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10.08.2018 - 11:30
Ausgeroamt

MAXROAM stellt Betrieb im September ein

Auto-Aufladung und Lokal-Nummern abgeschaltet

MAXROAM stellt den Betrieb am 10.9. ein

MAXROAM stellt den Betrieb am 10.9. ein
Webseite: maxroam.com / Screenshot: teltarif.de

Bevor die EU sich mit ihrer "Roam like Home" Regulierung durchsetzte, war internationales Roaming lange ein teures Vergnügen.

Diese Nische besetzten allerlei "Roaming"-SIM-Angebote. Die erste Karte dieser Art war die VIAG Europlattform (Montel), deren "Montel" Angebot für damalige Verhältnisse revolutionär war. In den Partner-Netzen der VIAG-Interkom (heute o2) galten europaweit die gleichen Preise und ankommend kosteten die Gespräche gar nichts, was erst heute wieder als "Roam like Home" bekannt ist.

Einziger Schönheitsfehler: Neben VIAG Interkom war die Karte nur bei VIAG Lichtenstein, Orange Schweiz (heute Salt) und Orange Frankreich, sowie den Orange-Beteiligungen der Benelux-Staaten ohne Aufpreis nutzbar, in anderen Netzen wurden "normale" Roaming-Preise fällig.

Alois Widmann - der Architekt vieler Roaming-SIM-Karten

Der damalige Technik-Chef von Montel, Alois Widmann aus Liechtenstein, wechselte nach dem Ende seines Anbieters zu den Schweizer Kollegen von United-Mobile, die ihre Karte ebenfalls in Liechtenstein (Vorwahl +423) "aufgehängt" hatte. Widmann entwickelte später für diverse Anbieter Roaming-SIM-Karten, die meist mit Rufnummern aus Liechtenstein oder von der Kanalinsel Jersey arbeiteten.

Da Jersey nicht unmittelbar zur EU gehört, gelten dort andere Bestimmungen und vor allen Dingen konnte man über Jersey günstiger in ansonsten "teure" Mobilfunknetze hineingelangen. Für abgehende Telefone wurde dann ein Callback-Verfahren gestartet, in dem man sich von Jersey einen Rückruf anforderte und beide "Äste" der Verbindung günstig zusammenschaltete, der Anrufer zahlte zwar zwei "Äste" die aber insgesamt günstiger als "normales" Telefonieren war.

MAXROAM kam aus Irland

Ein Angebot, das Widmann realisierte, war MAXROAM, betrieben von der Cubic Ltd. in Irland. Die vertrieben ihr Produkt anfangs über die Fluglinie RyanAir. In unserem ersten Test konnte MAXROAM schon damals nicht wirklich überzeugen, da es seit dem Start technische Probleme gab. So funktionierten die Karten in Deutschland anfangs nur in den Netzen von Telekom oder Vodafone, jedoch nicht bei o2.

Tariflich lag MAXROAM auf europäischen Niveau, die EU hatte beim Start schon begonnen, ihre Roaming-Tarife zu senken. Außerhalb der EU, so klagten Nutzer eines auf Prepaid-Roaming spezialisierten Forums, seien die Preise völlig "uninteressant" (sprich zu teuer) gewesen.

Separates SMSC in Holland

Bei MAXROAM wurde übrigens für SMS-Nachrichten ein anderes Netzwerk (Vodafone Niederlande) genutzt, als für Telefonie (Jersey Telecom). Das war kreativ, soll aber mitunter nicht so zuverlässig funktioniert haben. Gegen monatlichen Aufpreis bot MAXROAM auch zusätzliche lokale Rufnummern aus bestimmten Reiseländern an. Somit waren Rückrufe zur MAXROAM-SIM-Karte zu lokalen Tarifen möglich.

MAXROAM hört auf

In diesen Tagen erhielten verbliebene Kunden von MAXROAM eine e-mail: Darin kündigt MAXROAM die "Termination of Service" (Einstellung des Dienstes) an.

Konkret wird MAXROAM seine SIM-Karten am 10. September 2018 abschalten. Bis dahin können die Karten noch genutzt werden, es ist auch möglich, die Karten bis dahin noch aufzuladen, falls man noch eine Reise plant.

Theoretisch ist eine Rückerstattung von Restguthaben möglich, dies muss aber "individuell" mit dem "Refund Department" geklärt werden, es erscheint also sinnvoller, das Restguthaben selbst leer zu telefonieren.

Funktionen wie automatische Aufladung des Guthabens oder die "lokalen Rufnummern" wurden bereits abgeschaltet.

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