord­rhein-West­falen bislang einma­lige Technik ermög­licht Einsatz­kräften, Notru­fende punkt­genau zu Orten und auf deren Smart­pho­ne­ka­mera zuzu­greifen. Im Rhein-Kreis Neuss komme das soge­nannte Emer­gency Eye seit der Einfüh­rung im September 2018 ein bis zwei Mal täglich zum Einsatz, sagte Elmar Eppels von der Leit­stelle des Kreises. Es habe dabei geholfen, Leben zu retten.

Nun will auch der Rhein-Sieg-Kreis die Soft­ware bald nutzen. "Das System soll noch in diesem Jahr ange­schafft und umge­setzt werden", sagte ein Spre­cher. Der Soft­ware­ent­wickler Corevas mit Sitz in Greven­broich verhan­delt nach eigenen Angaben mit allen Leit­stellen in NRW.

Emer­gency Eye benö­tigt eine Verbin­dung zum Internet

Die Software Emergency Eye für Notfälle in NRW

Die Software Emergency Eye für Notfälle in NRW
Bild: dpa

Wenn es im Notfall sinn­voll erscheint, bekommen Anrufer in Neuss nach einer Nach­frage der Leit­stelle eine SMS mit einem Link zuge­schickt. Sowohl zur Ortung als auch zur Nutzung der Kamera müssen sie zustimmen. Eine ähnliche Methode nutzt die baye­ri­sche Polizei bereits seit 2017, aller­dings nur, um Notfall­orte zu ermit­teln.

Eppels schil­dert einen Vorfall, bei dem ein Mann bei der Arbeit zusam­men­ge­bro­chen war: Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Mithilfe von Emer­gency Eye bekam der Mitar­beiter in der Leit­stelle Zugriff auf die Smartphonekamera des Erst­hel­fers. Unter präziser Anlei­tung reani­mierte dieser seinen zusam­men­ge­bro­chenen Kollegen - mit Erfolg. "Der Mann ist wieder wohlauf", sagte Eppels. Die Effek­ti­vität der Reani­ma­tion werde erheb­lich gestei­gert, wenn der rich­tige Druck­punkt genau genannt werden könne. "Die meisten Leute haben ja seit ihrem Führer­schein keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr gemacht."

Aller­dings braucht Emer­gency Eye eine Verbin­dung zum Internet. Für das Senden der GPS-Daten reiche eine geringe Geschwin­dig­keit, für die Video­über­tra­gung brauche es schon etwas mehr, sagte Eppels. In 95 Prozent der Fälle funk­tio­niere es in Neuss aber einwand­frei, betonte Huhle. Unter­stützt wird der Service dort auch von Voda­fone. Das Unter­nehmen stelle eine schnelle SMS-Über­mitt­lung sicher. Zudem fallen für die Notru­fenden keine Kosten durch die Daten­über­tra­gung an. Corevas strebt ähnliche Verein­ba­rungen mit anderen Firmen an.

Die Leit­stelle in Neuss zeigt sich mit der Soft­ware zufrieden. Einige Anrufer hätten sich laut Eppels gemeldet und gesagt: "Ohne das Feature, wäre ich verloren gewesen." Die Hand­ha­bung sei benut­zer­freund­lich und intuitiv. "Den Notru­fenden kann eine hohe Sicher­heit vermit­telt werden."


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dpa /

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