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17.04.2019 - 09:15
Erster Test

Galaxy Fold ausprobiert: Knicken, aufklappen, weitermachen

Guter erster Eindruck von Hard- und Software

Samsungs Galaxy Fold ist der Beginn einer ganz neuen Smart­phone-Klasse. Es ist kein Smart­phone, aber mehr als ein reines Tablet. Und doch vereint es die Vorzüge beider Gerä­te­klassen. Zusam­men­falten kann man das ab dem 3. Mai für rund 2000 Euro ange­bo­tene Gerät auch noch. Viel­leicht ist das sogar der nächste Evolu­ti­ons­schritt des Smart­phones.

Samsung Galaxy Fold (LTE)
Datenblatt Angekündigt

Herz­stück des Fold ist das 7,3 Zoll große, falt­bare Innen-Display, genannt Infi­nity Flex. Es lässt sich beinahe ganz flach aufein­an­der­falten, nur ein kleiner Spalt bleibt am Schar­nier zurück. Dazu gibt es ein klei­neres Display an der Außen­seite.

Diese Bauweise gibt Nutzern ganz neue Möglich­keiten. So lässt sich das Fold wie ein normales Smart­phone mit einem schmalen und dafür hohen Bild­schirm nutzen. Aufge­klappt ist es ein hand­li­ches Tablet mit 7,3 Zoll Display­dia­go­nale im Format 4,2:3. Beide Nutzungs­modi erlauben ohne große Unter­bre­chung den Wechsel zum jeweils anderen - und zurück.

Bis zu drei App-Fenster neben­ein­ander

Sucht man auf dem kleinen Display zum Beispiel eine Adresse auf der Karte, wird sofort nach dem Aufklappen ein größerer Karten­aus­schnitt mit mehr Details auf dem großen Display ange­zeigt. Oder der Insta­gram-Feed erstrahlt in bislang unbe­kannter Schön­heit. Wer mag, kann auch bis zu drei App-Fenster simultan und neben­ein­ander auf das Display packen. So muss keiner mehr zwischen Apps hin und her wech­seln, um Daten zu über­nehmen. Auch in Video­spielen oder beim Foto­gra­fieren ist ein nahezu naht­loser Wechsel zwischen dem kleinen und großen Display möglich.

Bis zum Verkaufs­start sollen die meisten Android-Apps dieses App-Conti­nuity genannte Wech­seln zwischen den Display­modi unter­stützen.

Ein Smart­phone zum Falten wirft viele Fragen auf. Wie haltbar mag das wohl sein? Im Praxis­test beim Vorstel­lungs­termin in London macht das Fold einen stabilen Eindruck. Geschlossen und offen rastet es fest ein, die Gerä­te­teile bewegen sich nur minimal zuein­ander. Bis zu 200 000 Mal soll sich das Schar­nier ohne Murren knicken lassen.

Auch das Display soll durch das Öffnen und Schließen keinen Schaden nehmen. Die Knick­stelle des aus Poly­imiden gefer­tigten Kunst­stoff­dis­plays ist im Alltag nahezu unsichtbar. Fühlen kann man sie, bei hellen Hinter­gründen manchmal auch ein wenig sehen. Nach Herstel­ler­an­gaben wäre sogar ein flaches Aufein­an­der­falten möglich. Dann wäre die Knick­stelle aber deut­lich auffäl­liger.

Samsung Galaxy Fold: Serienmodell im ersten Test

Samsung Galaxy Fold: Serienmodell im ersten Test
Bild: dpa

Zwei Akkus, 12 GB RAM, sechs Kameras

Und was steckt im Inneren? Zunächst einmal zwei Akkus, einer in jedem Gerä­te­teil. Noch lassen sich Smart­phone-Batte­rien nicht falten. Dazu gibt es einen Chip von Qual­comm, der auch den Einsatz in künf­tigen 5G-Netzen erlaubt, zwölf Giga­byte Arbeits­spei­cher und 512 GB internen Spei­cher. Per Finger­ab­druck­scanner an der Gerä­te­kante wird das Fold entsperrt.

Für Fotos stehen sechs Kameras zur Verfü­gung. Als Haupt­ka­mera dient der Dril­ling aus Weit­winkel, Normal­linse und Zoom, der auch in Samsungs Galaxy S10 steckt. Ins große Display ragt eine Doppel­ka­mera für Selfies und Video­kon­fe­renzen. Über dem Außen­dis­play sitzt eine einzelne Kamera.

Im Test schlägt sich die Kombi gut. Der Wechsel zwischen den Betriebs­modi gelingt intuitiv, der Multi-App-Modus bietet echten Mehr­wert. Dazu ist das Galaxy Fold über­ra­schend stabil. Ist das Schar­nier einmal einge­schnappt, wackelt es nur bei etwas rabiatem Rütteln. Auch das flexible Display ist von erstaun­lich guter Bild­qua­lität. Farbe und Blick­win­kel­sta­bi­lität stimmen.

Eine Unbe­kannte in der Falt-Glei­chung dürfte die Ober­fläche des Flex-Displays sein. Sie ist nur aus Kunst­stoff, und es ist frag­lich, wie sehr sie im Vergleich zu Glas-Displays anfällig für Kratzer ist. Gerade auf lange Sicht.

Werden sich falt­bare Smart­phones durch­setzen?

Ob sich die Falt-Phones durch­setzen? Das Markt­for­schungs­in­stitut Gartner sieht vor allem den hohen Preis als Hemm­schwelle für viele Käufer. Auch Samsung sieht eher Chancen beim Klientel mit dem etwas dickeren Geld­beutel. Tech­nik­be­geis­terte, die auch 8K-Fern­seher kaufen, heißt es.

Bis zu fünf Prozent des Hoch­preis­seg­ments räumen die Analysten den falt­baren Smart­phones bis 2023 ein. Und mit dem Huawei Mate X steht auch schon der erste Konkur­rent für das Galaxy Fold in den Start­lö­chern. Das eben­falls für dieses Jahr ange­kün­digte Gerät soll rund 2300 Euro kosten. Mittel­fristig rechnet Gartner mit mehr Modell­viel­falt und fallenden Preisen - wie bei allen neuen Tech­no­lo­gien bislang.

Alle bereits vorgestellten und angekündigten Falt-Smartphones präsentieren wir Ihnen in einem großen Überblick.


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dpa /

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