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04.11.2013 - 10:03
Satellit

Thuraya SatSleeve: Satelliten-Telefonie mit dem iPhone 5

Das Thuraya SatSleeve für iPhone 5 ausprobiert

Im Sommer hatten wir die Satelliten-Telefonie per iPhone und Thuraya SatSleeve ausprobiert, was mit einem iPhone 4 sehr gut funktionierte. Inzwischen hatten wir die Gelegenheit, auch das Nachfolge-Modell des Thuraya SatSleeve für iPhone 5 und iPhone 5S zu testen. Das iPhone 5C mit seiner abgerundeten Rückseite passt leider nicht in den Adapter. Auch dieses Test-Gerät wurde uns freundlicherweise von expeditionstechnik.de zur Verfügung gestellt. Das Thuraya SatSleeve für iPhone 5/5S kostet 744 Euro.

Im Prinzip funktioniert alles genauso wie beim SatSleeve-Modell für das iPhone 4 bzw. 4S. Eine ausführliche Anleitung hatten wir als Bilderstrecke veröffentlicht.

Zuerst muss auf dem iPhone die SatSleeve-App installiert werden. Die App stellt die Oberfläche für das Satelliten-Telefon bereit. Das iPhone wird dann in den Satelliten-Adapter gesteckt und

Oberfläche iPhone 5 im SatSleeve mit SatSleeve-App.

Oberfläche iPhone 5 im SatSleeve mit SatSleeve-App.
Bild: teltarif.de

per Bluetooth mit dem eigentlichen Satelliten-Telefon verbunden. Wie das Pairing funktioniert, hatten wir in unserer Bildernews beschrieben. Sind die Geräte verbunden, kann per Satellit telefoniert werden.

Hierbei gilt zu beachten, dass für die Satelliten-Telefonie andere Regeln gelten, als für die bekannte Mobiltelefonie mit einem herkömmlichen Handy. So braucht das Satelliten-Telefon eine Sichtverbindung zum Satelliten - inmitten von Häuserschluchten oder gar in geschlossenen Räumen ist eine Nutzung also nicht möglich.

Um eine Verbindung herzustellen, benötigt das Gerät eine GPS-Position, mit der es sich beim Satelliten anmeldet. Die GPS-Daten holt sich das SatSleeve nach dem Einschalten selbstständig. Sobald es seine Position übermittelt hat, erfolgt die Anmeldung beim Satellit - im Display leuchtet das Satelliten-Signal auf. Jetzt kann ein Anruf getätigt oder eine Nachricht versendet werden. Anhand der Balken, die die Signalstärke anzeigen, kann das SatSleeve ausgerichtet werden - je stärker das Signal, desto besser die Verbindung.

Ein Satelliten-Handy ist nicht immer auf Empfang

Auf dem großen Platz unter dem Berliner Fernsehturm war der Satelliten-Empfang gut.

Auf dem großen Platz unter dem Berliner Fernsehturm war der Satelliten-Empfang gut.
Bild: teltarif.de

Umgekehrt gilt natürlich auch, dass die Erreichbarkeit des Satelliten-Telefons entsprechend eingeschränkt ist: Nur wenn das Gerät mit ausgezogener Antenne betriebsbereit ist und eine Satelliten-Verbindung steht, kann es Anrufe oder eingehende Kurznachrichten empfangen. Deshalb bietet Thuraya unter https://sms.thuraya.com/ einen Internet-Service an, bei dem kostenlos eine SMS an den jeweiligen Empfänger gesendet werden kann. Diese wird zugestellt, sobald das Gerät auf Empfang ist. Allerdings gibt es eine zeitliche Verzögerung, die sich mit der Anzahl der vergeblichen Zustellversuche verlängert. War das Gerät also einige Tage nicht aktiv, kann es laut Thuraya dann nach dem Einloggen des Telefons im Satelliten-Netz bis zu einer Stunde dauern bis eine SMS ankommt. Es empfiehlt sich also in regelmäßigen Abständen für einige Zeit auf Empfang zu bleiben, um sicherzustellen, dass alle Nachrichten ankommen.

Ankommender Anruf vom Thuraya-SatSleeve auf einem iPhone.

Ankommender Anruf vom Thuraya-SatSleeve auf einem iPhone.
Screenshot: teltarif.de

Das SatSleeve ist kein Leichtgewicht - die Satelliten-Einheit wiegt 171 Gramm, dazu kommt noch der Adapter für das iPhone mit knapp 50 Gramm und das Gewicht des iPhone selbst - bei den 5er-Modellen sind das 112 Gramm. Da hat man schon einen ziemlichen Klotz in der Hand - praktisch ist aber zweifellos, dass sämtliche Funktionen, die ein iPhone sonst noch bietet, natürlich auch ohne den Satelliten-Adapter genutzt werden können. Die Standby-Zeit des SatSleeve gibt der Hersteller mit bis zu 36 Stunden an, die Sprechzeit mit bis zu drei Stunden. Die Geschwindigkeit für den Datenzugang mit 60 kBit/s im Downstream und rasanten 15 kBit/s im Upstream ist nur etwas für extrem geduldige Menschen. Aber eine langsame Datenverbindung ist, wenn es drauf ankommt, natürlich besser als gar keine.

Was die Datenpreise betrifft, ist der Datentransfer bei Thuraya Prepay Plus Plan und Thuraya NOVA Prepay Plus Plan etwas günstiger geworden. Die Kosten sind von 5 Einheiten pro MB auf 3,5 Einheiten pro MB gesunken - eine Einheit kostet je nach Land zwischen etwas mehr als einem US-Dollar und einem Euro. Weitere Informationen und Preisbeispiele für die Satelliten-Telefonie im Thuraya-Netz finden Sie in einer weiteren Meldung.

Eine genaue Beschreibung der Funktionsweise und Bedienung des Thuraya SatSleeve bekommen Sie in unserer Bilder-News.


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Marie-Anne Winter

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