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12.03.2019 - 10:16
Webradio

Darum versagt das WLAN-Radio im­mer wieder seinen Dienst

Nutzer im Zweifelsfall ohne Empfang

WLAN-Radios bieten die Möglichkeit, via Internet übertragene Hörfunkprogramme mit Geräten zu empfangen, die vom Design und von den Features her klassischen Rundfunkempfängern für den terrestrischen Empfang ähneln. Dabei ist die Programmvielfalt deutlich größer als beim klassischen Radio über DAB+ und UKW. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass nicht nur Programme aus der eigenen Region, sondern aus aller Welt empfangen werden können.

Klassische Sendefrequenzen gibt es beim Internetradio nicht und die manuelle Eingabe einer Stream-Adresse wäre wenig komfortabel. So werden alle gängigen WLAN-Radios über Datenbanken von Portalbetreibern mit Senderlisten versorgt, aus denen der Hörer dann seine Lieblingsprogramme aussuchen und auf Favoriten-Speicherplätzen abspeichern können. Viele Geräte bieten zusätzlich die Möglichkeit, eigene Streams nachzuprogrammieren.

Diese selbst hinzugefügten Programme sind dann zwar nur auf dem eigenen Radio zu hören. Die Stream-Informationen werden aber - wie die gesamte Datenbank - auf einem zentralen Server abgelegt. Vorteil: Verwendet der Nutzer mehrere WLAN-Radios mit dem gleichen Account, so lassen sich die Favoriten auf alle Geräte synchronisieren. Nachteil: Kommt es beim Datenbank-Betreiber zu technischen Problemen, so hat der Hörer nicht einmal mehr Zugriff auf seine eigenen Lieblingssender.

Probleme bei gleich zwei Portalbetreibern

Probleme bei der WLAN-Radio-Nutzung

Probleme bei der WLAN-Radio-Nutzung
Foto: teltarif.de

Am vergangenen Wochenende hatten gleich zwei Portalbetreiber mit technischen Problemen zu kämpfen. So war der Zugriff auf die Senderdatenbank bei WLAN-Radios mit Frontier-Silicon-Chipsatz und vTuner-Datenbank am Samstagvormittag sehr langsam. Teilweise war es überhaupt nicht möglich, auf die Webradios zuzugreifen und die selbst angelegten Favoritenlisten blieben einfach leer.

Derartige Störungen sind bei Frontier Silicon/vTuner kein Einzelfall. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen, wenn der Dienst möglicherweise intensiver genutzt wird als werktags, kommt es immer wieder zu Zugriffsproblemen und Datenbank-Fehlern. Kurios: Bei einem Ausfall während der Weihnachtszeit war in einem der teltarif.de-Redaktion bekannten Frontier-Silicon-Nutzerkonto sowie auf den angeschlossenen WLAN-Radios kurzzeitig eine mehrere Jahre alte Favoritenliste vorzufinden, bevor der aktuelle Datenstand wiederhergestellt wurde. Da stellt sich vor allem die Frage, wo und warum eine völlig veraltete Senderliste des betroffenen Kunden noch gespeichert ist.

Anbieterwechsel bedeutet nicht zwingend höhere Betriebssicherheit

Wie berichtet, hat Yamaha den Portalbetreiber mittlerweile gewechselt. Anstelle von vTuner greifen die WLAN-Radios des Herstellers jetzt auf die Datenbank von Airable zu, die beispielsweise auch Grundlage der Receiver-Radio-App ist. Am Sonntag hatte allerdings auch Airable technische Probleme, die zumindest in der App dazu geführt haben, dass zwar alle Programme noch angezeigt wurden, aber nicht abgespielt werden konnten.

Ganz vermeiden lassen sich derartige technische Störungen kaum, wobei sich die Vorfälle bei Frontier Silicon/vTuner häufen. Davon ist gleich eine ganze Reihe von WLAN-Radio-Herstellern von Sangean über Hama bis Clint betroffen, um nur einige Beispiele zu nennen. Ein Anbieter von Internetradio-Empfangsgeräten formulierte hinter vorgehaltener Hand die Idee, bei künftigen WLAN-Radios den Zugriff auf mehrere Portale zu ermöglichen. Bis es solche Empfänger gibt, bieten sich aber auch andere Alternativen zum klassischen Internetradio-Empfänger an.


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