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14.02.2020 - 09:15
YouTube

15 Jahre YouTube: Die Erfolgsstory begann mit Elefanten

Vom Hobbyfilmer-Spielplatz zum Video-Imperium

Den Anfang machten ein paar Elefanten im Zoo von San Diego. "Das Coole an diesen Typen ist, dass sie diesen echt langen Rüssel haben", sagt YouTube-Mitgründer Jawed Karim, zwei Dick­häuter im Hinter­grund. Das erste Video auf der Online-Platt­form war banal und unspek­takulär - ganz im Gegen­satz zum Aufstieg von YouTube, der folgen sollte.

Die Website entwi­ckelte sich rasch zum Inbe­griff des kurz­weiligen Internet-TVs und ist heute eine Super­macht der Unter­haltungs­welt. Doch so groß der Erfolg, so groß ist inzwi­schen auch die Kritik. Zum 15. Geburtstag ist YouTube umstritten wie nie.

YouTube: "Alle sind die ganze Zeit wütend auf dich"

YouTube feiert 15. Geburtstag

YouTube feiert 15. Geburtstag
picture alliance/Monika Skolimowska/ZB/dpa

Nette Tier­film­chen wie den Elefanten-Clip gibt es zwar noch immer, doch die Zeiten der Unschuld sind längst vorbei. Die Über­nahme durch Google, die Kommer­ziali­sierung, die Werbe­milli­arden - der eins­tige "Broad­cast Yourself"-Spiel­platz für Privat­videos ist für Googles Mutter­konzern Alphabet längst nur noch ein großes Geschäft.

Mit dem rasanten Wachstum der Band­breite haben jedoch auch Einfluss und Verant­wortung massiv zuge­nommen. In der Ära von Fake News, Hetze und Filter­blasen im Netz ist YouTube ein steter Stein des Anstoßes.

Das weiß auch YouTube-Chefin Susan Wojcicki: "Alle sind die ganze Zeit wütend auf dich", sagte sie der "New York Times" vergan­genes Jahr in einem Inter­view zu YouTubes umstrit­tenem Umgang mit extremen Inhalten. Enorme rund zwei Milli­arden aktive monat­liche Nutzer hat die Platt­form nach eigenen Angaben inzwi­schen. Vor fünf Jahren waren es noch halb so viele.

Was YouTube zu Alpha­bets Erlösen beiträgt, war lange eines der best­gehü­teten Geheim­nisse der Finanz­märkte - kürz­lich gewährte der Konzern erst­mals Einblick. 2019 spielte die Platt­form demnach bereits Werbe­erlöse von gut 15 Milli­arden Dollar ein.

300 Stunden werden pro Minute hoch­geladen

Dass YouTube-Chefin Wojcicki alle Hände voll zu tun hat, liegt folg­lich nicht an den Finanzen. Probleme machen vor allem anstö­ßige Inhalte und der Umgang damit. Soziale Medien geraten zuneh­mend unter Druck, gegen die Verbrei­tung von Propa­ganda und Extre­mismus vorzu­gehen, YouTube ist hier keine Ausnahme.

Alleine schon die schiere Masse an Videos - über 300 Stunden an Mate­rial werden pro Minute von Nutzern hoch­geladen - macht das Ausmisten zu einer Herku­lesauf­gabe. Doch kann sich ein Groß­konzern mit einem Jahres­gewinn von über 34 Milli­arden Dollar mit sowas raus­reden?

Fest steht: Regel­widrige Clips können sich auf der Platt­form durch stän­diges Wieder­hoch­laden so rasant verbreiten, dass YouTube trotz ausge­klügelter Algo­rithmen mit dem Löschen kaum hinter­herkommt. Kritiker bezwei­feln aber, dass das Unter­nehmen alles in seiner Macht stehende tut.

In den vergan­genen Jahren kam es zu etli­chen Skan­dalen - von Selbst­mord-Aufnahmen in den "Tren­ding"-Empfeh­lungen über Pädo­philen-Clips und Sex-Videos im Kinder­bereich bis hin zu Videos mit Holo­caust-Leug­nung und anderer Propa­ganda. Ex-Mitar­beiter beschul­digten YouTube, die Kontrolle kontro­verser Inhalte dem geschäft­lichen Nutzen unter­zuordnen - also den Werbe­erlösen.

Schwä­chen im Umgang mit proble­mati­schen Uploads

So etwas würde das Unter­nehmen natür­lich nie zugeben. Doch gegen­über der "New York Times" gab Wojcicki durchaus Schwä­chen im Umgang mit proble­mati­schen Uploads zu. "Ich weiß, dass wir es besser machen können, aber wir kommen dahin", sagte die 51-Jährige. "Wir errei­chen einen Punkt, an dem wir viele dieser Probleme gelöst haben, und ich habe das Gefühl, dass wir schon deut­liche Fort­schritte gemacht haben."

Das war im April 2019. Seitdem wurde es tatsäch­lich deut­lich ruhiger um die Platt­form, auch wenn es weiter viele Kontro­versen gibt - etwa um poli­tische Werbung und mani­pula­tive Inhalte.

YouTube hat die Unter­haltungs­indus­trie nach­haltig verän­dert

Es wäre aller­dings auch unfair, YouTube zum 15-jährigen Jubi­läum auf Diskus­sionen um strit­tige Videos zu redu­zieren. Ein großer Teil der bishe­rigen Geschichte ist von harm­losen viralen Phäno­menen geprägt - die Platt­form ist eine schier uner­schöpf­liche Fund­grube für Clips aller Art, in der sich von Musik­videos über Rezepte bis hin zu histo­rischen Sport­über­tragen oder Beauty- und Life­style-Guides eigent­lich alles findet.

Das Portal ist eine Art riesiges Archiv, das Nutzer durch sein cleveres Empfeh­lungs­system bei der Stange hält.

YouTube hat die Unter­haltungs­indus­trie nach­haltig verän­dert und sogar Spuren in der Berufs­welt hinter­lassen - aus Hobby-Enter­tainern wurden "YouTuber", die an Werbe­erlösen betei­ligt werden und teil­weise ordent­lich Geld mit ihren Videos verdienen. Einige von ihnen sind Stars, an denen sich Millionen von Fans orien­tieren.

Die Platt­form hat maßgeb­lich dazu beigetragen, der "Influ­encer"-Kultur den Weg zu ebnen. Die Kommer­ziali­sierung geht indes weiter: Inzwi­schen versucht YouTube auch schon, mit selbst produ­zierten Inhalten und Bezah­labos im von Netflix domi­nierten Strea­ming-Markt Fuß zu fassen.

Nach­folgend können Sie sich das erste YouTube-Video anschauen:

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dpa /

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