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09.11.2018 - 14:58
Messe-Startup

DIGITAL 2018: Ausziehbares Auto, Hausbau-Roboter & Cyborgs

Neues Messeformat von der Telekom in Köln getestet

Ein neues Messeformat wurde von der Deutschen Telekom am Mittwoch und Donnerstag in Köln erfolgreich getestet, die "DIGITAL 2018". Zielgruppe waren 7000 Mittelständler, Konzernvertreter, Politiker und Wissenschaftler; es gab 100 Vorträge und Diskussionen rund um die Digitalisierung in Deutschland. Zum Abschluss spielte die Pop-Band Black Eyed Peas, deren Gründer, Produzent und Protagonist Will.i.am auch digital als Entwickler von Geräten der Zukunft unterwegs ist.

Zwei Tage Digitalisierung

Telekom Geschäftskundenchef Hagen Rickmann stellte das Messekonzept vor.

Telekom Geschäftskundenchef Hagen Rickmann stellte das Messekonzept vor.
Foto: Deutsche Telekom

„Wir haben das Thema Digitalisierung zwei Tage lang in den Mittelpunkt gerückt. Ziel war unsere Gäste zu inspirieren, zu motivieren und branchenübergreifend zu vernetzen. Das haben wir geschafft. Die Resonanz ist überwältigend. Nächstes Jahr werden wir am 29. und 30. Oktober 2019 den Digitalgipfel in Köln fortsetzen und vorher wieder regionale Netzwerkveranstaltungen durchführen“, fasst Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland und Schirmherr das Geschehen "seiner" Messe zusammen.

Deutschland hat ein starkes Rückgrat

Die Euphorie der Teilnehmer ist ansteckend. „Die Digitalisierung ist ein großes Geschenk für uns. Deutschland hat ein starkes industrielles Rückgrat. In der zweiten Hälfte der Digitalisierung geht es nun darum, die Produktion und die Produkte zu vernetzen. Hier liegen Chancen für Deutschland und Europa“, sagte Tim Höttges in seiner Eröffnungsrede. Die Telekom wolle helfen, Deutschland zu digitalisieren. Der Aufbau eines 5G-Netzes sei dazu ein wichtiger Baustein. Mit ihrem 8-Punkte-Programm habe die Telekom sich als erster Anbieter klar zum Ausbau positioniert. „Andere sind noch bei Forderungen, wir sind schon im Umsetzungsmodus“, sagte Höttges. Dazu zähle auch der enge Austausch mit der Industrie, deren Anforderungen ebenfalls berücksichtigt würden. "Wir sehen uns als Partner der Industrie und des Mittelstands in Deutschland und Europa."

Mehr Netz in mehr Gebieten

Höttges wiederholte die bereits an anderer Stelle gemachten Ankündigungen: "Wir schließen in den kommenden Jahren 3000 Gewerbegebiete direkt mit Glasfaser an, 400 000 Unternehmen profitieren davon. Wir investieren Milliarden in modernste Breitbandinfrastrukturen, ob im Festnetz oder Mobilfunk.“ Europa sei gefordert, eine industriepolitische Vision zu entwickeln. „Die Idee, in Europa ein starkes Zentrum für Künstliche Intelligenz entstehen zu lassen, ist goldrichtig“, sagte Höttges.

Hochkarätige Redner

Während der zwei Tage gab es in Köln einige Highlights. Apple-Mitgründer Steve Wozniak warf einen Blick zurück zu den Anfängen des heute weltweit wertvollsten Unternehmens. Der ehemalige Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschafts- und Digitalisierungsminister in Nordrhein-Westfalen, beleuchteten das Thema Digitalisierung aus politischer Perspektive.

Futuristisch: Farben spüren statt sehen

Der Referent Neil Harbisson wurde farbenblind geboren. Grün, Blau, Rot und Gelb kannte er lange Zeit nur aus Erzählungen. Er beschloss, dies zu ändern. Eine fest in seinem Kopf verankerte "Antenne" nimmt Farben wahr und übersetzt sie in Schwingungen. Ein Chip im Kopf des Briten gibt diese ans Gehirn weiter. So spürt er Farben, statt sie zu sehen.

Großbritannien hat ihn als ersten Menschen offiziell als Cyborg anerkannt. Um anderen Vorbild zu sein, hat Harbisson die Cyborg Foundation gegründet. Unter Cyborgs versteht man Zwitterwesen aus Natur und Technik. Dabei werden einige ethische Prinzipien auf den Kopf gestellt, was nicht jedermanns Gefallen finden dürfte.

„Unsere Digitalisierungsreihe hat sich schon jetzt zum Inkubator von Ideen und zur Plattform des Austauschs rund um die Digitalisierung etabliert“, schwärmt Rickmann weiter. „Und die DIGITAL zeigt: Der analoge Austausch und das persönliche Netzwerken sind auch in einer digitalen Welt gefragt.“

Anwendungen zum Staunen

Neben Keynotes ("Ansprachen") und Diskussionen liefert die Messe Exponate und konkrete Anwendungsfälle, wie beispielsweise 3D-Drucker, die Wertschöpfungskette verändern. Mit dieser Frage beschäftigte sich BigRep, ein Serienhersteller für 3D-Drucker. Besonders in der Automatisierung der Industrie spielt 3D-Druck eine wichtige Rolle, denn spezielle Bau- oder Ersatzteile, die es anderswo nicht mehr oder noch nicht gibt, können kurzfristig "gedruckt" werden.

BMW stellte sein autonomes Fahren vor. In den Lagerhallen des Automobilherstellers ist es schon Realität, um die Produktion von neuen Fahrzeugen zu beschleunigen. Ein Auto der besonderen Art kommt vom Düsseldorfer Unternehmen „The iEV“. Noch sind die gefertigten Elektro-Fahrzeuge Prototypen. Dazu gehört auch ein "fahrbarer Untersatz zum Ausziehen": Je nach Bedarf lässt sich das Gefährt vergrößern. Von einem Zweisitzer auf eine Variante für vier oder sechs Insassen. Ob und wann das Vehikel in Serie gehen wird, ist noch nicht bekannt.

Roboter im Hausbau

Das niederländische Start-Up Vertico setzt Roboter zum Hausbau ein. Das Unternehmen arbeitet dabei eng mit der Uni-Eindhoven zusammen. Mit jedem gebauten Haus wird die Anwendung reifer. So soll ein robotergebautes Fundament nur noch 30 Stunden dauern.

Künstliche Intelligenz: Geliebt und gefürchtet

Für Chris Boos, Pionier der Künstlichen Intelligenz (KI, englisch AI), ist diese längst da, ob man sie mag oder nicht. Er räumte ein, dass die KI bei Anwendungen jedoch an Grenzen stoße. Der Mensch umgebe sich im Service lieber mit Menschen. Und Kreativität lasse sich noch nicht auf KI übertragen.

Die nächste "DIGITAL 2019" ist - wie gesagt - für den 29. und 30. Oktober 2019 wieder in Köln vorgesehen.


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