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15.11.2016 - 10:05
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ITU Telecom World: Noch sind 3,5 Milliarden Menschen offline

Erst die Hälfte der Menschheit ist online

Ein viel diskutiertes Thema auf der ITU Telecom World 2016 in Bangkok ist die Überwindung des "Digital Divide", die Aufteilung der Welt in "reich", wo die Bevölkerung jederzeit Zugang zum riesigen Informationsschatz des Internet hat, und "arm", wo die Bevölkerung von genau diesem Informationsschatz besonders profitieren könnte. Aktuell sind vier Milliarden Menschen online - das sind 53 Prozent der Weltbevölkerung. Was kann getan werden, um auch die zweite Hälfte - ebenfalls dreieinhalb Milliarden Menschen - mit einem online-Zugang auszustatten?

Der Rückstand wird in Ländern wie Indien besonders deutlich. Dort gibt es über eine Milliarde Mobilfunkanschlüsse. Zugleich lebt in Indien eine Milliarde Menschen, die noch keinen Internetzugang hat. Anders als in den westlichen Ländern, wo diskutiert wird, ob die Nutzer Gigabit-Anschlüsse benötigen, oder nicht doch 100 MBit/s reichen, geht es in den sich entwickelnden Ländern vor allem darum, überhaupt eine Basisversorgung bereitzustellen.

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Leistungsfähige Mobilfunknetze besonders wichtig

Andererseits gibt es auch in den genannten Ländern große Bevölkerungsschichten, die sich mehr als eine Basisversorgung wünschen, und die auch in der Lage sind, dafür einen Aufpreis zu bezahlen. Und da die Nutzer auch keine Chance haben, bei Überlastung der Mobilfunknetze auf das schnellere Festnetz zurückzugreifen, sind in den sich entwickelnden Ländern leistungsfähige Mobilfunknetze sogar besonders wichtig. Sobald neue Mobilfunktechnologien eine gewisse Reife und ein akzeptables Preisniveau erreicht haben, werden sie daher gerade in den "armen" Ländern forciert ausgebaut.

Die genannten Bedingungen für einen günstigen Ausbau sind derzeit für 4G/LTE in vielen Ländern erfüllt. Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, führt gerade LTE ein. Suphachai Chearavanont, CEO von True, dem dritten mobilen Netzwerk in Thailand, nannte gestern eine Abdeckung von 98 Prozent Bevölkerungsabdeckung als Ausbauziel für LTE. Das ist kein einfaches Ziel für ein Land mit einem Neuntel des Bruttosozialprodukts von Deutschland, aber zugleich einer um 44 Prozent größeren Fläche!

Neben dem Abwarten, bis neue Mobilfunktechnologien bezahlbar sind, können auch die Staaten dazu beitragen, die Ausbaukosten zu drücken: Mit den Gebühren für die Lizenzvergabe, den Steuern für Tk-Dienste oder den Regulierungsvorschriften für den Netzausbau haben die Staaten viele Stellschrauben, die sie zugunsten - oder zuungunsten - der Netzbetreiber justieren können. Während beispielsweise in der Schweiz besonders niedrige Strahlengrenzwerte die Netzbetreiber zu einem kostspieligen, besonders dichten Netzausbau zwingen, wird in anderen Ländern in der anderen Richtung optimiert, zugunsten der Tk-Industie.

Entwicklungsvoraussetzung

Telekommunikation gehört - anders als beispielsweise Energie - nicht direkt zu den von der UNO genannten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. Auf der ITU Telecom World 2016 herrschte aber Einigkeit darüber, dass gut ausgebaute Telekommunikationsnetze und bezahlbare Tk-Dienstleistungen ein Katalysator und Treiber sowohl für die soziale Weiterentwicklung als auch für Wirtschaftswachstum sind. Wichtig ist zudem, den Kindern schon in der Schule zu vermitteln, wie sie den Informationsschatz, den das Internet bietet, auch nutzen können.


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