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11.01.2020 - 11:33
Begründung

o2: Darum entspricht die Netzabdeckung nicht den Vorgaben

Mobilfunknetz-Fusion und LTE-Ausbau zugleich

Die Ankün­digung der Bundes­netz­agentur, sich die Erfül­lung der Versor­gungs­auflagen aus dem Jahre 2015 jetzt genauer anzu­sehen, hat - wie zu erwarten war - Reak­tionen bei den Netz­betrei­bern ausge­löst.

Erste Stel­lung­nahme von Telefónica

Telefónica Deutschland (o2) begründet die Verzögerungen beim geforderten Netzausbau

Telefónica Deutschland (o2) begründet die Verzögerungen beim geforderten Netzausbau
Foto: Telefónica o2

Als erstes Unter­nehmen meldete sich Telefónica Deutsch­land (Marken­name "o2") zu Wort: "Telefónica Deutsch­land treibt den LTE-Ausbau massiv voran", betont das Unter­nehmen und fügt hinzu: "Wir bauen derzeit das Netz so schnell aus wie kein anderer Anbieter in Deutsch­land. Im Schnitt nehmen wir alle 50 Minuten einen neuen LTE-Sender in Betrieb. So holen wir rasant auf und versorgen immer mehr Menschen auch in länd­lichen Regionen mit schnellem Internet."

Dass das gewünschte Ergebnis (noch) nicht ganz erreicht wurde, ist o2 bewusst: "Natür­lich bedauern wir, dass wir die Versor­gungs­auflagen zum Jahres­ende unter Zugrun­dele­gung der von der BNetzA für richtig erach­teten Messpegel noch nicht voll erfüllen" und verspricht: "Wir werden aber mit unserem hohen Tempo weiter­arbeiten und die ehrgei­zigen Ziele so schnell wie möglich voll­umfäng­lich in 2020 erfüllen. Wir inten­sivieren 2020 weiter den LTE-Ausbau und haben dafür unter anderem im Dezember ein mehrere 100 Millionen Euro schweres zusätz­liches Inves­titi­onspaket für den beschleu­nigten Netz­ausbau geschnürt."

Diffe­renzier­tere Betrach­tung

Im Gegen­satz zur Bundes­netz­agentur sieht das Unter­nehmen die Lage diffe­renzierter. "Nach unserer Auffas­sung stellt sich die aktu­elle Netz­abde­ckung auch wesent­lich besser dar, als es die BNetzA jetzt veröf­fent­licht hat. Dies liegt an einem unter­schied­lichen Verständnis der Versor­gungs­auflage 2015. Speziell betrifft das die Frage, welcher Empfangs­pegel – also wie viele Balken auf dem Smart­phone einen LTE-Empfang anzeigen - für die Ermitt­lung der versorgten Flächen zu Grunde zu legen ist."

Wie misst man Versor­gungs­qualität?

Das ist in der Tat eine span­nende Diskus­sion. Wie wird die Versor­gungs­qualität gemessen? Mit einem mehrere Tausend-Euro teuren Refe­renz-Smart­phone mit spezi­eller Mess-Soft­ware, super­empfind­lichem Empfänger und über eine Außen­antenne? (Handys mit außen­liegender Antenne gibt es heute fast nicht mehr.) Oder nimmt man bewusst ein 20 Euro Telefon aus der Grab­belkiste im Verbrau­cher­markt? Sollte das Telefon mit iOS, Android oder einem anderem System laufen? o2 teilt dazu mit, dass man "in der Diskus­sion mit der BNetzA" sei.

Sonder­situa­tion Netz­zusam­menfüh­rung

Wie schon erwähnt gibt Telefónica folgendes zu bedenken: "Grund­sätz­lich ergeben sich Unter­schiede zu unseren Wett­bewer­bern auch aus der Zusam­menfüh­rung zweier Mobil­funk­netze nach dem Zusam­menschluss mit E-Plus. Es war das größte Projekt dieser Art, das es jemals in Europa gegeben hat. Dafür exis­tierten keine Präze­denz­fälle. Wir haben uns im Sinne unserer rund 45 Millionen Kunden auf die Stei­gerung ihrer alltäg­lichen Netz­qualität konzen­triert. Für uns galt die Maxime, diese Zusam­menfüh­rung für unsere Kunden möglichst geräuschlos zu bewerk­stel­ligen."

Telefónica ist davon über­zeugt, dass "diese Opera­tion am offenen Herzen" mit großem Erfolg gelungen sei.

Energie in "inten­siven LTE-Ausbau" gesteckt

Parallel zur Netz­fusion habe man alle Energie in den inten­siven LTE-Ausbau gesteckt. Dass sich die Netz­qualität konse­quent verbes­sere, belegten die jüngsten Test­urteile der Fach­zeit­schriften "connect", "CHIP" und "ComputerBild", die das Netz von o2 jeweils mit „gut“ bewertet haben. Das zeige sich nicht zuletzt auch in den starken Kunden­zuwächsen im Netz von o2: "Kein Anbieter gewinnt aktuell mehr Vertrags­kunden als wir."

o2 kündigt wie bereits an anderer Stelle berichtet das Durch­halten "der hohen Schlag­zahl beim LTE-Ausbau" an, um "unsere Netz­versor­gung konti­nuier­lich weiter (zu) verbes­sern."

Versor­gungs­auflage von 2015 vs. Mobil­funk­pakt von 2019

Für o2 steht die Versor­gungs­auflage von 2015 nicht für sich allein – man berück­sich­tige parallel bei der Netz­planung die Auflagen aus dem Mobil­funk­pakt mit Bundes­minister Scheuer sowie die Auflagen aus der Frequenz­auktion 2019. Deswegen werde von o2 beispiels­weise bereits heute rund 60 Prozent der Bevöl­kerung mit 100 MBit/s versorgt. Telefónica erklärt das "stra­tegi­sches Ziel, das größte und modernste Netz in Deutsch­land mit einem erst­klas­sigen Netz­erlebnis für unsere Kunden zu bauen".

Die Botschaft aus Bonn ist in München ange­kommen. Mal sehen, was die Bundes­netz­agentur in den nächsten Wochen nach Auswer­tung der eigenen Mess­ergeb­nisse entscheiden wird.

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