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Meldung Tipps & Info Community 16.05.12

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Symbian: Die besten Zeiten sind vorbei

Symbian ist noch im Spitzenfeld - aber der Marktanteil sinkt gewaltig

Symbian gehört zu den mobilen Betriebssystemen, die historisch nicht an einen bestimmten Hersteller gebunden sind - aktuell setzt indes nur noch Nokia auf das System.

Symbian kann auf eine lange Zeit der Marktführerschaft zurückblicken, wobei die Verbreitung in Europa immer bedeutend größer war als in den USA. Mit steigender Popularität von Touchscreen-Handys zeigte sich allerdings, dass Symbian zunächst nur schlecht mit neuen Betriebssystemen wie Apples iOS und Googles Android mithalten konnte. Zwar sollte mit der komplett überarbeiteten Version Symbian^3 eine zeitgemäße Betriebssystem-Variante an alte Stärken anknüpfen - doch das früher herausragende Image konnte Symbian damit nicht zurückerobern. So kehrten in der Vergangenheit immer mehr renommierte Hersteller Symbian den Rücken. Schlussendlich gab auch der größte Symbian-Vertreter Nokia den taktischen Schwenk zu Windows Phone 7 bekannt, wobei das Unternehmen ankündigte, trotzdem eine zeitlang weiter an Symbian festzuhalten. Mittlerweile hat Nokia die Folgeversionen Anna und Belle von Symbian^3 herausgebracht.

Symbian: Versionen, Plattformen und mehr

Doch was kann und ist Symbian? Zunächst ist Symbian nicht immer gleich Symbian: Bei älteren Versionen dieses Betriebssystems gibt es jeweils noch einen speziellen Plattform-Aufsatz, so zum Beispiel S60, S80 und S90, UIQ oder MOAP(S). Am bekanntesten dürfte hierzulande die S60-Plattform sein, welche die meisten Nutzer wohl vor allem mit Nokia-Smartphones in Verbindung bringen. Sie war aber auch auf Geräten anderer Hersteller, wie etwa Sony Ericsson, LG und Samsung, zu finden. Symbian S60 3rd Edition ist jahrelang die populärste Variante der S60-Oberfläche gewesen. Mit S60 5th Edition unterstützte das System zum ersten Mal Touchscreen-Funktionalität.

Mit der neuesten Variante Symbian^3 sollte jedoch die Epoche der verschiedenen Plattform-Aufsätze beendet werden. Symbian^3 bietet mit Verknüpfungen und Widgets personalisierbare Homescreens, unterstützt die Bedienung per Multitouch und verzichtet auf Doppel-Klick-Befehle und schmale Scrollbalken - nicht revolutionär, aber Symbian hat zumindest halbwegs den Anschluss an die neueren Handy-Betriebssysteme wie Android und iOS gefunden. Das erste Update von Symbian^3 namens Anna bildet einen weiteren Schritt in diese Richtung, der Nachfolger ist Symbian Belle.

Multi-Tasking, Stabilität, Software-Angebot

Symbian-Logo

Aktuelles Symbian-Logo
Bild: Symbian Foundation

Auch wenn die Popularität von Symbian mehr und mehr schwindet, brachte und bringt das System schon vor vielen Jahren Funktionen mit, die einige jüngere Betriebssysteme erst nachrüsten mussten - wenn sie überhaupt angeboten werden. So beherrscht Symbian schon seit fast einem Jahrzehnt Multitasking, verfügt über ausgereifte Office-Software und ermöglicht die Synchronisation von Kontakt- und Kalenderdaten mit Programmen wie Microsoft Outlook.

teltarif.de-Videos zu Symbian-Smartphones

Touchscreen-Boom verschlafen

Früher ein Vorbild in Sachen Bedienbarkeit und Menüführung, wirkte Symbian allerdings mit zunehmender Funktionsvielfalt und Ausstattung der modernen Handys immer schwerfälliger und umständlicher. Nokia entschied sich erst spät für die Entwicklung von Touchscreen-Handys und so war die Integration der Touchscreen-Bedienung in Symbian kompliziert - und für den Nutzer war dieser Umstand nicht zu übersehen. So zeigte die speziell für Touchscreens entwickelte Variante Symbian S60 5th Edition zahlreiche Schwächen und zeichnete sich immer noch durch tief verschachtelte Menüs aus. Auch wenn hier vor allem mit den neuesten Updates nachgebessert wurde - Symbian lief dem allgemeinen Trend hinterher.

Nokia bietet Apps erst spät per Appstore

Historisch sorgte schon das Zertifikat-System von Symbian für Probleme, das mit dem Auftauchen der ersten ernstzunehmenden Schadsoftware für Handys für mehr Sicherheit sorgen sollte. Da die Teilnahme am Zertifikat-System zunächst für Entwickler kostenpflichtig war, wurden insbesondere kleinere Software-Firmen und Hobby-Programmierer vom Erstellen neuer Applikationen abgeschreckt. Die Vielzahl von verschiedenen Oberflächen machte Symbian zudem für Programmierer von Zusatz-Applikationen nur noch mäßig attraktiv.

Zudem kam das Fehlen einer zentralen Vertriebsplattform hinzu, wie sie zum Beispiel Apple mit dem App Store und Google mit dem Android Market etablierten. Mit dem Ovi Store wurde dann verspätet - zumindest für Nokia-Modelle - ein Appstore als zentrale Anlaufstation für Zusatz-Applikationen eingerichtet, die aber nicht die Popularität der Konkurrenz erreichen konnte. Mittlerweile heißt das Angebot Nokia Store.

Symbian: Betriebssystem wieder öffentlich verfügbar

Nokia N8 mit Symbian^3

Erstes Symbian^3-Smartphone:
Nokia N8
Bild: Nokia

Mit der Gründung der Symbian Foundation durch Nokia, Sony Ericsson, Motorola und einer weiteren Reihe an Elektronik-Herstellern und Mobilfunk-Netzbetreibern sollte der Entwicklung von Symbian seit 2008 eine neue Richtung gegeben werden. Vorausgegangen war die vollständige Übernahme von Symbian Limited durch Nokia und die Überführung des Unternehmens in eine Stiftung. Symbian wurde zunächst unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht, dann machte Nokia einen Rückzieher. Einige Zeit später wurde Symbian dann wieder öffentlich bereit gestellt, allerdings unter einen neuen Lizenz. In letzter Konsequenz hat Nokia die Symbian-Entwicklung und den Support an den Dienstleister Accenture ausgelagert.

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