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21.11.2018 - 15:01
Breitbandausbau

Ein ganz besonderer Spatenstich

Auch die Telekom kann Glasfaser

Spatenstiche zum Beginn eines Netzausbaus gibt es viele wie etwa am 13. Novem­ber 2018 im bayerischen St. Englmar. Bis Ende 2019 entsteht hier für 1702 Haus­halte und 58 Unternehmen eine Glasfaserstruktur, die vom Bund mit 5,5 Millionen Euro gefördert wird. Wenn aber ein Staatssekretär, ein Vorstandsvorsitzender und sogar ein Ministerpräsident den symbolischen Spaten in die Hand nehmen, dann handelt es sich um ein besonderes Projekt, nämlich den größten geförderten FTTB-Ausbau in Deutschland. Einen Tag vor St. Englmar ging das Projekt in Bautzen an den Start. Der Landkreis erhält vom Bund 70 Millionen Euro.

„Über 50 000 Haushalte und fast 5500 Unternehmen werden im Landkreis Baut­zen mit Glasfaser ans Breitbandnetz angeschlossen“, sagte Steffen Bilger, Staatsse­kretär im Bundesverkehrsministerium, anlässlich des Spatenstichs. Sachsen Minister­präsident Michael Kretschmer drückt derweil aufs Tempo: „In ganz Sachsen wollen wir in der Fläche beim Breitbandausbau deutlich zügiger vorankommen als bislang.“ Um 58 Gemeinden an das FTTB-Netz anzuschließen, verlegt die Deutsche Telekom im Landkreis Bautzen bis Ende 2020 4000 Kilometer Glasfaser und stellt 1100 Ver­teilerkästen auf. „Es handelt sich um das größte Einzelprojekt dieser Art in Deutsch­land“, erklärt Telekom-Vorstandsvorsitzender Tim Höttges. „In weniger als einem Jahr werden die ersten Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Bautzen mit Ge­schwindigkeiten von 1 Gigabit ins Internet gehen können.“

Der Osten nimmt Speed auf

FTTB-Ausbau Bautzen Spatenstich

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Telekom-Chef Tom Höttges, Landrat Michael Harig und BMVI-Staatssekretär Steffen Bilger (v.l.n.r.) beim Startschuss für den FTTB-Ausbau im Landkreis Bautzen
Deutsche Telekom

Laut Höttges ist Ostdeutschland einer der Ausbauschwerpunkte des Bonner TK-Kon­zerns. „Neben diesem Projekt haben wir ähnlich große Projekte auch im Landkreis Vorpommern-Rügen und im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt gewonnen“, erklärt der Telekom-Chef. Und auch in Bran­denburg ist das Unternehmen unterwegs, wenn­gleich nicht mit Gigabit-Speed. Seit Mitte November können 200 000 Haushalte in Brandenburg immerhin mit bis zu 100 MBit/s im Netz surfen. Bis Ende des Jahres sol­len 300 000 weitere Haushalte hinzukommen. Für 65 000 Haushalte in Brandenburg stehen dann auch dank Super-Vectoring Anschlüsse mit bis zu 250 MBit/s zur Ver­fügung.

Natürlich ist die Telekom nicht das einzige Unternehmen, das im Osten Deutsch­lands für schnelles Internet sorgt. Auch der Kabelnetzbetreiber Pyur ist hier tätig. In Coswig beendet das Unternehmen derzeit die Ausbauarbeiten und beginnt mit der schrittweisen Umschaltung, die für rund 2000 Wohnungen von bis zu 400 MBit/s bringt. Bis Ende Februar 2019 ist die Umschaltung für die Bestände der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft AWG und der Wohnungsbaugesellschaft WBG auf höhere Internetge­schwindigkeiten abgeschlossen. Danach folgen die restlichen Haushalte. In Berlin ge­lang es Pyur, die Zusammenarbeit mit der WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichten­berg zu verlängern, die laut Pyur größte Wohnungsgenossenschaft in der Haupt­stadt. Die zur WGLi zählenden 10 000 Wohneinheiten konnten bereits mit maximal 400 MBit/s im Internet surfen. Pyur wird nun das Netz mit FTTB ausbauen, um in Zu­kunft Geschwindigkeiten bis zu 1 GBit/s anbieten zu können.

Zwölf Millionen Haushalte mit Super-Vectoring

Derlei Highspeed gibt es bei der Deutschen Glasfaser von Anfang an. Darüber könn­te sich demnächst auch die Gemeinde Edemissen freuen. Bürgermeister Frank Ber­tram hat einen Vertrag für vier Liegenschaften abgeschlossen. Das Rathaus, die Grundschulen in Edemissen und Abbensen sowie das Jugendhaus der Gemeindeju­gendpflege Edemissen werden von der Deutschen Glasfaser angeschlossen. Sie sind Teil der Nachfragebündelung. Entscheiden sich mindestens 40 Prozent der Haushalte für die Deutsche Glasfaser, baut das Unternehmen ein Glasfasernetz in Edemissen. Bertram geht mit gutem Beispiel voran. Seinen privaten Glasfaseranschluss hatte der Bürgermeister bereits zu Beginn der Nachfragebündelung beantragt.

Glasfaser einblasen

Mit solchen Geräten wird die Glasfaser ins Rohr eingeblasen
Deutsche Glasfaser/Marie Monecke

Derweil geht der Vectoring-Ausbau der Telekom deutschlandweit in die nächste Run­de. Allein im Oktober „hievte“ die Telekom fast zwei Millionen Anschlüsse auf bis zu 250 MBit/s. Insgesamt versorgen die Bonner damit nach eigenen Angaben fast zwölf Millionen Haushalte mit Super-Vectoring. Seit dem 19. November befinden sich weitere 141 Kommunen auf diesem Weg. Hier schaltete die Telekom knapp 122 000 Haushalte auf Vectoring um und erhöht damit die Surfgeschwindigkeit auf maximal 100 MBit/s. Wo die Telekom in den vergangenen Wochen sonst noch Breitband aus­baute, kann im Unternehmensblog nachgelesen werden.

In etwas kleineren Maßstäben baut auch NetCologne mit Vectoring aus. In den Hürther Stadtteilen Stotzheim und Sielsdorf stellt das Unternehmen rund 1 000 Haus­halten Anschlüsse mit bis zu 100 MBit/s zur Verfügung. Zuvor lahmte die Internetver­bindung mit maximal 6 MBit/s. Bislang hat NetCologne in Hürth zehn Stadtteile ausge­baut. Insgesamt erschließt hier der Kölner TK-Anbieter 24 000 Privathaushalte und rund 700 Firmen. Die Freischaltung in Stotzheim und Sielsdorf erfolgt nach einem von der Bundesnetzagentur festgelegten Prozess schrittweise zwischen Mitte Januar und Ende Februar 2019. Die Fertigstellung der Stadtteile Alt-Hürth und Knapsack (ohne Gewerbegebiet) wird voraussichtlich bis Sommer 2019 andauern. Daneben wird es in Zukunft sowohl bei NetCologne als auch bei anderen Netzbetreibern weitere Spaten­stiche geben, um Deutschland mit Breitband zu versorgen.


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Marc Hankmann

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