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Die Apple Watch: Überflüssiges Designobjekt oder nützliches Gadget?

Smartwatch von Apple sammelt Gesundheitsdaten

"Du. Auf einen Blick." - so prangt es allen, die sich für die konzern­eigene Smart­watch inte­ressie­ren, in großen Buch­staben von Apples Web­seite entgegen. Und es kommt noch dicker: "Die Apple Watch ist nicht einfach irgend­was, das du am Arm hast. Sie ist ein Teil von dir." Große Worte. Aber hält die High­end-Smart­watch, was sie verspricht? Und viel­leicht noch wichtiger: Will man das über­haupt? Verbraucher­schützer jeden­falls warnen vor Daten­schutz­risiken, vor allem im Zusammen­hang mit den einge­bauten Sen­soren der Technik-Uhr. Sie über­wachen die Körper­funktionen und Bewe­gungen des Trägers in jedem Augen­blick. Lohnt sich die Inves­tition in das nicht gerade billige Stück Technik dennoch? Wir zeigen Ihnen, was die Apple Watch kann.

Unter den aktuellen Meldungen lesen Sie, warum die Apple Watch ein typisches Apple-Produkt ist und alle Preis­klassen zwischen ge­brauch­tem Fahrrad und Eigen­tums­woh­nung abdeckt. Außerdem stellen wir spannende und nützliche Apps für die Apple Watch vor und informieren über Mankos und Defizite der teuren Uhr, die bei Daten­schützern durchaus umstritten ist.

Meldungen zu Apple Watch

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Typisch Apple: Schickes Design, kinderleichte Bedienung

Zunächst einmal ist die Apple Watch vor allem eines: eine ganz normale Smartwatch. Sie kann ein­gehen­de Nach­rich­ten an­zeigen, Termine ver­walten, Bilder und Videos anzeigen, Apps öffnen, das iPhone teil­weise fern­steuern, aber auch die Herz­frequenz ihres Trägers messen und seine Bewe­gungen erkennen. All das können viele andere Smart­watches auch. Was macht die Apple Watch also besonders?

Apple Watch

Die Apple Watch: Über­flüssiges Design­objekt oder nützliches Gadget?
Foto: Apple

Apple Watch (38mm)
Datenblatt

Es ist wohl die Philo­sophie hinter dem Produkt. Apple war einer der ersten Computer­her­steller, der nicht die Bedürf­nisse von Konzernen, sondern die von ganz nor­malen Anwen­dern in den Mittel­punkt rückte. Im Zentrum des Produkt­designs stand stets die User Ex­pe­rience - das Nutzer­erleb­nis also. Mit anderen Worten: Apple-Produkte zu bedienen, soll Spaß machen - und dies vor allem auf­grund intuitiver Bedien­bar­keit. Im Falle der Apple Watch trifft das auch durch­aus zu: Jeder, der ein iPhone benutzen kann, kommt auch mit der Uhr sofort problem­los zurecht. Auch die Konfi­guration ist simpel: Seit iOS 8.2 ist eine Com­panion-App für die Smart­watch auf dem iPhone fester Teil des Betriebs­systems. Einfach auf dem Smart­phone die Watch-App aufrufen, das Dis­play der Uhr vor die Kamera halten und die ange­zeigten Schritte be­folgen - schon kann es los­gehen. Wer dennoch Unter­stützung benötigt, findet auf den Seiten von Apple eine Schritt-für-Schritt An­lei­tung.

Von teuer bis unglaublich teuer: Das kostet die Apple Watch

Apple Watch Edition 38 mm Gehäuse aus 18 Karat

Die Apple Watch Edition mit 18-Karat-Gold-Gehäuse für satte 18 000 Euro
Foto: Apple

Trotz aller Technik bleibt die Apple Watch doch eine Arm­band­uhr und damit ein Mode-Acces­soire. Und hier reizt Apple die Gestal­tungs­möglich­keiten kom­plett aus. Die Uhr kommt in drei ver­schie­denen Va­ri­an­ten: die Stan­dard-Ver­sion aus Edel­stahl, die Apple Watch Sport aus Alu­minium und die beson­ders teure Apple Watch Edition. Letztere verfügt über ein Gehäuse aus 18-karä­tigem Gold und kostet bis zu 18 000 Euro, ein Status-Symbol am Hand­gelenk also. Aber selbst die güns­tigs­te Vari­ante schlägt immer­hin noch mit 349 Eu­ro zu Buche. Ob sich der Preis lohnt? Wir haben die Apple Watch mit der deutlich günstigeren Pebble Watch verglichen.

Apple Watch (42mm)
Datenblatt

Beim Gehäuse lässt sich also wählen zwischen Alumi­nium, Edel­stahl und Gold. Zudem gibt es zwei Größen: eine 42-Milli­meter-Version und eine klei­nere 38-Milli­meter-Version für schmale Hand­gelenke. Mehr Aus­wahl gibt es bei den Arm­bändern. Vom klassi­schen Leder­band bis zum poppigen Sport­bändchen ist alles zu haben. Dankens­werter­weise haben die Ent­wickler auch an Links­händer gedacht. Die Uhr lässt sich einfach rotie­ren, sodass die Knöpfe auf der anderen Seite sitzen. Über die Watch-App auf dem iPhone lässt sich die Aus­rich­tung entspre­chend anpassen. Wählen Sie hierzu im Menü "Allgemein" die Option "Uhraus­rich­tung".

Apple Watch ohne iPhone - watchOS 2 bringt native Apps

Apple Watch Homecreen

Der Homescreen der Apple Watch
Foto: Apple

Als die Apple Watch 2015 auf den Markt kam, war sie in erster Linie eine Fernbe­dienung für das iPhone. Bereits zum Verkaufs­start hatte teltarif.de die Handy-Uhr eine Woche lang getestet. Die ursprüng­liche Version des Uhr-ei­ge­nen Be­triebs­systems watchOS hatte noch keine nativen Apps für die Apple Watch vorge­sehen. Statt­dessen wurden die auf dem iPhone ausge­führten Pro­gramme per Blue­tooth auf die Smart­watch geladen, was stets einige Sekunden Zeit in Anspruch nahm. Viele Apps öff­neten sich erst gar nicht auf der Uhr selbst, sondern auf dem Smart­phone, so zum Bei­spiel die Musik-App oder die Kamera-App.

Mittler­weile jedoch gibt es watchOS 2. Die Folge­version des Betriebs­systems sieht auch native Apps für die Apple Watch vor, die nicht zwin­gend eine Ver­bin­dung zum iPhone benö­tigen. Solange eine WLAN-Ver­bin­dung besteht, können auch Apps, die Inter­net-Zugriff benö­tigen, ohne den Umweg über das iPhone auf der Uhr genutzt werden. Außer­dem greifen die nativen Apps direkt auf die Sen­soren der Smart­watch zu, zum Bei­spiel auf den Schritt­zähler oder das Mikrofon. Wir haben watchOS 2 auf der Apple Watch umfas­send getes­tet.

Eine dritte Version des Betriebs­systems, , ist seit Herbst 2016 ver­fügbar - aller­dings erst nach Instal­lation von iOS 10, denn das neue Apple-Watch-Betriebs­system benötigt die neueste iPhone-Firm­ware. watchOS 3 bietet neben einer ver­besser­ten Leistung auch neue Zif­fern­blät­ter und vor­instal­lierte Apps, zum Bei­spiel die An­wen­dung "Atmen", die den Nutzer bei Atem­übun­gen unter­stützt.

Apps für die Apple Watch

Mit dem erwei­terten Betriebs­system watchOS 2 ließen sich erst­mals auch native Apps für die Apple Watch ent­wickeln. Wir stellen einige nütz­liche Anwen­dungen vor.

Mehr Fitness, weniger Daten­schutz?

Apple Watch Aktivitätsapp

Fitness im Überblick: Die Aktivi­täts­app auf der Apple Watch
Foto: Apple

Apples Smart­watch verfügt über Sen­soren zur Messung von Herz­frequenz und Bewe­gung des Trägers. Sie dienen der Fitness-Über­wachung und liefern Infor­matio­nen an die Akti­vitäts­app. Die Anwen­dung zeigt die täg­liche Aktivi­tät des Trägers auf einen Blick. Wer es schafft, die drei Ringe "Stehen", "Bewegen" und "Training" im Laufe eines Tages zu schließen, erntet ein Lob von der Apple Watch. Auch nach per­sön­lichen Daten wie Alter, Größe und Gewicht fragt die neu­gierige Uhr. Diese Angaben sind jedoch frei­willig. Keine Wahl haben Nutzer hingegen bei den eingebauten Sensoren, die perma­nent so sen­sible Daten erheben wie Herz­frequenz, Lage und Bewegung des Trägers. Wer die Watch trägt, wird ver­messen - ob er will oder nicht. Denn eine Version ohne einge­baute Sen­soren gibt es bislang nicht.

Geraten solche gesund­heits­bezogenen Daten jedoch in die falschen Hände, kann dies nega­tive Folgen für Ver­braucher haben. Sie reichen von perso­nalisier­ter Werbung, über ange­passte Angebote und Preise bis hin zu Leis­tungs­verwei­gerungen auf­grund des er­mittel­ten Gesund­heits­profils. Wer zulässt, dass Daten über Körper­funk­tionen erho­ben werden, sollte daher ganz besonders auf die Daten­schutz­bestim­mungen achten, in die er beim Ein­rich­ten des Betriebs­systems oder beim Instal­lieren von Apps einwilligt. Gleiches gilt natür­lich auch für Smart­watches und Fitness­arm­bänder anderer Her­steller.

Smartwatch mit Mankos: Kein Modem, kurze Akku­lauf­zeit

Apple watch Ladedock

Elegant und kabellos:
Magnetisches Ladedock
Foto: Apple

Die Apple Watch kann nicht über das Mobil­funk­netz online gehen. Nur per WLAN ist der Inter­net­zugriff möglich - oder eben über das iPhone. Ganz ohne das dazu­gehö­rige Telefon kommt die Apple-Uhr daher noch nicht aus. Dies ist bei anderen Smart­watches anders. Die Samsung Gear S2 ver­fügt zum Beispiel über eine inte­grierte eSIM.

Zudem ist die Apple Watch fest an das iPhone gekoppelt. Mit Smart­phones anderer Her­steller lässt sich die Uhr nicht kombi­nieren - ein typisches Apple-Produkt eben: form­schön, leicht zu bedie­nen und Teil der in sich ge­schlos­senen Apple-Welt. Typisch Apple ist auch die eher geringe Akku­lauf­zeit, die man schon vom iPhone kennt. Bei inten­siver Nutzung muss die Uhr fast jeden Tag geladen werden. Immerhin funktio­niert dies unkom­pli­ziert und kabellos auf der Magnet­station.

Apple Watch Series 2 kommt mit eigenem GPS-Empfänger

Zumindest eines dieser Defizite ist indes auch bei der neuesten Version der Apple Watch zu beklagen. Auch sie verfügt nämlich über keine eigene SIM-Karte und kann daher nicht über das Mobil­funk­netz ins Internet gehen. Dafür wurde die Akku­lauf­zeit ver­bessert - ver­mutlich einer der Gründe, der gegen ein integriertes Mobil­funk­modem gespro­chen hat.

Die im September 2016 erschie­nene Neu­auf­lage kommt in zwei Varianten: Apple Watch Series 1 (nicht zu ver­wechseln mit der Apple Watch Original) und Series 2. Beide sind mit einem Dual-Core-Prozessor ausgestattet, der eine deutlich schnellere Bedienung ermög­licht. Nur die Series 2 jedoch ver­fügt über einen eigenen GPS-Empfän­ger, der die Einsatz­möglich­keiten als Fitness-Tracker noch ver­bessert. Ein Fort­schritt für Sport­begeis­terte also, Daten­schützer indes dürfte die Neue­rung wenig er­freuen. .

Testberichte zur Apple Watch im Überblick