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20.09.2019 - 09:09
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Oktoberfest: Datenflut und smarte Bier-Bestellung?

Netzbetreiber sind auf die Wiesn vorbereitet

Am Samstag startet in München mit dem tradi­tionellen "Ozapft is" das Okto­berfest 2019. Egal ob im Dirndl oder in Leder­hosen, das Smart­phone wird auf dem Okto­berfest mit dabei sein, damit die sechs bis sieben Millionen erwar­teten Besu­cher ihre Erleb­nisse mit aller Welt teilen können.

Extreme Heraus­forde­rung

6-7 Millionen Besucher erwartet das Münchner Oktoberfest. Und alle wollen telefonieren oder Filme oder Bilder übertragen. Der große Mast gehört zu einem Fahrgeschäft.

6-7 Millionen Besucher erwartet das Münchner Oktoberfest. Und alle wollen telefonieren oder Filme oder Bilder übertragen. Der große Mast gehört zu einem Fahrgeschäft.
Foto: Picture Alliance / dpa

Für die Tele­kommu­nika­tions­unter­nehmen stellt die "Wiesn" eine enorme Heraus­forde­rung dar, denn auf kleiner Fläche möchten sehr viele Menschen in drei Netzen gleich­zeitig tele­fonieren, im Internet surfen oder Bilder verschi­cken. (Das vierte Netz kommt - nach heutiger Planung - erst ab 2021.)

Voda­fone erwartet plus 30 Prozent Daten

Der Netz­betreiber Voda­fone erwartet für das Okto­berfest 2019 eine Stei­gerung seines Daten­verkehrs um mehr als 30 Prozent - und damit einen neuen Daten-Rekord. Deshalb baut der Mobil­funk­anbieter nach eigenen Angaben "sein bislang stärkstes Netz" auf der There­sien­wiese auf - und nach dem Okto­berfest wieder ab.

In diesem Jahr werden alleine von Voda­fone etwa 130 LTE-Antennen auf LTE 1800, LTE 2100 und LTE 2600 die Gäste des welt­berühmten Volks­festes versorgen. Unter idealen Bedin­gungen können dann die Wiesn-Besu­cher aus aller Welt im Netz von Voda­fone mit bis zu 500 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ihre Daten herun­terladen. Beim Upload könnten bis zu 150 MBit/s möglich sein, das aktu­ellste Handy/Smart­phone voraus­gesetzt. Damit dürften manche Erleb­nisse schneller im Netz, als von den meisten Fest­netz-Anschlüssen aus sein.

Spit­zentempo: 500 MBit/s

Möglich werden die neuen Spitzen-Geschwin­digkeiten auf dem 42 Hektar großen Fest­gelände durch die Tech­nologie "Vier­fach MiMo (4x4 MiMo mit 20 MHz Band­breite)". Für Voda­fone funken diese MiMo-Antennen erst­mals im Okto­berfest-Netz. Die insge­samt 130 LTE-Antennen sind inner­halb des Fest­geländes auf 21 Mobil­funk­stationen (im Vorjahr waren es 18 Stand­orte) instal­liert.

Mit seinem Wiesn-Netz reali­siert Voda­fone inner­halb Münchens eine zusätz­liche Infra­struktur, die etwa der Mobil­funk­versor­gung einer mittel­großen Stadt in Deutsch­land entspricht. Das Voda­fone-Netz auf der Wiesn ist mit leis­tungs­starken Swit­ches ausge­stattet und an eine Glas­faser­leitung ange­schlossen sind, um eine konstante Leis­tung sicher zu stellen. Zudem wurden alle vorhan­denen Radio-Access-Networks (RAN) auf IP umge­stellt.

Allein der Hin- und Wegtrans­port der tempo­rären System­technik ist eine logis­tische Meis­terleis­tung – insbe­sondere da der Aufbau der Mobil­funk­anlagen während der "letzten heißen" Tage vor der Eröff­nung parallel zu allen sons­tigen Akti­vitäten auf dem Okto­berfest-Gelände umge­setzt wird. Die gesamte Infra­struktur wird nach Wiesn-Ende wieder abge­baut und wartet dann schon auf ihren nächsten Einsatz.

Dieser enorme Technik­einsatz muss detail­liert vorbe­reitet werden: Die Funk­netz- und Kapa­zitäts­planer bei Voda­fone haben dabei im Vorfeld die Verbin­dungs- und Nutzungs­zahlen im Voda­fone-Mobil­funk­netz für das vergan­gene Fest analy­siert. Wo und wann gab es Engpässe? Welches waren die Spit­zenzeiten für die Nutzer? Wie hat sich die Gesamt­nutzung der Mobil­funk­dienste entwi­ckelt? Alle diese Daten flossen in die Planung der benö­tigten Funk­zellen ein, damit die Wiesn-Besu­cher störungs­frei mobil tele­fonieren, chatten und im Internet surfen können.

Okto­berfest total digital?

Über ein mit IoT digitalisiertes Oktoberfest hat sich die Telekom Gedanken gemacht.

Über ein mit IoT digitalisiertes Oktoberfest hat sich die Telekom Gedanken gemacht.
Foto: Deutsche Telekom

Wie man das Okto­berfest noch mehr digi­tali­sieren könnte, hat sich Martina Mora­wietz, Corpo­rate Blog­gerin bei der Deut­schen Telekom über­legt.

Im Kern: Schlaue Dinge, Sensoren und ein Netz – kurz das Internet der Dinge (kurz: IoT). Hendl, Würstl und Haxn muss es frisch geben. Knapp 150 Gastro­betriebe müssen dort lückenlos nach­weisen, dass sie die Vorschriften zur Lebens­mittel­sicher­heit einhalten, etwa über eine App.

Schnelle Repa­raturen

Defekte Toiletten sind ein Gräuel auf dem Fest. Mit einem digi­talen Schlüssel ließe sich jede Art von Arbeits­mate­rial direkt in den Koffer­raum des Instal­lateurs liefern – von Arma­turen bis Sani­tärke­ramik.

Auto­matisch Bier nach­bestellen

Falls das Bier ausgehen sollte, könnten sich die Wiesn-Wirte mit IoT-Service Buttons ausstatten lassen und auf Knopf­druck Bier nach­bestellen, leere Container abholen lassen und tech­nische Störungen in den Schan­klei­tungen melden. Der digi­tale Knopf ließe sich einfach an der Theke oder im Lager anbringen, er bestä­tigt jede ausge­führte Bestel­lung. Hoffen wir nur, das der Bier­kutscher nicht im Stau stecken bleibt.

Park­plätze?

Park­plätze sind bei solchen Festen Mangel­ware. Sensoren im Stra­ßenbelag oder in Park­häusern würden freie Plätze melden, eine Vorre­servie­rung wäre möglich. Viel­leicht weiter zur Wiesn mit dem Fahrrad oder dem E-Scooter. Per Mobil­funk wissen Betreiber, Nutzer über eine App, wo noch ein Fahrrad oder ein Roller zu finden sind. Viel­leicht auch eine App am Handy, die meinen Alko­holpegel misst, mein Auto sicher vor der Weiter­fahrt schützt und gleich ein Taxi ordert.

Falls Sie auf die Wiesn gehen: Welches Netz nehmen Sie mit? Wie sind Ihre Erfah­rungen? Brechen die Daten­raten ein, brechen Gespräche ab oder ist alles, wie norma­lerweise gewohnt und störungs­frei? Schreiben Sie uns im Forum.

Bei o2 steht in diesem Jahr das Okto­berfest unter dem Motto: Mehr LTE - weniger GSM.


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