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06.01.2019 - 12:05
Hör mal wer da spricht

Stimmerkennung mit Alexa im Praxistest

Wie nützlich ist die neue Funktion wirklich?

Anfang Dezember hat Amazon auch in Deutsch­land die Stim­m­erken­nung für Alexa einge­führt. Damit soll der Sprachas­sis­tent künftig besser unter­scheiden können, wer gerade spricht. Eine wich­tige Funk­tion gerade in Haus­halten mit Fami­lien oder in Wohn­ge­mein­schaften, in denen mehrere Personen das Gerät benutzen. Doch wie gut funk­tio­niert die Stim­m­erken­nung in der Praxis?

Das große Problem aller Sprachas­sis­tenten ist: sie hören immer aufs Wort. Egal wer gerade spricht. Doch in Haus­halten, in denen mehrere Personen leben, kann das zum Problem werden. Ange­fangen bei der Auswahl der Lieb­lings­musik über die Verwal­tung von persön­li­chen Terminen bis hin zu Einkäufen per Sprach­be­fehl.

Alexa Stimmerkennung Symbolfoto

Alexa erkennt jetzt auch Stimmen. Taugt die Funktion im Alltag?
Foto: Dennis Knake

Wer nicht alleine wohnt, kennt das Problem: Alexa erstellt über die Zeit ein persön­li­ches Geschmacks­profil, etwa über alle abge­spielten Lieb­lings­lieder. Leben mehrere Personen im Haus und nutzen Amazon Echo, entsteht so ein Gemisch aus den Songs, die sich alle Personen gerne anhören. Wer dann nach einer Play­list fragt, bekommt mögli­cher­weise dann nicht mehr genau die Songs abge­spielt, die den eigenen Geschmack am ehesten treffen.

Richtig anstren­gend kann das mit Kindern werden. Kaum hat man die passende Play­list fürs Abend­essen aufge­rufen, kommt das Kind zu Tisch und ruft noch schnell ein „Alexa, spiele Spon­gebob Schwamm­kopf Songs!“ in den Raum. Na Mahl­zeit. Wie sehr wünscht man sich dann, Alexa möge nur noch auf die Stimmen der Eltern hören.

Kann man über den Punkt der Musik­aus­wahl noch hinweg­sehen, so ist die gene­relle Sprach­er­ken­nung spätes­tens dann ein Problem, wenn es um das Pflegen des eigenen Termin­ka­len­ders geht oder Einkäufe per Sprach­be­fehl.

Haus­halts­pro­file unter­scheiden auch weiterhin Nutzer

Bislang musste man mit mehreren Personen auf einem Echo soge­nannte Haus­halts­pro­file konfi­gu­rieren. Dazu benö­tigt jeder Nutzer ein eigenes Amazon-Konto. Der Haupt­nutzer der Echo-Geräte kann dann maximal einen weiteren Nutzer im Haus­halt über die App unter „Einstel­lungen - Alexa Konten - Amazon – Haus­halt“ hinzu­fügen oder wieder entfernen.

Mit dem Befehl „Alexa, Konto wech­seln“ lässt sich dann zwischen beiden Konten hin und her wech­seln. Im Alltag ist das aber wenig prak­ti­kabel, vor jedem Sprach­be­fehl erstmal einmal auf das rich­tige Profil zu wech­seln.

Die Stim­m­erken­nung von Alexa könnte dieses Problem nun lösen. Könnte. Doch ganz so clever ist sie bislang leider immer noch nicht. Zwar wird jetzt je nach erkannter Stimme das Musik­profil indi­vi­duell ange­passt oder nur noch die Nach­richten abge­spielt, die die betref­fende Person noch nicht gehört hat, in den jeweils passenden Termin­ka­lender schreibt Alexa aber immer noch nicht auto­ma­tisch. Hier müssen die Nutzer wie gehabt zunächst in das passende Konto wech­seln. Schade.

Alexa Stimm­profil einrichten

Schreenshot Alexa App

Das Stimmentraining wird über die Alexa-App gestartet.
Screenshot

Die Einrich­tung der jewei­ligen Stimm­pro­file erfolgt über die Alexa-App. Auch dafür benö­tigt jeder Nutzer erst einmal ein eigenes Amazon Konto. Auch müssen beide Nutzer sich bereits ein Haus­halts­profil teilen. Über die App geht es nun unter „Einstel­lungen - Alexa-Konto - Regis­trierte Stimmen“ an die Einrich­tung des Profils.

Nach dem Befehl „Alexa, lerne meine Stimme“ bittet der Sprachas­sis­tent nun darum, 10 vorge­ge­bene Sätze nach­zu­spre­chen. Es ist also erhöhte Aufmerk­sam­keit gefragt. Die Sätze werden auch auf einem Echo Show mit Display nicht ange­zeigt. Nachdem die Sätze einge­spro­chen sind, kann Alexa auf die Frage „Wer bin ich“ meis­tens korrekt den aktu­ellen Nutzer iden­ti­fi­zieren. Probleme hatte Alexa bei unserem Test dann, wenn der Nutzer aus größerer Entfer­nung sprach. Zwar wurden Befehle reibungslos erkannt, die Stim­m­erken­nung war dann aber nicht mehr ganz so treff­si­cher. Im Zwei­fels­fall weiß Alexa dann nicht, wer gerade spricht. Führt die Anfrage zwar aus, ordnet diese aber keiner Person im Haus­halt eindeutig zu.

Was ändert sich nach der Stim­m­erken­nung?

Screenshot Alexa App

Das Stimmentraining kann wiederholt und neue Nutzer hinzugefügt werden.
Screenshot

Am deut­lichsten wird man die Stim­m­erken­nung bemerken, wenn Alexa den Nutzer künftig bei einigen Befehlen mit Vornamen anspricht. So etwa beim Abspielen der tägli­chen Zusam­men­fas­sung. Also der persön­li­chen Auswahl tages­ak­tu­eller Nach­richten. Lässt man sich die Nach­richten am selben Tag ein weiteres Mal vorspielen, spielt Alexa nur die zwischen­zeit­lich aktua­li­sierten Meldungen vor und lässt die bereits beim letzten Mal vorge­spielten Inhalte weg. Ein anderer Nutzer, der die Nach­richten noch nicht gehört hat, erhält hingegen das voll­stän­dige Programm. Auch beim Start einiger Apps, wie beispiels­weise TuneIn, spricht Alexa den Nutzer mit Namen an.

Fazit

Die Stim­m­erken­nung hat großes Poten­zial bei der Nutzung mit Alexa mit mehreren Personen. Aktuell werden die Möglich­keiten von Amazon aber bei weitem nicht ausge­schöpft. Viel­leicht liegt es auch daran, dass die Erken­nung indi­vi­du­eller Stimmen bei unter­schied­li­chen Entfer­nungen und Geräusch­ku­lissen eine noch größere Heraus­for­de­rung darstellt, als die Erken­nung der Sprach­be­fehle selbst.

Erst wenn mehrere Nutzer nicht mehr in ihre indi­vi­du­ellen Profile wech­seln müssen, sondern die Erken­nung der Stimme ausreicht, um Termine in den rich­tigen Kalender zu schreiben, Listen oder Erin­ne­rungen zuzu­ordnen, ergibt die Nutzung einen Sinn.

Und in der Familie wünscht man sich als Erwach­sener nichts sehn­li­cher, als die Möglich­keit, Kinder von der Nutzung des Echo zu bestimmten Zeiten einfach mal auszu­schließen.


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Dennis Knake

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