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07.09.2019 - 14:50
Media Analyse

Lieber per Spotify oder DAB+: Internetradios verlieren Hörer

Nutzer streamen lieber auf Spotify oder hören DAB+

Der Zenit für den Verbrei­tungsweg Inter­netradio scheint in Deutsch­land über­schritten. Laut der neuesten Ausgabe der Media Analyse IP Audio (ma IP Audio 2. Quartal 2019) haben die meisten linearen Radio­programme zum Teil stark an Hörern verloren. Das schlägt sich auch auf die großen Kombis nieder. Alle 20 großen Kombi­nationen haben zum Teil zwei­stel­lige Verluste erlitten. Die Kombi RMS Online Audio, in der große Privat­radios vermarktet werden, hat zum Beispiel 8,1 Millionen Sessions einge­büßt, ein Verlust von minus 8,2 Prozent. Bei der ARD gibt es ein Minus von 4,5 Prozent.

Auch bei den Top 20 der Einzel­sender gab es fast nur Verluste. Ledig­lich das NDR-Jugend­programm N-Joy und der private Rock­sender Radio Bob! konnten bei den Webradio-Sessions zulegen. Da die Analyse die Ergeb­nisse der Monate April bis Juni umfasst, kann von saison­bedingten Rück­gängen etwa wegen der Sommer­urlaubs­zeit keine Rede sein.

Es wird nun span­nend sein, ob der Digi­tali­sierungs­bericht der Landes­medi­enan­stalten, der anläss­lich der IFA in Berlin präsen­tiert wird, den Trend bestä­tigt. Zunächst muss man auch weitere Ausgaben der ma IP Audio abwarten. Die nächsten Zahlen gibt es in einem Vier­teljahr.

Spotify legt stark zu

Die Internetradio-Nutzung geht in Deutschland zurück

Die Internetradio-Nutzung geht in Deutschland zurück
Foto: AEG

Der größte Gewinner der neuesten Ausgabe der Media Analyse heißt Spotify mit einem Plus von 14,9 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal. Insge­samt stei­gert sich der Strea­ming-Anbieter auf den neuen Rekord von 121,23 Millionen Sessions. Es ist ein Indiz, dass das klas­sische Radio, aber auch die Webradio-Ableger der großen deut­schen Sender auf dem abstei­genden Ast sind, während die Hörer­zahlen über das terres­trische Digi­talradio DAB+ deut­lich zulegen (siehe ma Audio II/2019). Über Internet wird also weniger Live-Radio gehört, statt dessen mehr Musik gestreamt oder alter­native Audio­formen wie Podcast genutzt.

Radio­hörer wech­seln zum unbe­liebten DAB+

Gleich­zeitig verla­gert sich die digi­tale Radio­nutzung offen­sicht­lich vom Web auf DAB+. Das dürfte vielen privaten Radio­veran­stal­tern und Unter­nehmen aus der Werbe­branche gar nicht gefallen. Sie sehen DAB+ als Verbrei­tungsweg kritisch, da dieser im direkten Vergleich mit Online-Medien das Manko hat, keine Echt­zeit-Daten über die Nutzung zu liefern. Werbe­trei­bende erhalten somit auch keine Infor­mationen, ob ihre Werbung auch messbar konsu­miert wurde. Hinzu kommen fehlende Adres­sierung und Perso­nali­sierung.

Aller­dings gibt es beim Inter­netradio tech­nische Einschrän­kungen: Es ist oft einfa­cher, morgens nach dem Aufstehen den Einschalt­knopf eines UKW- oder DAB+-Radios zu bedienen, als zunächst eine App zu starten und den Stream per Blue­tooth auf Drahtlos-Boxen zu über­tragen. Unter­wegs gilt der Verbrei­tungsweg vieler­orts als unzu­verlässig, da die Mobil­funk­netze zu schlecht ausge­baut sind. Hinzu kommen Kosten und es droht eine Dros­selung der Daten­verbin­dung, nutzt der Hörer nicht Ange­bote wie StreamOn der Telekom oder besitzt eine echte Mobil­funk-Flat­rate.


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