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12.08.2019 - 11:50
Online-Identifizierung

Online-Identifizierung: Mobilfunker starten Mobile Connect

Passwörter sollen damit der Vergangenheit angehören

Die führenden deut­schen Mobil­funk-Unter­nehmen steigen in den Wett­streit der Login-Platt­formen ein. Die Deut­sche Telekom, Voda­fone und Telefónica star­teten heute den Dienst Mobile Connect, der eine Anmel­dung im Netz per Mobil­funk­nummer ohne E-Mail oder Pass­wort ermög­licht. Das Login-Verfahren nutzt die persön­liche Handy­nummer, um die Anwender bei Internet-Einkäufen oder Anmel­dungen in Online-Portalen eindeutig zu iden­tifi­zieren. Mobile Connect könne künftig auch digi­tale Behör­dengänge ermög­lichen.

Verimi erster Partner

Mobile Connect: Handy soll Passwörter ersetzen.

Mobile Connect: Handy soll Passwörter ersetzen.
Bild: picture alliance/Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Der Dienst startet mit einer Koope­ration mit der 2017 gegrün­deten Iden­titäts­platt­form Verimi. Dort wird Mobile Connect dazu verwendet, um Kunden die zusätz­liche Anmel­dung per Mobil­funk­rufnummer zu bieten.

Verimi wird von Groß­unter­nehmen wie der Deut­schen Telekom, der Allianz, der Deut­schen Bank, Luft­hansa und dem Medi­enkon­zern Axel Springer getragen. Außerdem sind Konzerne wie die Deut­sche Bahn und Volks­wagen mit an Bord. Verimi konkur­riert mit der Platt­form NetID, hinter der die Fern­sehkon­zerne ProSiebenSat.1 und RTL sowie United Internet mit seinen Marken GMX und web.de stehen.

Verimi und NetID wollen unter anderem ein Gegen­gewicht zu ameri­kani­schen Platt­formen schaffen - etwa Face­book, Google und Twitter bieten ihren Nutzern schon lange die Möglich­keit an, sich mit ihren Account-Daten auf verschie­denen Seiten anzu­melden. Auch Apple will seinen Kunden demnächst einen eigenen Login-Dienst anbieten.

Funk­tioniert ohne Pass­wörter

Mobile Connect verzichtet beim Login auf Pass­wörter. Die Iden­tifi­kation des Kunden erfolgt über das Handy. Nach Eingabe der Mobil­funk­nummer im Internet-Portal wird eine SMS an das Mobil­telefon des Kunden geschickt. Über den in der Text­nach­richt inte­grierten Link bestä­tigt er auf seinem Smart­phone den Erhalt. Dadurch erlaubt er dem Netz­betreiber die verschlüs­selte Über­mitt­lung einer "pseud­onymi­sierten Kunden­refe­renz­nummer" an den Port­albe­treiber. So kann der Betreiber den Kunden immer wieder zuordnen und gewährt auch ohne Pass­wort Zugang zum Online­shop.

Muss ein Betreiber vorerst an dem pass­wort­basierten Login fest­halten, kann die neue Lösung via Mobil­funk trotzdem die Sicher­heit verbes­sern: Mobile Connect lässt sich als „zweiter Faktor“ (2FA) zusätz­lich zum Pass­wort nutzen.

Weiterer Ausbau geplant

Nach dem Start wollen die drei Netz­betreiber Mobile Connect weiter ausbauen. Zusätz­liche Authen­tifi­zierungs­methoden und neue Verfahren sollen mehr Bedien­komfort und -geschwin­digkeit bringen. Die Netz­betreiber führen derzeit inten­sive Gespräche mit deut­schen und inter­natio­nalen Dienste-Anbie­tern über den Einsatz der neuen Iden­titäts­lösung.

Mobile Connect ist auch inter­national gebräuch­lich. Nach Angaben der GSMA haben 70 Netz­betreiber in fast 40 Ländern Mobile Connect bereits einge­führt. In Deutsch­land wollen die drei Netz­betreiber auch alle anderen Mobil­funk­marken und virtu­ellen Netz­betreiber ohne eigenes Netz mit ins Boot holen.

Die Planung für die Einfüh­rung des neuen Dienstes läuft übri­gens schon sehr viel länger. Bereits Anfang 2018 sind die drei Netz­betreiber mit ihren Plänen an die Öffent­lich­keit gegangen. teltarif.de hatte die Gele­genheit genutzt, Mobile Connect ausführ­lich vorzu­stellen.


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mit Material von dpa

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