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09.11.2019 - 12:56
Software

Gegen Kriminelle: Software soll abgehörte Telefonate prüfen

Auf verdächtige "Schnipsel" analysieren

Auf der Suche nach Krimi­nellen könnte ein neues Compu­terpro­gramm Ermitt­lern künftig die Analyse von abge­hörten Tele­fonaten erleich­tern. In einem groß­ange­legten euro­päischen Projekt mit Forschungs­einrich­tungen und Ermitt­lungs­behörden wie Interpol soll bis 2022 eine Soft­ware entstehen, die Ermittler mit einem Such­begriff über eine Viel­zahl von Tele­fonge­sprä­chen laufen lassen können.

Das Programm solle dann "in Windes­eile" verdäch­tige Stellen zum Beispiel zum Wort "Spreng­stoff" finden, anstatt dass Ermittler stun­denlang Tele­fonate durch­hören müssten, sagte Diet­rich Klakow, der als Sprach­tech­nologe an der Univer­sität des Saar­landes dabei ist.

Roxanne hört Tele­fonate mit

Das Projektstart-Meeting fand am Idiap Research Institute in Martigny in der Schweiz statt

Das Projektstart-Meeting fand am Idiap Research Institute in Martigny in der Schweiz statt
Bildquelle: http://roxanne-euproject.org/, Screenshot: teltarif.de

Auch Krimi­nelle machten am Telefon "klas­sischen Small­talk", sagte der Professor für Sprach- und Signal­verar­beitung. Sie plau­derten über das Wetter in der Region oder die jüngsten Fußball­ergeb­nisse. "Dazwi­schen kommt dann ein kleiner Schnipsel über das krimi­nelle Geschäft, das sie abwi­ckeln wollen", sagte Klakow. Und genau diese Sätze seien wichtig für die Straf­verfol­gungs­behörden.

Die neue Soft­ware solle diese Stellen dann erkennen - auch in verschie­denen Spra­chen. Bei dem Projekt mit Namen Roxanne (Real Time Network, Text, and Speaker Analy­tics for Comba­ting Orga­nized Crime) sind zudem 22 weitere Partner aus Wissen­schaft, Behörden und Indus­trie betei­ligt.

Das Vorhaben wird den Angaben zufolge aus dem Rahmen­programm der Euro­päischen Union für Forschung und Inno­vation Horizon 2020 mit insge­samt sieben Millionen Euro geför­dert. Knapp eine halbe Million Euro gehe nach Saar­brücken. Die Gesamt­leitung liegt in der Schweiz beim Forschungs­institut Idiap in Martigny.


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dpa /

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