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14.12.2018 - 19:01
Deutschland-Geschäft

OnePlus: Zunächst kein deutscher Shop geplant

Hersteller konzentriert sich auf Online-Vertrieb

Smartphones chinesischer Hersteller sind aus einem Grund in Deutschland beliebt: Meist bekommt der Kunde viel mehr Leistung fürs Geld als bei den etablierten Flaggschiff-Herstellern, und die chinesischen Smartphones verzichten bei einer sauberen Verarbeitung auf unnötigen Schnickschnack. Wegen dieses Erfolgs im Internet-Handel drängen beliebte Marken wie Xiaomi und OnePlus vermehrt nach Deutschland.

Xiaomi hat in diversen europäischen Ländern bereits Shops eröffnet (Mi Zones in Tschechien in Bildern), zuletzt in Österreich als erstem deutschsprachigem Land (Store in Bildern). Die Geräte gibt es nun sogar bei Media Markt und Saturn.

Hinter dieser gründerzeitlichen Fassade in München-Lehel verbirgt sich das Büro von OnePlus

Hinter dieser gründerzeitlichen Fassade in München-Lehel verbirgt sich das Büro von OnePlus
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Im Gespräch mit den deutschen OnePlus-Mitarbeitern wollten wir herausfinden, ob der als Flaggschiff-Killer gestartete und zunehmend erfolgreiche Hersteller eine ähnliche Strategie verfolgt.

Büro in klassischem Münchner Altbau

Antrittsbesuch in München: OnePlus lud Journalisten erstmals zu seinem deutschen "Unternehmenssitz" ein. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Shop, sondern um ein Büro im Münchner Stadtteil Lehel.

Klingelschild: Der Werbeslogan als Firmenname

Klingelschild: Der Werbeslogan als Firmenname
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Hinter einer gründerzeitlichen Fassade versteckt sich im dritten Stock eines Altbaus das OnePlus-Büro - der Name OnePlus ist allerdings nirgends zu lesen. Am Hauseingang deutet für Eingeweihte aber der "Never Settle"-Slogan auf den chinesischen Hersteller hin, sogar auf dem Klingelschild wird das Unternehmen als "Never Settle UG" aufgeführt.

Es gibt zwar einen Aufzug in den dritten Stock, doch das alte Treppenhaus mit seinen knarzenden Dielen und schmiedeeisernen Gittern verleitet tatsächlich dazu, die Treppe zu nehmen. Auch am Eingang zum Büro steht lediglich der Werbeslogan, aber nichts von OnePlus. Im Büro selbst erwarten uns ebenfalls wieder knarrende Dielen, alte Kachelöfen und Stuckdecken - also das Flair des kaiserlichen Münchens.

Über das alte Treppenhaus gehts in den dritten Stock

Über das alte Treppenhaus gehts in den dritten Stock
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Man sei gerade eben erst eingezogen, freuen sich die deutschen Mitarbeiter. Alles ist noch etwas ungeordnet. Außer ein paar Schreibtischen mit Stühlen und Computern sind die Räume noch fast leer. Sind überhaupt genügend Kaffeetassen für die Besucher da? Wo ist denn jetzt schon wieder die Milch? Hat jemand drangedacht, die Cola kaltzustellen? Der improvisierte Empfang fühlt sich an, wie bei einem jungen Startup: Noch etwas unorganisiert, aber die Begeisterung ist zu spüren.

Ungläubiges Staunen erregt unser mitgebrachtes OnePlus One, das nach gut viereinhalb Jahren mit dem ersten Akku immer noch funktioniert und im Frühjahr 2014 das Erstlingswerk des 2013 gegründeten Herstellers war.

Der Eingang zum deutschen OnePlus-Büro

Der Eingang zum deutschen OnePlus-Büro
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Zunächst kein Shop in Deutschland geplant

Ohne den Mitwewerber Xiaomi namentlich zu nennen, befragen wir die deutschen OnePlus-Mitarbeiter nach den nächsten Schritten. Zunächst sei kein deutscher OnePlus-Shop geplant, heißt es. Auch zu extra hervorgehobenen Verkaufsflächen in Elektonikmärkten, wie Apple, Samsung und andere Hersteller sie betreiben, gibt es keine Pläne. Über einen Vertrieb in klassischen Geschäften wie Media Markt und Saturn macht man sich zwar Gedanken, konrete Pläne gebe es aber noch nicht. Dort werden also erst einmal Platzhirsche wie Huawei mit Honor, Samsung, Nokia und andere die Verkaufsflächen dominieren.

OnePlus ist als Online-Vertriebsmarke gestartet - manch ein Käufer der ersten Stunde erinnert sich noch an das Einladungssystem, bei dem nur Interessenten mit einer Einladung eine Bestellung aufgeben konnten. Lieferengpässe gibt es zwar nicht mehr, OnePlus sieht sich aber nach wie vor primär als Online-Vertriebs-Marke, auch in Deutschland.

In der Büro-Küche wird noch gesucht

In der Büro-Küche wird noch gesucht
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

VoLTE und WLAN-Call: Hersteller arbeitet an Unterstützung

Damit Netzdienste wie VoLTE und Wifi-Calling funktionieren, müssen Hersteller und Netzbetreiber gut zusammenarbeiten. Doch das funktioniert immer noch nicht so, wie es die Kunden erwarten. Insbesondere bei chinesischen Herstellern, die in Europa kein offizielles Vertriebsnetz haben, haben die Verbraucher bei derartigen Diensten oft das Nachsehen.

Darauf angesprochen versichern die Mitarbeiter von OnePlus, das Problem sei bekannt und man kümmere sich darum, es zu lösen. Ob es aber bereits konkrete Verhandlungen mit den deutschen Netzbetreibern Telekom Vodafone und o2 gebe, dazu wollten die Mitarbeiter noch nichts sagen.

Nur dieses Schild weist auf das Büro von OnePlus hin

Nur dieses Schild weist auf das Büro von OnePlus hin
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch

Mit OnePlus 6T und der McLaren Edition hat OnePlus definitiv Geräte im Sortiment, die zahlreiche deutsche Interessenten überzeugen dürften. Letztendlich bleibt abzuwarten, wie sich OnePlus auch auf die Wünsche und Sorgen der deutschen Nutzer einstellt. Denn wer in Deutschland erfolgreich sein will, darf nicht einfach nur verkaufen, wie dies viele Chinesen machen, sondern muss auch einen entsprechenden Service bieten.

Im neuen OnePlus-Büro konnten wir uns das in dieser Woche vorgestellt OnePlus 6T McLaren Edition erstmals anschauen und zeigen Ihnen erste Eindrücke vom Rennfahrer-Phone.


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