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09.09.2019 - 17:05
Offiziell

Huawei-Chef bestätigt: Mate 30 kommt ohne Google-Apps

Start in Europa ist aber noch nicht gesichert

Für Huawei wird es immer enger. Am Freitag voriger Woche musste Huawei Chef Richard Yu auf der IFA zugeben, dass das in drei Wochen auf den Markt kommende Mate 30 ohne Google Apps ausge­liefert werden wird. Damit sind erst­mals auch für die Käufer die Auswir­kungen des US-Banns gegen Huawei zu spüren. Die ameri­kani­sche Regie­rung hatte den Konzern im Rahmen seines Handels­konflikts mit China auf eine schwarze Liste gesetzt. Danach durften US-Konzerne nur noch mit beson­derer Erlaubnis Handel mit den Chinesen treiben und tech­nolo­gische Produkte liefern. Unter das Embargo fallen auch die Google Apps – eben diese, die jetzt beim Mate 30 fehlen werden.

Verkaufs­start in Europa gefährdet?

Harmony OS könnte den Ausweg für Huawei aus der US-Misere werden - oder auch nicht.

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Bild: picture alliance/Huawei/dpa

Zwar gelten für bereits im Markt erhält­liche Geräte Ausnah­mereg­lungen, aber das Mate 30 ist ein voll­kommen neues Smart­phone. "Auf diesem Gerät können wir die Google Mobile-Dienste nicht instal­lieren. Diese Option werden wir unseren Kunden über­lassen, die das selber machen können", sagte Richard Yu in Berlin. Jedoch: Ohne Plays­tore dürfte es nicht einfach werden, an die gewünschten Apps zu kommen. Viel­leicht findet Huawei ja einen Trick, wie das Unter­nehmen es seinen Kunden erleich­tern kann, die Apps nach­zurüsten, etwa über einen Link. Sicher ist jedoch, dass das Proce­dere und die mit dem Bann verbun­dene Unsi­cher­heit bei den Updates Kunden abschre­cken wird. Immerhin wird das Mate 30 preis­lich in der Ober­klasse liegen und fast 1000 Euro kosten. Dafür sollte das Smart­phone dann auch ohne Bastelei funk­tionieren.

Mögli­cher­weise wird Huawei es aber auch gar nicht erst versu­chen, Smart­phones ohne ein voll­stän­diges Android verkaufen zu wollen. Gegen­über der „Welt“ sagt Yu, es sei noch keines­wegs sicher, dass das Mate 30 und auch das Falt­handy Mate X über­haupt in Europa und in Deutsch­land auf den Markt kommen würden.

Umstieg auf Harmony OS mittel­fristig unver­meid­lich

Sollten die Ameri­kaner den Bann fort­schreiben, dann wird Huawei wohl gezwungen sein, auf das eigene Betriebs­system Harmony umzu­steigen. Das sei, so Yu, unaus­weich­lich. Doch auch hier werden sich die Nutzer dann mit einem für sie fremden Betriebs­system anfreunden müssen. Huawei müsste zudem die Herkules-Arbeit stemmen, ein eigenes Öko-System für Harmony OS aufzu­bauen. Eine Aufgabe an der bereits andere Unter­nehmen wie etwa Micro­soft oder Nokia geschei­tert sind.

Immerhin arbeitet man daran, viel gefragte Apps an das neue Betriebs­system anzu­passen. Laut Yu gehe das relativ einfach. Um für die entspre­chende Moti­vation zu sorgen, unter­stützt Huawei die Entwickler auch finan­ziell.

Aber die Soft­ware ist nicht einzige Baustelle der Chinesen. Auch bei den Prozes­soren, für die vor allem auch Patente und Entwick­lungen von ameri­kani­schen Chip-Riesen Qual­comm und Intel benö­tigt werden, wird es über kurz oder lang einen Engpass geben. Mögliche Unter­stüt­zung könnte von Chip­herstel­lern selber kommen. Die fürchten nämlich um ihre Umsätze und haben deshalb schon mehr­mals bei der ameri­kani­schen Regie­rung vorge­spro­chen.


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