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15.03.2019 - 14:02
Breitbandausbau

Nichts für Sprinter: Breitbandausbau braucht Ausdauer

Die Meldungen der Telekom werden weniger. Warum?

Mitte März verkün­dete die Telekom den Beginn bzw. Abschluss von neun Ausbau­vorhaben, davor waren es deren sechs. Nicht gerade viel, wenn man ältere Beiträge aus dem Telekom-Blog als Vergleich heran­zieht. Dagegen scheint die Konkur­renz einen Gang zuzu­legen. So verkün­dete allein die Deut­sche Glas­faser in den vergan­genen 14 Tagen fünf Ausbau­pro­jekte.

Der Schwer­punkt des Unter­neh­mens aus dem west­fä­li­schen Borken liegt auf Ge­werbegebiete. So erhält das Gewer­be­ge­biet im nieder­rhei­ni­schen Kranen­burger Orts­teil Nütterden ein Glas­fa­ser­netz. Die ange­bo­tenen symme­tri­schen Band­breiten reichen von 250 MBit/s bis 10 GBit/s. Diese Band­breiten bietet Deut­sche Glas­faser demnächst auch in den drei Gewer­be­ge­bieten von Maintal an. Bis Ende Juli soll das Glas­fa­ser­netz in der Stadt zwischen Frank­furt am Main und Hanau fertig­ge­stellt werden.

Um Gewer­be­ge­biete geht es auch bei 1&1 Versatel. Gemeinsam mit BTN Solu­tions schließt das Unter­nehmen in der Saar­brü­cker Innen­stadt die Gewerbege­biete Land­wehr­platz, Fakto­r­ei­straße und Berliner Prome­nade mit Glas­faser an. Hier haben sich genü­gend inter­es­sierte Unter­nehmen gefunden, so dass 1&1 Versatel die Kosten für die Tief­bau­ar­beiten, den Haus­an­schluss sowie die Instal­la­tion und das Frei­schalten des tech­ni­schen Equip­ments über­nimmt. Die Tief­bau­maß­nahmen zur Verle­gung des Glas­fa­ser­ka­bels sollen im zweiten Quartal 2019 starten.

Glas­faser, Super-Vecto­ring und VDSL

Aber auch für Privat­haus­halte hält die Deut­sche Glas­faser Erfolgs­mel­dungen bereit. Wie etwa aus dem östlich von Leipzig gele­genen Bors­dorf sowie aus Alten­lingen, un­weit des Firmen­sitzes der Deut­schen Glas­faser in Borken. In beiden Gemeinden konn­te die Nach­fra­ge­bün­de­lung erfolg­reich zu Ende gebracht werden, so dass die Deut­sche Glas­faser hier ihre Netze errichten wird. In Alten­lingen startet in diesen Tagen die Planungs­phase für die Tief­bau­ar­beiten, während in Bors­dorf bereits die ersten Bagger ange­rollt sind. „Wenn alles plan­mäßig verläuft, werden die Bauar­beiten Ende des Jahres abge­schlossen sein“, erklärt Andreas Dankert, Projektmana­ger bei der Deut­schen Glas­faser.

Jan Sander, Carsten Jeschka, Direktor Vertrieb Großkunden Immobilienwirtschaft bei Vodafone Deutschland, Marcel Sonntag (Neue Lübecker), Stefan Probst (Lübecker Bauverein) und Marc Steinbeck (v.l.n.r.) posieren für den Gigabit-Startschuss von Vodafone in Lübeck

Jan Sander, Carsten Jeschka, Direktor Vertrieb Großkunden Immobilienwirtschaft bei Vodafone Deutschland, Marcel Sonntag (Neue Lübecker), Stefan Probst (Lübecker Bauverein) und Marc Steinbeck (v.l.n.r.) posieren für den Gigabit-Startschuss von Vodafone in Lübeck
Vodafone

Eher unge­wöhn­lich ist das Projekt der Deut­schen Glas­faser im Kreis Viersen, denn hier fließen über 40 Millionen Euro an Förder­mittel, um den flächen­de­ckenden Netz­ausbau für Brüggen, Gref­rath, Kempen, Nettetal, Nieder­krüchten, Schwalmtal, Tönis­vorst, Viersen und Willich zu reali­sieren. „Das durch­ge­führte euro­pa­weite Ausschrei­bungsverfahren des Kreises Viersen passt genau in den Ansatz von Deut­sche Glas­faser, bestehende Netze zu verdichten“, erklärt hierzu Peter Kamphuis, Geschäfts­führer von Deut­sche Glas­faser. Mit den Förder­gel­dern werden auch rund 4000 Haus­halte in Rand­ge­bieten der Kommunen ausge­baut. Die Bauar­beiten sollen im Herbst 2019 beginnen.

Aber natür­lich ruht auch bei der Telekom der Breit­band­ausbau nicht. Die mageren Meldungen im Unter­neh­mens­blog lassen sich damit begründen, dass die Bonner in den vergan­genen Wochen den Fokus auf die Aufschal­tung von Super-Vecto­ring ge­legt haben. Rund 2,1 Millionen Haus­halte können deshalb nun mit maximal 250 MBit/s im Web surfen. Damit steigt die Zahl der mit Super-Vecto­ring versorgten Telekom­Haushalte auf insge­samt 19 Millionen an. Darüber hinaus legte die Telekom auch bei den mit VDSL versorgten Haus­halte um 444 000 Anschlüsse zu. Sie erhalten maximal 100 MBit/s.

Breit­band und Digital-TV

Zu guter Letzt legen auch die Kabel­netz­be­treiber nicht die Hände in den Schoß. In Lenz­kirch und dem Orts­teil Saig können fast 2000 Haus­halte mit bis zu 400 MBit/s im Internet surfen, nachdem PYUR in der Gemeinde im Hoch­schwarz­wald das Netz mo­dernisiert hat. Dafür hat das Unter­nehmen 6700 Meter neue Leitungen verlegt, Haus­ver­teil­an­lagen erwei­tert und neue Multi­me­dia­dosen in den Wohnungen instal­liert. Im Zuge der Netz­mo­der­ni­sie­rung schaltet PYUR auch das analoge Kabelfern­sehen ab. Betrof­fene Haus­halte müssen nach der Signal­um­stel­lung einen Sender­suchlauf am Fern­seher durch­führen.

Durch Nachrüstung einer Super-Vectoring-Karte im örtlichen Verteiler lässt sich die Internet-Geschwindigkeit auf "bis zu" 250 MBit/s (Download) und 40 MBit/s (Upload) steigern.

Durch Nachrüstung mit Super-Vectoring-Karten erhöht die Deutsche Telekom die Internet-Geschwindigkeit auf bis zu 250 MBit/s
Deutsche Telekom

Eine Nummer größer ist das Ausbau­pro­jekt von Voda­fone in Lübeck. Die Düsseldor­fer können nun 130 000 Haus­halte in der Hanse­stadt mit Breit­band­ge­schwin­dig­keiten bis 1 GBit/s versorgen. Dabei handelt es sich um Wohnungen im Besitz der Neuen Lübe­cker Nord­deut­sche Bauge­nos­sen­schaft sowie des Lübe­cker Bauver­eins. Damit erhöht Voda­fone die Zahl der eigenen Gigabit-Anschlüsse auf über 7,1 Millionen, die sich über zehn Bundes­länder verteilen; 430 000 davon in Schleswig-Holstein, das damit seine Vorrei­ter­rolle in Sachen Gigabit-Anschlüsse weiter ausbaut. Im Land zwischen Nord- und Ostsee kann jeder dritte Haus­halt mit Gigabit im Word Wide Web surfen. Selbst hier ist noch einiges an Ausdauer gefragt, bis sich alle Haus­halte über Gigabit-Geschwin­dig­keiten freuen können.


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Marc Hankmann

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