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05.02.2020 - 17:45
Streaming

Streaming-Markt: Hulu-Inhalte künftig auch bei Disney+?

Künftig auch Hulu-Originals in Deutschland verfügbar?

Das Strea­ming-Geschäft wird durch neue Wett­bewerber zuneh­mend härter. Selbst ein großer Medi­enkon­zern wie Disney bekommt diese Entwick­lung zu spüren, obwohl das Unter­nehmen dies­bezüg­lich hervor­ragend aufge­stellt ist. Immerhin sitzt Disney auf einer riesigen Rech­tebi­blio­thek, welche vor allem aus eigenen Inhalten inklu­sive der Studios 20th Century Fox, Marvel und Pixar Anima­tion besteht. Doch offenbar ist man in Burbank selbst mit diesem großen Port­folio nicht sicher, auf dem umkämpften SVoD-Markt lang­fristig die Nase vorn zu haben.

Aller­dings hat der Micky-Maus-Konzern noch ein weiteres Ass im Ärmel: In den USA ist Disney auch Mehr­heits­gesell­schafter des Strea­mers "Hulu". Der Service zieht nun gemeinsam mit Disney+ unter das Dach seines Mutter­konzerns und bildet somit eine noch stär­kere Einheit im Disney-Konzern.

Bundle-Produkt

Foto: Fox

"The Orville" wird mittlerweile von Hulu produziert
Foto: Fox

Bereits im vergan­genen Jahr hatte Disney für den US-Markt ange­kündigt, ein Bundle-Modell mit Disney+ sowie dem Sport­netz­werk ESPN und Hulu anzu­bieten. Aufgrund der Lizenz­situa­tion waren Hulu-Inhalte aller­dings bislang nicht global verfügbar, was jedoch in vielerlei Hinsicht nicht mit der bishe­rigen Stra­tegie über­einstimmt. Offen­sicht­lich will CEO Bob Iger den Content auf lange Sicht auch in inter­natio­nale Märkte bringen. Das wäre durchaus inter­essant, denn Hulu ist wie auch Netflix in den USA für seine hoch­karä­tigen Eigen­produk­tionen bekannt. Dazu gehört beispiels­weise die dysto­pische Drama­serie "The Hand­maid's Tale" oder auch neue Staf­feln der ehema­ligen Fox-Serie "The Orville" mit Come­dian Seth MacFarlane. In Deutsch­land laufen Hulu-Serien aktuell bei verschie­denen SVoD-Services oder im Free TV. Beispiels­weise war "The Hand­maid's Tale" bereits auf Magenta TV bzw. Tele 5 verfügbar.

Hulu-CEO tritt zurück

Bereits im Mai vergan­genen Jahres hatte Disney die volle opera­tive Kontrolle bei Hulu über­nommen, das bis dahin als Joint Venture mit dem US-Medi­enkon­zern Comcast geleitet wurde. Mitt­lerweile hält der Micky-Maus-Konzern 67 Prozent an dem Streamer, die rest­lichen 33 Prozent gibt Comcast eben­falls an seinen bishe­rigen Partner ab. Hulu wird künftig voll­ständig von Disney-Mana­gern geleitet, der bishe­rige CEO Randy Freer musste laut CNBC bereits seinen Hut nehmen.

Dies wird auch in Bran­chen­kreisen als deut­licher Hinweis gedeutet, dass schon sehr bald viele Ände­rungen bei Hulu zu erwarten sind. Zumin­dest aus geschäfts­poli­tischer Sicht wäre dies aber viel­leicht gar nicht so schnell nötig, immerhin wächst das Unter­nehmen derzeit sogar stärker als Netflix. In einem State­ment deutete Kevin Mayer, CEO Direct-to-Consumer & Inter­national organ­ziation bei Disney die künf­tige Ausrich­tung an: "Die weitere Inte­gration des hoch­talen­tierten Hulu-Teams in unsere Orga­nisa­tios­struktur ermög­licht uns, Ressourcen effek­tiver und effi­zienter zu nutzen, sowie außer­halb der USA schnell mit unnach­giebiger Inno­vati­onskraft zu wachsen".

Vorteile für Abon­nenten in Deutsch­land

Sollten Hulu-Inhalte künftig auch bei Disney+ laufen, könnte das für Zuschauer in Deutsch­land durchaus ein Vorteil sein. Abon­nenten bekommen dann neben allen Block­bustern von Disney, Fox und Pixar noch mehr Exklu­sivin­halte für 6,99 Euro im Monat. Man muss natür­lich beob­achten, mit welchem Content Disney ab März auch hier­zulande an den Start geht und ob viel­leicht sogar US-Sport von ESPN dabei ist. In einem solchen Falle wäre Disney+ eben­falls eine starke Konkur­renz für DAZN, denn auch dort spielen ameri­kani­sche Sport­arten eine tragende Rolle.

Eines ist aber schon jetzt klar: Das Angebot von Disney geht weit über klas­sische Trick­filme hinaus und bietet mit Sicher­heit viele exklu­sive High­lights zu einem äußerst nied­rigen Preis. Frag­lich dürfte bei diesem Katalog aller­dings sein, ob man einen solchen Preis­punkt auf Dauer über­haupt halten kann. Immerhin liegt Joyn auf einem vergleich­baren Niveau und muss sich von der Konkur­renz bereits den Vorwurf gefallen lassen, nicht wirt­schaft­lich zu arbeiten.

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Björn König

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