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10.11.2018 - 10:02
Telekom-Fernsehen

MagentaTV: Heftige Kritik an Mediatheken mit ARD/ZDF

Pay-Angebot für gebührenfinanzierte Inhalte

Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) übt heftige Kritik an den vier von der Telekom betriebenen ARD/ZDF-Mediatheken im neuen Angebot Magenta TV und fordert die Medienpolitik zum sofortigen Handeln auf.

Labonte: Schluss mit Etikettenschwindel

Kritik an den neuen Mediatheken bei Magenta TV

Kritik an den neuen Mediatheken bei Magenta TV
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

"Schluss mit dem Etikettenschwindel!", fordert der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte. Mit dem Missbrauch der Marken ARD und ZDF würden die Sender ihrem öffentlich-rechtlichen Grund­ver­sorgungs­an­spruch nicht mehr gerecht. "Wir halten es für rundfunkrechtlich und medienpolitisch sehr bedenklich, wenn mit den Gebühren der Zuschauer finanzierte, hochwertige und exklusive Inhalte in den Telekom-ARD/ZDF-Mediatheken nicht mehr frei und ungehindert zugänglich sind", so Labonte. "Mit der zusätzlichen Abo-Gebühr für diese Mediatheken werden Zuschauer für die aufwendig produzierten Inhalte gleich doppelt abkassiert. Darüber hinaus handelt es sich hier um eine starke Verzerrung des Wettbewerbs gegenüber allen anderen Plattformbetreibern und unabhängigen Kabelnetzbetreibern, wenn die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter etwa weitere Dienste in diese Telekom-Mediathek einbauen", zeigte sich der FRK-Vorsitzende mehr als erstaunt über den Deal zwischen ARD, ZDF und der Telekom.

Telekom nutzt Namen ARD und ZDF für eigene Mediatheken

Die Telekom betreibt und bewirbt seit einigen Tagen als Teil ihres Angebots Magenta TV die vier Mediatheken ARD Plus, ZDF select, ARD Plus Kids und ZDF tivi. Dafür bezieht die Telekom von den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern über 8000 Programminhalte exklusiv und darf die Markennamen ARD und ZDF für ihre eigenen Mediatheken nutzen. Magenta TV-Kunden werden für den Zugang zu den vier Mediatheken mit 7,95 Euro monatlich zur Kasse gebeten, obwohl es sich um Inhalte des mit Rundfunkgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehens handelt.

"Der Telekom-Kunde zahlt für die Programme zweimal. Einmal mit seinen Rundfunkgebühren und dann mit seiner Gebühr für das Abonnement. Die Überlassung der Marken an einen privatwirtschaftlichen Anbieter halten wir auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um den Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dessen immer höhere Finanzforderungen für nicht hinnehmbar. Hier sind glaubwürdige Medienpolitiker gefragt, die Verantwortung für die Gebührenzahler übernehmen und diesem Etikettenschwindel ein Ende bereiten. Es geht nicht generell darum, den erfolgreichen Verkauf von Lizenzen und Senderechten ins Ausland einzuschränken. Aber bundesweit sollte die Verbreitung dieser Inhalte auf die Sender der ARD und ZDF sowie deren eigene Mediatheken beschränkt sein", fordert Labonte abschließend.

In einem separaten Artikel lesen Sie unseren ersten Erfahrungsbericht: MagentaTV der Telekom im Test.


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