Krise?

eBay streicht 400 von 1000 Stellen in Deutschland (aktualisiert)

eBay-Sprecher: Keine wirtschaftliche Notsituation
Von dpa / Ralf Trautmann

Das Internet-Auktionshaus eBay streicht an seinem einzigen deutschen Standort in Dreilinden bei Berlin 400 der 1 000 Arbeitsplätze. Die Kundenbetreuung werde künftig in einem europäischen "Kompetenzzentrum" in der irischen Hauptstadt Dublin gebündelt, teilte der US-Konzern heute mit. In Dreilinden sollen nur noch Nutzer aus Deutschland beraten werden. Dieser Schritt sei notwendig, um in einem schwieriger werdenden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Unternehmen befinde sich aber "nicht in einer wirtschaftlichen Notsituation", betonte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Der Stellenabbau soll nach den Worten des eBay-Sprechers bis Mitte 2010 über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Diese würden aber erst ausgesprochen, wenn die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan abgeschlossen seien. "Gleichzeitig geht eBay davon aus, dass neue Arbeitsplätze bei externen Dienstleistern in Deutschland entstehen werden", heißt es in einer Mitteilung. In Dublin würden zudem 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, auf die sich auch Mitarbeiter aus Deutschland bewerben könnten.

Der Sprecher betonte, es gehe nicht um Kostensenkung, sondern um eine bessere und effizientere Kundenbetreuung, die künftig in "Kompetenzzentren" konzentriert werde. Die Stellenstreichung sei "keine Entscheidung aus der Not heraus". Deutschland ist der zweitgrößte Markt für eBay weltweit. Das Internet-Auktionshaus muss sich zunehmend gegen Konkurrenten wie Amazon behaupten.