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17.02.2017 - 13:29
Behörde

BNetzA verbietet sprechende Spielzeugpuppe "My Friend Cayla"

Puppe soll sich als Spionagegerät geeignet haben

Die Bundesnetzagentur hat eine sprechende Puppe wegen Überwachungsgefahr aus dem Handel genommen und will in Zukunft noch mehr Spielzeug auf den Prüfstand stellen. Die Behörde gehe "gegen unerlaubte funkfähige Sendeanlagen in Kinderspielzeug vor". Betroffen ist erstmal die vernetzte Puppe "My Friend Cayla".

"Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrofone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen. Das gilt auch und gerade für Kinderspielzeug", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann. Grundsätzlich sei jegliches Spielzeug, das funkfähig und zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignet sei, in Deutschland verboten, betonte die Behörde. "Die Bundesnetzagentur wird noch mehr interaktives Spielzeug auf den Prüfstand stellen und wenn nötig dagegen vorgehen." Eltern haben durch den bisherigen Betrieb nichts zu befürchten, sollten die Puppe aber unschädlich machen, hieß es. Eine Million der Puppen sei vom Hersteller in Umlauf gebracht worden.

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Aktualisiert: 17.02.2017 - 13:29*
Spielzeug

Warnung vor Puppen mit Internetanbindung

"My Friend Cayla" und "i-Que" unterhalten sich

My Friend Cayla - per Bluetooth kann die Puppe abgehört werden

My Friend Cayla - per Bluetooth kann die Puppe abgehört werden
Screenshot: teltarif.de

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Datenlecks bei Kinderspielzeug mit Internetverbindung. Über die Puppe My Friend Cayla" und den Roboter "i-Que" könnten Dritte sich ohne Schwierigkeiten mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc. Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands.

Wenn zum Beispiel "Cayla" online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt die Firma "Vivid", die die Figur in Deutschland vertreibt, "Soll ich mir die Nägel lackieren?" oder "Wo ist der Eiffelturm?".

Jeder kann sich per Bluetooth mit den Puppen verbinden

Nach Darstellung der Verbraucherschützer kann sich jeder in der Nähe über eine Bluetooth-Funkverbindung mit den Puppen verbinden und sie als eine Art Headset für das Smartphone nutzen. So könnten auch Fremde mit den Kindern kommunizieren, argumentieren sie. Zudem verstoßen die Nutzungsbedingungen aus ihrer Sicht gegen EU-Recht: Kunden müssen demnach vor dem Gebrauch erlauben, dass die Bedingungen später ohne ihr Wissen geändert werden, ihre Daten für persönliche Werbung genutzt und dass Informationen weitergereicht werden.

Alles, was Kinder den Puppen erzählen, werde an eine US-Firma weitergereicht, die auf Spracherkennung spezialisiert sei und die Daten auch an Dritte weitergeben und umfassend nutzen dürfe. Außerdem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert: Cayla etwa erzähle, wie sehr sie Disney-Filme liebe. Die Sprachaufnahmen seien allerdings verschlüsselt und auch der überwiegende Großteil der Datenübermittlung sei mit Verschlüsselung geschützt.

Kein Kommentar vom Anbieter

Verbraucherverbände in Norwegen, Frankreich, Schweden, Griechenland, Belgien, Irland und den Niederlanden wollen laut Beuc Beschwerde bei nationalen Verbraucherschutz- oder Datenschutzbehörden einreichen. Beuc wendet sich an die EU-Kommission und das europäische Gremium nationaler Datenschützer. "Vivid" äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Update 17. Februar 2017: Cayla wurde verboten

Die Bundesnetzagentur hat die Puppe Cayla in Deutschland verboten.

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