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19.05.2017 - 17:03
Ausbaupläne

WiWo: Telekom hat sich Hintertür beim Glasfaserausbau gelassen

Formulierung bei Netzallianz kurzfristig geändert

Bereits im vergangenen November wurde nach einem Bericht der WirtschaftsWoche (WiWo) in einem Eckpunktepapier zur Gigabitstrategie eine Formulierung so geändert, dass die Telekom eine Hintertür beim flächendeckenden Breitbandausbau hat. Die Folge dieser Formulierung: Das Papier erzwingt nicht mehr, das ein flächendeckendes Glasfasernetz erreichtet wird.

Die WiWo beruft sich in ihrem Artikel aus der neuesten Ausgabe auf Papiere, die dem Magazin vorliegen. Demnach gelang es dem Telekom-Chef Tim Höttges selbst, die Pläne der Bundesregierung zur Gigabitstrategie an einer entscheidenden Stelle abzuschwächen. In der Netzallianz treffen sich regelmäßig neben dem Telekom-Chef und Bundesverkehrs­minister Alexander Dobrindt auch die Geschäftsführer anderer großer deutscher Telekommunikationsfirmen sowie die Vertreter der Branchen­verbände. Bei der Verabschiedung des letzten Entwurfs habe man sich auf ein sehr klares Bekenntnis für einen stärkeren Glasfaserausbau verständigt.

Formulierung kurzfristig geändert

Telekom-Chef Tim Höttges

Telekom-Chef Tim Höttges
Foto: dpa

Der WiWo zufolge habe wenige Stunden vor der finalen Abstimmung folgende Formulierung in der Beschlussvorlage gestanden: "Wir wollen weitgehend flächendeckend Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen gigabitfähige Anschlüsse bereitstellen". Eine Formulierung, die bereits mit dem Minister, aber auch den Vorständen abgestimmt gewesen sei, berichtet das Magazin.

In der verabschiedeten Fassung wurde dann aber das Bekenntnis zum Glasfaserausbau durch eine neue Formulierung ersetzt: "Wir wollen eine gigabitfähige konvergente Infrastruktur". Über diese Formulierung hatten wir bereits Ende November bei der Vorstellung des Netzallianz-Plans berichtet. Aus Sicht des Magazins eröffnet diese kurzfristig geänderte Formulierung der Telekom die Möglichkeit, das Gigabit-Ziel auch durch einen Technologiemix zu erreichen. So könnte die Telekom auch mobile Netze - etwa 5G - einsetzen, obwohl eigentlich ein Bekenntnis zur Glasfaser das Ziel war. Denn die meisten Branchenvertreter sind der Auffassung, dass nur ein Glasfasernetz als verlässliche Infrastruktur eingesetzt werden kann.

Bemerkenswert ist, dass die Branchen­verbände damals in ihrer Stellungnahme zu den Plänen der Netzallianz offenbar auf die Beschlussvorlage abzielten, nicht aber auf das wirklich abgesegnete Papier. So ist in der gemeinsamen Stellungnahme von Breko, Buglas und VATM zu lesen: "Branche und Politik sind sich grundsätzlich einig, dass der Weg zur Gigabit-Gesellschaft beschritten werden muss. Sie sind sich auch einig, dass sie eine gigabitfähige Infrastruktur bis 2025 wollen und eine 'flexible Verfügbarkeit von Infrastruktur für die Gigabit-Gesellschaft entsprechend den Bedürfnissen und Anwendungen der jeweiligen Nutzer' im Vordergrund stehen müsse."

Ob und wie die Telekom diese Hintertür nutzt, gilt es die nächsten Jahre abzuwarten. Gemeinhin gilt die Telekom bis heute nicht als der größte Verfechter eines Glasfasernetzes bis zum Kunden. Sie nutzt dort, wo es geht, möglichst lange ihre bestehende Kupfer-Infrastruktur weiter und macht sie mit Technologien wie VDSL Vectoring oder demnächst Super-Vectoring deutlich schneller.

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